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Spannende neue Zahlen zeigen dir, wer in Österreich bei der Corona-Impfung besonders gut abschneidet

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Von: Johannes Pressler

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Eine Fotomontage von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und einer Impfdosis.
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hat am Dienstag neue Daten zur Impfquote in Österreich präsentiert. (Fotomontage) ©  Weingartner-Foto/Jan Woitas/dpa/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Von der Bildung über das Alter bis zum Migrationshintergrund: Diese Daten zeigen dir, welche Faktoren einen Einfluss auf den Impfstatus haben.

In rund einem Monat gilt in Österreich eine gesetzliche Pflicht zur Corona-Schutzimpfung. Das haben ÖVP und Grüne gemeinsam mit SPÖ und NEOS vor ein paar Wochen im Parlament entschieden. Die Impfpflicht ist eine Notlösung, da die Menschen in Österreich im Vergleich zu vielen anderen Ländern noch immer nicht ausreichend durchgeimpft sind. Nehmen wir zum Beispiel den EU-Partner Portugal her: Dort sind aktuell 88,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In Österreich liegt dieser Wert bei nur 72 Prozent.

Bereits im Herbst war der Bundesregierung klar, dass man vom Impfziel noch weit entfernt sei. Deshalb beauftragte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) die Statistik Austria, mit anonymisierten Daten eine Analyse der bisher geimpften Personen durchzuführen. Diese Daten liegen uns seit Dienstag nun vor. Sie zeigen uns ein paar spannende Ergebnisse, die wir hier für dich zusammengefasst haben.

Der Bildungsgrad und die Herkunft beeinflussen die Impfquote

Bezüglich des Bildungsgrads lässt sich einfach formuliert zusammenfassen: Je länger die Schulkarriere, desto höher die Impfquote. Bei den Menschen mit einem Pflichtschulabschluss liegt der Wert bei nur 68 Prozent, während bei jenen in Österreich mit einem Hochschulabschluss überdurchschnittliche 84 Prozent geimpft sind. Gleichzeitig aber besorgniserregend: Sieht man sich die unterschiedlichen Altersgruppen an, haben die 25- bis 34-Jährigen insgesamt die niedrigste Impfquote.

Besonders interessant sind die Zahlen über die Impfquote von Menschen mit Wurzeln im Ausland. Die Quote von in Österreich geborene Personen liegt bei 68 Prozent, während 72 Prozent der Menschen, die in Afghanistan geboren sind, sich gegen das Coronavirus impfen ließen. Bei jenen, die in der Türkei geboren sind, sind es sogar 73 Prozent.

„Mehr Türken als Österreicher geimpft“, wie die Gratis-Tageszeitung „Heute“ schrieb, stimmt nicht. Denn vom Prozentanteil her sind in Österreich zwar mehr Menschen mit türkischen Wurzeln geimpft, aber gesamt gesehen gibt es in Österreich natürlich mehr hier Geborene, die geimpft sind. Trotzdem beseitigen diese Zahlen ein beliebtes Vorurteil, dass Menschen aus Ländern wie der Türkei oder Afghanistan einer der Hauptgründe für die niedrige Impfquote in Österreich wären.

Zwei Länder, die bei der Impfquote wiederum sehr schlecht abschneiden, sind mit 44,5 Prozent Menschen aus Russland sowie Personen, die in Rumänien (42,6 Prozent) geboren sind.

In den Mittelschulen sind nur 30 Prozent geimpft

Die Daten der Statistik Austria zur Impfquote zeigen auch deutlich, was für einen wichtigen Faktor der jeweils ausgeübte Beruf bildet. Grundsätzlich wissen wir, dass Menschen, die beruflich aktiv sind, öfters geimpft sind als nicht Erwerbstätige. Doch auch innerhalb der Menschen mit einem Job zeigen sich deutliche Unterschiede.

Bei Menschen etwa in der öffentlichen Verwaltung (83,4 Prozent) sowie im Bereich Information und Kommunikation (85,4 Prozent) liegt die Impfquote besonders hoch, während es vor allem in der Land- und Forstwirtschaft (67,4 Prozent) und im Bau (64,8 Prozent) noch einiges an Nachholbedarf gibt.

Ganz wichtig ist natürlich auch die Lage in den Schulen, wo Personal und Schüler:innen viele Stunden miteinander verbringen und dem Coronavirus dadurch potenziell ausgesetzt sind. Insgesamt sind in Österreich 55 Prozent der Schüler:innen ab 12 Jahren und 85 Prozent der Lehrer:innen geimpft. Besonders auffällig: Während die Impfquote an den AHS-Oberstufen bei 72 Prozent liegt, sind es in den Mittelschulen nur 30 Prozent.

Das Coronavirus spaltet Österreich

Nun haben wir es also schwarz auf weiß, welche Faktoren die Impfquote in Österreich auf welche Art und Weise beeinflussen. Was für ein schwieriges Thema die Corona-Schutzimpfung in Österreich derzeit ist, hat eine andere Studie des Linzer Market-Instituts, im Auftrag gegeben von der Tageszeitung „Der Standard“, vor Kurzem herausgefunden. Wir haben bereits darüber berichtet. Das Ergebnis: 90 Prozent der Menschen in Österreich sind der Meinung, dass der Impfstatus die Bevölkerung spalten würde.

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