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Wir haben es schon geahnt, aber jetzt ist es fix: Die Corona-Impfung spaltet Österreich

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Von: Johannes Pressler

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Eine Kundgebung von Gegnern der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung sowie Impfgegnern am Sonntag, 26. Dezember 2021, in Wien.
Selbst am Stefanitag demonstrierten in Wien Tausende gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. © Florian Wieser/APA-PictureDesk

Eine neue Studie zeigt, wie sehr Österreich durch den Streit um die Corona-Impfung gespaltet ist.

Ab Februar 2022 wird es in Österreich eine Pflicht zur Corona-Schutzimpfung geben. Dieses Gesetz hat die Bundesregierung gemeinsam mit SPÖ und NEOS vor wenigen Wochen im Nationalrat beschlossen. Doch nicht erst seitdem hat die Debatte rund um die Corona-Impfung ein Ausmaß erlangt, das sich nicht mehr nur am ländlichen Stammtisch abspielt.

Eine Umfrage des Linzer Market-Insituts, im Auftrag gegeben von der Tageszeitung „Der Standard“, kam zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Meinung sind, dass der Impfstatus die Menschen im Land spalten würde. 800 Personen, stellvertretend für alle wahlberechtigten Menschen in Österreich, wurden zu unterschiedlichen Themen befragt und wo sie eine Spaltung wahrnehmen würden. Bei keinem Thema kam es zu einem so deutlichen Ergebnis wie bei der Corona-Impfung.

Spaltung durch Corona: Selbst am Stefanitag

Wie sehr ein Teil der Bevölkerung die Corona-Maßnahmen bewegt, zeigte sich auch am Weihnachtswochenende wieder. Sogar am Stefanitag, dem Feiertag am 26. Dezember, kamen am Heldenplatz in der Wiener Innenstadt zwischen 2.000 und 4.000 Demonstrierende zusammen.

Natürlich sind diese Zahlen nicht zu vergleichen mit den Zehntausenden, die die Wochen zuvor ihren Unmut gegen die Corona-Politik der Regierung äußerten. Doch wenn selbst zu Weihnachten mehrere tausend Menschen in aller Kälte gegen die Corona-Maßnahmen und die damit verbundene Impfpflicht demonstrieren, zeigt das schon recht deutlich, wie es um die Stimmung mancher Menschen in Österreich derzeit steht.

Die Corona-Demo war übrigens als „Lichtermeer“ inszeniert und sollte als Gegenreaktion auf die „#YesWeCare“-Veranstaltung rüberkommen. Bei dieser erzeugten am 19. Dezember mehr als 30.000 Personen in ganz Wien ein beeindruckendes Lichtermeer, in Gedenken an die mit Corona verstorbenen Menschen seit dem Beginn der Pandemie.

FPÖ und MFG: Impfskepsis in der Politik

Von den Befragten, die auf die Frage zur Spaltung aufgrund der Corona-Impfung die Antwortmöglichkeit „stark gespalten“ ankreuzten, gehört ein Großteil in das Wähler:innenlager der FPÖ und MFG. Diese beiden Parteien sprechen sich seit Monaten stark gegen die Impfpflicht aus. Noch schlimmer: Sie stellen die von COVID-19 ausgehende Gefahr an sich infrage.

FPÖ-Politikerin, Dagmar Belakowitsch, sagte zuletzt bei einer Corona-Demonstration, dass die Krankenhäuser nur wegen der vielen Impfschäden so besetzt sein würden. Das stimmt natürlich nicht. Eine statistische Auswertung vom 6. Dezember kam zum Beispiel zu der Erkenntnis: Auf jede geimpfte Person auf einer Wiener Intensivstation kommen acht ungeimpfte Menschen.

Ein ähnlich problematisches Verhalten wie die FPÖ zeigt die Corona-verharmlosende Partei MFG. Wie wir bereits darüber berichtet haben, basiert die Kleinpartei ihre gesundheitspolitischen Grundsätze auf einem eigens gegründeten wissenschaftlichen Beirat. Doch im Lebenslauf der Gesundheitsexpertin dieses Beirats, Gertraud Berka-Schmid, stechen vor allem folgende Punkte hervor: Lehrtherapeutin für Funktionelle Entspannung, Gesangsstudium am Konservatorium der Stadt Wien, Professorin für Gesang. Die Karriere einer Expertin, die sich in Fragen zur Bekämpfung eines tödlichen Virus auskennt, sieht anders aus.

Umfrage: Ein Viertel für FPÖ und MFG

Was bei all dem jedoch nicht übersehen werden darf: Wie eine für die Wochenzeitung „profil“ durchgeführte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique Research ermittelte, würden derzeit bei Nationalratswahlen rund 17 Prozent die FPÖ und rund 6 Prozent die MFG wählen. Also fast ein Viertel aller wahlberechtigten Menschen in Österreich würde das Kreuz einer Partei geben, die das Coronavirus verharmlost und nicht an die Wirkung der Impfung glaubt.

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