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Über den Social Media-Kanal „Bait“ soll Österreichs Jugend das Fact-Checking lernen

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Von: Sophie Marie Unger

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Team von Bait Thomas Prager, Tim Dombrowski und Anastasia Lopez.
Das „Bait“-Team geht gegen Fake News vor. ©  Marko Laitinen

Täglich tummeln sich hunderte Falschmeldungen auf TikTok und Instagram. Das hat zuletzt auch der Ukraine-Krieg deutlich gemacht. Ein neuer Social Media-Kanal soll gegensteuern.

Zurzeit kursieren manipulierte Fotos, Falschaussagen und sogar Deepfake-Videos im Netz herum. Dass es Fake News gibt, wissen mittlerweile schon alle. Doch diese von echten Nachrichten zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach. BuzzFeed hat hierfür bereits einen Ticker eingerichtet, der Falschinformationen zum Ukraine-Krieg richtigstellt und die Informationslage im Netz etwas übersichtlicher macht. Doch wäre es nicht eigentlich noch effektiver, auf den Plattformen, auf denen Jugendliche die meiste Zeit verbringen, Fact-Checking zu betreiben? Das haben sich auch einige österreichische Journalist:innen und Medienexpert:innen gedacht und den Social Media-Kanal „Bait“ ins Leben gerufen.

Gerade die derzeitigen geopolitischen Spannungen zeigen noch einmal deutlich auf, dass es an glaubwürdigen Instanzen fehlt, die Jugendlichen dabei helfen, die teilweise haarsträubenden Informationen, die sie tagtäglich auf ihren Smartphones bekommen, einzuordnen. Dafür muss man dort sein, wo sich Jugendliche wirklich informieren, ihren Sehgewohnheiten entsprechen und ihre Sprache sprechen.

Mitglied von „Bait“ Tim Dombrowski

Was genau hat „Bait“ vor?

Der Social-Media-Kanal „Bait“, konzipiert von den vier Journalist:innen und Medienexpert:innen Tim Dombrowski, Anastasia Lopez, Thomas Prager und Iris Strasser, richtet sich an 13- bis 19-Jährige, und zwar dort, wo man sie am besten erreiche: auf TikTok und Instagram. Ziel sei die Vermittlung von Techniken, um selbstständig Falschinformationen erkennen zu können und das Wissen darüber auch an Freund:innen weitervermitteln zu können. „Falschmeldungen verbreiten sich vor allem unter Jugendlichen rasant. Die Richtigstellungen traditioneller Medien erreichen sie aber kaum, da sie dem Medienkonsum von Jugendlichen nicht entsprechen. Wir wollen auf genau dieses Problem reagieren“, meint Prager.

Wer steht dahinter?

Bei Tim Dombrowski und Thomas Prager handelt es sich um die Gründer des „Digitalen Kompass“ - ein Institut für Nachrichtenkompetenz und digitale Bildung. Mit Medienkompetenz-Workshops an Schulen möchte man bereits früh den Blick für Soziale Medien und ihre Gefahren schärfen. Zudem treibt das Institut die wissenschaftliche Forschung rund um das Thema voran.

Anastasia Lopez ist prämierte Digitaljournalistin (für die „Zeit im Bild“ und Ö3) und ebenfalls an Schulen im Bereich der Medienkompetenz tätig. Iris Strasser gründete bereits das Jugendmedium „Die Klette” und versteht sich als „Bindeglied zwischen der Redaktion und der Gen Z“. Sie weiß genau, wo es bei den Jugendlichen hakt und welchen Herausforderungen sie sich hinsichtlich Pandemie und Ukraine-Krieg derzeit stellen müssen.

Wie weit ist der Kanal?

Im vorigen Jahr entwickelte das Team in Zusammenarbeit mit weiteren Medienexpert:innen und österreichischen Jugendlichen ein journalistisches und grafisches Konzept, sowie erste Prototypen. In den nächsten Wochen soll ein Crowdfunding starten, das das Projekt endgültig auf Schiene bringen soll.

Aber nicht nur in den Sozialen Medien sind wir mit Fake News konfrontiert, auch traditionelle Medien greifen diese immer wieder auf und verbreiten sie - das hat nun auch der Presserat festgemacht.

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