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„Absolut inakzeptabel“: Organisatoren der Fußball-WM in Katar geben Ausbeutung zu

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontag von links dem Fußball der WM in Katar und rechts einem WM-Stadion.
Bis zu 84 Wochenstunden sollen die Gastarbeiter für die Fußball-WM in Katar gearbeitet haben. © Christian Charisius/dpa/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Was schon länger bekannt war, wurde nun erstmals offiziell bestätigt: Bei den Vorbereitungen zur Fußball-WM in Katar wurden Menschenrechte verletzt - mit schwerwiegenden Folgen.

Die arbeitenden Menschen für Fußballturniere in Katar wurden vom Organisationsteam der Herren-Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausgebeutet. Das berichtete am Donnerstag in der Nacht (7. April) die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Schon im Vorfeld wurden die Vorbereitungsarbeiten von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International stark kritisiert, rund sieben Monate vor Ankick hat der WM-Veranstalter die Missstände nun erstmals öffentlich anerkannt.

Amnesty International: „Schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen“

Für den Bericht hatte Amnesty International mit Sicherheitspersonal von insgesamt acht Firmen gesprochen, die für Fußballveranstaltungen in Katar engagiert wurden. Bei sechs davon stellte die Non-Profit-Organisation „schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen“ fest. Die Wachleute von mindestens drei dieser Firmen sollen bei WM-Baustellen oder Veranstaltung des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) anwesend gewesen sein.

Laut Amnesty International sollen die Zustände „teilweise Zwangsarbeit“ entsprochen haben. „Manche von ihnen mussten bis zu 84 Wochenstunden arbeiten - und das mit dem Wissen der katarischen Regierung“, schreibt die Menschenrechtsorganisation. Sogar mit Strafen soll den Gastarbeitenden gedroht worden sein. Das Organisationsteam der Herren-Fußball-WM in Katar bestätigt diese Vorwürfe in einem Statement: „Diese Verstöße waren absolut inakzeptabel und haben zu einer Reihe von Maßnahmen geführt.“

So sollen einzelne Firmen auf Beobachtungslisten oder schwarze Liste platziert worden sein, um zu vermeiden, dass sie auch bei zukünftigen Projekten dabei sind. Dabei ging es vor allem um die Veranstaltung der Club-WM 2020 und dem Arabien-Pokal 2021 in Katar. Das hängt aber direkt mit der Fußball-WM 2022 zusammen, da ja großteils in denselben Stadien wie bei den vorigen Turnieren gespielt wird und diese Austragungsorte extra für die anstehende Weltmeisterschaft gebaut wurden.

Vorbereitungen für Fußball-WM in Katar: Bis zu 15.000 Tote

Die Menschenrechtsrechtsverletzungen im Zuge der Vorbereitungen für die umstrittene Herren-Fußball-WM in Katar sind ein Thema, das schon länger im Raum steht. Schon rund ein Jahr vor dem Beginn des größten Fußballturniers der Welt veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, dass seit 2010, als Katar die WM von der FIFA vergeben wurde, rund 15.000 Gastarbeiter aufgrund von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ums Leben gekommen sein sollen.

Diese Neuigkeiten kommen zudem nur wenige Tage nach einem Auftritt, der für einiges an Aufregung sorgte. Die Rede ist von der norwegischen Verbandschefin Lise Klaveness, die vor den Augen der FIFA und den katarischen WM-Organisatoren im Vorfeld der Gruppenauslosung in Doha mit den Verantwortlichen hart ins Gericht ging. BuzzFeed Austria hat darüber bereits berichtet.

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