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Corona-Chaos an den Schulen: Lehrpersonal kritisiert Bildungsminister Polaschek scharf

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links Bildungsminister Martin Polaschek und rechts einer Abgabestation von Coronatests an einer Schule.
Bildungsminister Polaschek steht aufgrund seines Corona-Managements an den Schulen weiterhin in der Kritik. © Alex Halada/Herbert Pfarrhofer/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Die Kritik an Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) aufgrund seines Corona-Managements an den Schulen reißt nicht ab. Diesmal kommt sie von der Lehrer:innengewerkschaft und ist besonders hart.

In einem offenen Brief, welcher der Tageszeitung „Die Presse“ seit Dienstag (29. März) vorliegt, wendete sich der Wiener Pflichtschullehrer:innenvertreter Thomas Krebs von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter direkt an Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). Laut Krebs bräuchte es vom Bildungsministerium und der Bildungsdirektion viel mehr Unterstützung, wie Krebs schreibt: „Stattdessen entpuppen sich das Ministerium und seine Sektionen als Belastung, als Erschwernis (...).“

Kritik an Bildungsministerium, Empfehlung eines Betriebsurlaubes

Besonders kritisiert wird vom Wiener Pflichtschullehrer:innenvertreter, wie das Bildungsministerium arbeiten würde, heißt es in dem offenen Brief: „Ihr Haus scheint so zu agieren, als gäbe es weder Pandemie noch Krieg und jede der Sektionen im Bildungsministerium spuckt unkoordiniert ein überflüssiges Projekt nach dem anderen aus.“ Mit dem Krieg bezieht sich Krebs auf die vielen jungen Geflüchteten aus der Ukraine, die sich nun an Österreichs Schulen befinden. Keine einfache Aufgabe für das Lehrpersonal, das mit Corona ohnehin schon viel zu tun hat.

Für den Pflichtschullehrer:innenvertreter Krebs wirke das Bildungsministerium derzeit so, „als würde die rechte Hand nicht wissen, was die linke tut“. In einem sarkastischen Ton empfehlt man im offenen Brief dem Ministerium sogar eine Pause: „Kann das Ministerium nicht einmal schließen und einen Monat Betriebsurlaub machen, damit wir in den Schulen durchatmen können und uns auf unsere eigentlichen Aufgaben konzentrieren können?“ Sollte sich das Ganze nicht bessern, heißt es vom Gewerkschafter, müssen man sogar mögliche Boykottmaßnahmen andenken.

Minister Polaschek reagiert auf Kritik, Schüler:innen zeigen sich unzufrieden

Bildungsminister Polaschek und sein Ministerium zeigen Verständnis für die scharfe Kritik, wie es in einer Stellungnahme gegenüber „Die Presse“ heißt. Man verstehe, dass die Lehrkräfte und Schulleitungen derzeit stark belastet sein würden. Deshalb habe man eine „Reihe von Entlastungsmaßnahmen“ entschieden. Damit ist unter anderem der Beschluss gemeint, dass nach den Osterferien an den Schulen nur noch einmal pro Woche ein PCR-Test durchgeführt werden wird, anstatt der bisherigen drei. Was den Aufwand und die Organisation betrifft, sicherlich eine Entlastung für die Lehrer:innen. Was die Sicherheit an den Schulen betrifft, aufgrund der immer noch hohen Neuinfektionszahlen eher fragwürdig.

Ähnlich sieht es auch die Schüler:innenvertretung, die von der anstehenden Änderung bei den Schultests nicht begeistert ist. Man hätte sich nämlich weiterhin drei Tests pro Woche gewünscht, wie es von Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) heißt: „Die Teststrategie, wie wir sie kennengelernt haben, war die vergangenen Wochen essenziell für den gesundheitlichen Schutz von uns Schülerinnen und Schülern.“

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