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Fachhochschulen fühlen sich benachteiligt und fordern „faire Wettbewerbsbedingungen“

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links Studierenden vor einem Computer und rechts Bildungsminister Martin Polaschek auf einer Pressekonferenz.
Österreichs Fachhochschulen wünschen sich von Minister Polaschek (ÖVP) mehr finanzielle Unterstützung. ©  FHSTP/Fabian Altphart/OTS/Leonhard Foeger/Reuters/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Fachhochschulen werden in Österreich zu immer wichtigeren Institutionen - sowohl zur Ausbildung als auch für Forschung. Von der Politik wünscht man sich nun mehr Unterstützung.

Von der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien (WKW) über das Schloss Hofen Weiterbildungszentrum der FH Vorarlberg bis zur Theresianischen Militärakademie: Mehr als 20 Fachhochschulen gibt es mittlerweile in Österreich. Damit hat man sich in den letzten Jahrzehnten zu wichtigen Alternativen zu den österreichischen Universitäten entwickelt. Mit einem größeren Fokus auf praktischer Ausbildung versucht man nicht nur immer mehr Studierende für sich zu gewinnen, sondern auch die Forschung hierzulande voranzutreiben. Wo es noch Verbesserungsbedarf gäbe, sei jedoch die finanzielle Förderung der Politik.

Fachhochschulen „wichtige Innovationstreiber“, stabile Finanzierung aber selten

Viel diskutiert über dieses Thema wurde beim diesjährigen Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen an der FH Kärnten. Urlike Prommer, Präsidentin der Fachhochschul-Konferenz und Geschäftsführerin der IMC FH Krems in Niederösterreich, zeigt sich mit der Entwicklung der österreichischen Fachhochschulen zufrieden, wie sie in einer Presseaussendung mitteilt: „Es ist wirklich beeindruckend, mit welch hohem Engagement und Durchhaltevermögen an den Fachhochschulen die Forschung vorangetrieben wird. Hier ist enormes Potenzial an Forschungstalenten, Kompetenz, Exzellenz und vor allem Motivation und Leidenschaft vorhanden.“

Einer der größten Pluspunkte für Prommer sei, dass die Fachhochschulen tatsächlich zu den „zentralen Zukunftsthemen unserer Zeit“ forschen würden. Diese reichen von erneuerbaren Energieformen über nachhaltige Produktionsprozesse bis zu Ernährung und Gesundheit. Wo man noch schrauben müsste, sei allerdings die zur Verfügung stehende Forschungsfinanzierung: „Der essenzielle Rückfluss von Forschungsergebnissen in die Lehre ist gefährdet“, so Präsidentin Prommer.

Forderung an Politik, Bildungsminister Polaschek unter Zugzwang

Der Appell der österreichischen Fachhochschulen richtet sich direkt an die Politik - genauer gesagt an Martin Polaschek (ÖVP), Minister für Bildung, Forschung und Wissenschaft. Es benötige faire Wettbewerbsfinanzierungen in Form einer nachhaltigen Forschung durch das dafür verantwortliche Ministerium. „Jetzt müssen Taten folgen“, sagt Ulrike Prommer und wünscht sich einen besseren Dialog mit der Politik.

Minister Polaschek lässt in einem eigenen Statement keine Zweifel an der Tatsache, dass sich die Fachhochschulen als Forschungsstandpunkte etabliert hätten und „Beachtliches“ leisten würden. Einen konkreten Plan für eine nachhaltige Forschungsfinanzierung für die Fachhochschulen gibt es zwar noch nicht, er wäre aber Teil der aktuellen Verhandlungen mit der Fachhochschul-Konferenz.

Abgesehen von der aufgrund von Corona immer noch komplizierten Situation an Österreichs Schulen reiht sich die Forderung der Fachhochschulen in eine lange Liste an Aufgaben für den Bildungsminister ein. Erst vor wenigen Tagen forderte der oberösterreichische Arbeiterkammer-Präsident eine Erhöhung der Studienbeihilfe. Hier versprach Polaschek im Dezember eine Erhöhung der Beihilfe um 20 Millionen Euro. Rund fünf Monate später gibt es aber auch hier noch keine konkreten Ergebnisse.

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