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Geheimes Tonband: FPÖ-Politiker entschuldigt sich für wüste Beschimpfungen

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Von: Johannes Pressler

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FPÖ-Nationalratsabgeordneter Christian Ragger spricht bei einem Interview.
Christian Ragger ist Nationalratsabgeordneter der FPÖ. © Johann Groder/EXPA/APA-PictureDesk

Aufregung in Kärnten: Bisher unveröffentlichte Tonaufnahmen zeigen den FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Ragger von einer äußerst unfeinen Seite. Mittlerweile haben sich er und seine Partei dafür entschuldigt.

Es ist nichts Neues, dass es bei politischen Diskussionen schon mal ordentlich rundgehen kann. Doch selbst hier gibt es eine gewisse Grenze, die im Normalfall nicht überschritten wird. Christian Ragger, Nationalratsabgeordneter der FPÖ, hat diese Grenze zuletzt klar missachtet, mit Konsequenzen muss der Kärntner aber wohl nicht rechten. Doch wie kam es zu dem neuen Skandal in Südösterreich?

Geheimes Tonband von Christian Ragger: FPÖ-Politiker mit wüsten Beschimpfungen

Eigentlich sollte es am Montag (2. Mai) in Klagenfurt um die Frage gehen, wie es mit dem dortigen Flughafen weitergeht. Der Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung (K-BV) entschied sich nämlich dazu, den Standort vom erfolgreichen Unternehmer Franz Peter Orasch zurückzukaufen. Christian Ragger war als Rechtsvertreter der Flughafen-Betriebsgesellschaft anwesend, geriet aber schnell in den Mittelpunkt des Geschehens. Grund ist eine bis dato unveröffentlichte Tonaufnahme des Nationalratsabgeordneten im Jänner, wo er sich zur Flughafen-Debatte in einer internen FPÖ-Sitzung überaus kritisch gegen mehrere Personen äußerte.

Der Vorstand der Kärntner Beteiligungsverwaltung, Martin Payer, sei laut Ragger „zu dumm zum Scheißen“, Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) ein „Arsch“, weil die Volkspartei die Freiheitlichen im Zuge der Hypo-Affäre schlecht aussehen gelassen habe. Die gesamte ÖVP bezeichnete der FPÖ-Politiker sogar als „schwarze Facken“. Falls du nicht weißt, was das bedeutet: „Facken“ heißt umgangssprachlich so viel wie „junge Schweine“. So ist es in den Tonaufnahmen zu hören, die anonym mehreren österreichischen Medien zugespielt wurden.

Ragger und FPÖ entschuldigen sich, nicht erster Aufreger des Nationalratsabgeordneten

So schnell die wüsten Beschimpfungen ihre Runden machten, so schnell kam auch schon die Entschuldigung von Christian Ragger. „Es ist die Wortwahl nicht die Richtige gewesen und dementsprechend möchte ich das auch klarstellen, weil es auch notwendig ist, dass auch die Bevölkerung sieht, dass man auch als Politiker manchmal in emotionale Untertöne verfällt. Am Ende des Tages muss sich jeder wieder in die Augen schauen können. Daher gehe ich davon aus, dass ich diese Entschuldigung damit platziert habe“, so Ragger nach der Aufsichtsratssitzung am Montag. Auch Erwin Angerer, Landesparteichef der FPÖ Kärnten, entschuldigte sich für den Sager seines Kollegen. Ein Rücktritt sei für Ragger - trotz Forderungen der ÖVP - kein Thema.

Was bei dieser ganzen Aufregung nicht vergessen werden sollte: Das Geheim-Tonband war nicht der erste Vorfall, in dem Ragger negativ auffiel. 2020 drohte er der „Kleinen Zeitung“ via E-Mail mit „dem Krieg“, falls diese in ihre Zeitung schreiben würde, dass der FPÖ-Politiker aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem Auto seinen Führerschein verloren habe. Die „Kleine Zeitung“ ließ sich nicht einschüchtern und veröffentlichte den Artikel trotzdem.

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