1. BuzzFeed.at
  2. News

Ein Versuch, die neue COVID-19-Verordnung zu verstehen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Montage: Junge Menschen feiern in einem Nachtclub, Gesundheitsminister Johannes Rauch
In den Clubs kann auch ohne Maske gefeiert werden, wenn man einen 3G-Nachweis hat. So will es Gesundheitsminister Johannes Rauch. © Sebastien Salom-Gomis/AFP/Georg Hochmuth/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Mit eineinhalb Tagen Verspätung gibt es nun eine neue COVID-19-Verordnung. Die Masken sind zurück, aber wann und wo? Ein Versuch, durchzublicken.

Früher sprach man vom „virologischen Quartett“, tagtäglich gab es Pressekonferenzen von dem ungleichen Kleeblatt. Auch bei der Verkündung neuer Verordnungen standen sie mit immer größerem Abstand zueinander Seite an Seite: der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz, der einstige Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP), der mittlerweile zurückgetreten Gesundheitsminister Rudi Anschober sowie Vize-Kanzler Werner Kogler, immer noch in Amt und Würden (beide Grüne). Wegen jeder noch so kleinen Kleinigkeit trat man zu viert vor die Kameras, um zu präsentieren, wozu im Regelfall auch eine Person imstande gewesen wäre.

Ganz anders das Bild Mittwoch am späten Nachmittag, als es mit gehöriger Verzögerung galt, die gefühlt 87. COVID-19-Verordnung zu verkünden. Pressekonferenz? Gab es keine. Lediglich eine Aussendung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wurde verschickt. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne), erst seit wenigen Wochen im Amt, war für die ab 5. März geltenden Öffnungen nicht verantwortlich und ruderte nun mit den Maßnahmen aufgrund der hohen Infektionszahlen zurück. In einer kurzen Stellungnahme am Mittwoch meinte er auf die Verzögerung angesprochen: „Die sehr intensiven Verhandlungen innerhalb der Koalition zu diesen Maßnahmen haben deutlich länger gedauert, als wir uns das alle gewünscht hätten.“ Jo eh.

Die Maske kommt zurück

Was das jetzt alles bedeutet? Es ist sehr kompliziert, und glaubt man den eiligst durchgeführten Straßenumfragen kennt sich wieder einmal niemand aus. Kleiner Spoiler, solltest du in Wien leben: Für dich gelten die neuen Bestimmungen wahrscheinlich nur bedingt, die Bundeshauptstadt wird wie immer einen eigenen, strengeren Kurs fahren. Solltest du in einem der anderen acht Bundesländern leben: Die Maske kommt zurück.

Was heißt das jetzt für alle? Schon ab Donnerstag gilt wieder österreichweit die generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen, also etwa am Arbeitsplatz, aber auch im gesamten Handel, bei körpernahen Dienstleistern, in Kultureinrichtungen. Jetzt wird es tricky: Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit zugewiesenen Sitzplätzen ab 100 Personen, wie etwa im Kino, im Theater oder in der Oper, muss man eine FFP2-Maske tragen.

Aber: Gibt es bei Veranstaltungen, im Beamtensprech sogenannte „Zusammenkünfte“, ab 100 Personen keine zugewiesenen Sitzplätze, haben die jeweiligen Veranstalter:innen die Wahl: bei einer eine 3G-Kontrolle fällt die Maskenpflicht weg, auch in der Nachtgastronomie. Verständlich, dass auch Branchenvertreter:innen mit Unverständnis reagierten. Wer jetzt Sorge hat, auch daheim Maske tragen zu müssen: Nein, musst du nicht. Auch bei Proben oder „künstlerischen Darbietungen in fixer Zusammensetzung“, also Konzerten oder Theateraufführungen, scheidet die Maskenpflicht aus.

Die neue Quarantäne-Regel verärgert viele

Auch eine neue Quarantäne-Regel gibt es. Wer positiv getestet ist, muss sich ab dem fünften Tag bei mindestens 48 Stunden ohne Symptome nicht mehr freitesten. Allerdings gibt es für weitere fünf Tage eine sogenannte „Verkehrsbeschränkung“ - wieder so ein schönes Wort. Jedenfalls heißt das, dass man eine FFP2-Maske bei Kontakt mit anderen Personen tragen muss, auch innerhalb des privaten Wohnbereichs, also zu Hause. Auch Großveranstaltungen sollte man meiden.

Arbeiten darf man allerdings doch, was für Ärger bei Personalvertreter:innen gesorgt hat. Rauch darauf im Ö1-Morgenjournal am Donnerstag: „Ich weiß das. Niemand muss arbeiten gehen, wenn er krank ist. Aber es gibt die Möglichkeit, das zu tun.“ Diese neue Quarantäne-Regel sei eine „explizite Bitte“ aus den Spitälern sowie den Alten- und Pflegeheimen gewesen, also ausdrücklich gewünscht, so Rauch. Auf dass das nicht von so manchen Arbeitgeber:innen ausgenutzt wird. Klar und verständlich ist jedenfalls etwas anderes.

Auch interessant

Kommentare