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Die Angst vor dem Heimweg: So fühlst du dich als Frau nachts etwas sicherer

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Von: Natascha Berger

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Eine Frau läuft im Dunklen durch den Park, daneben ein Screenshot einer Nachricht (Fotomontage)
„Schreib mir, wenn du zuhause bist“: Viele Frauen fühlen sich auf dem Heimweg nicht sicher. © Imago/MiS & Instagram/katarinawennstam

Beim nächtlichen Heimweg alleine haben viele Frauen stets einen Begleiter: die Angst. Wir haben Tipps für euch gesammelt, wie ihr auch im Dunklen mit einem etwas sichererem Gefühl nachhause kommt.

So gut wie jede Frau kennt das beklemmende Gefühl, wenn man nachts oder abends im Dunklen alleine unterwegs ist. Den Schlüssel in der Jackentasche fest umgriffen, sobald sich Schritte hinter einem nähern und lieber einen Umweg gehen, weil der Weg durch den nicht beleuchteten Park noch beängstigender erscheint. Das mulmige Gefühl endet meistens erst dann, wenn die Tür ins Schloss gefallen ist und die Sicherheit langsam einkehrt.

Catcalling, unangenehme Blicke und in den schlimmsten Fällen auch sexuelle Übergriffe sind unter anderen Gründe dafür, wieso Frauen sich im öffentlichen Raum anders bewegen als Männer und sich eigene Strategien zurechtgelegt haben, um sich nachts wenigstens etwas sicherer zu fühlen. Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass es vor allem auch an den Männern liegt. Denn noch so viele Tipps für einen sicheren Heimweg ändern nichts an der Tatsache, dass Frauen diese Angst haben.

Und Männer nicht. Dass Frauen von zu vielen Männern nicht respektiert werden und ein „Nein“ nicht besonders viel wert ist. Es wäre in jedem Fall besser, erst gar keine Tipps verteilen zu müssen - doch das ist leider nicht die Lebensrealität der Frauen. Und bis dahin sammeln wir hier Ideen, wie der Heimweg sicherer wird.

Nach dem Mord an Sarah Everard entfachte die Debatte über die Sicherheit von Frauen auf Straßen.
Nach dem Mord an Sarah Everard im März 2021gingen viele Menschen auf die Straßen - für mehr Sicherheit von Frauen. © IMAGO/ANP

Du musst da nicht alleine durch: Telefonieren auf dem Nachhauseweg hilft

„Meld dich, wenn du gut angekommen bist“ - diesen Satz hat jede Frau schonmal gehört, bevor sie den Heimweg alleine angetreten ist und sicherlich auch schonmal zu einer Freundin gesagt. Auch wenn sich dieser Satz fast schon zu einer Standard-Floskel entwickelt hat, ist er extrem wichtig. Und es lohnt sich auch, auf das Angebot zurückzukommen.

Denn Menschen, die auf deine Nachricht warten, ob du es sicher nachhause geschafft hast, haben oft auch nichts dagegen, ans Telefon zu gehen, wenn du anrufst. Ein Gespräch mit einem guten Freund oder einer guten Freundin sorgt dafür, dass du dich schnell sicherer fühlst und auch die Zeit auf dem sonst einsamen Heimweg schneller vergeht.

Heimwegtelefone und Apps - Unterstützungen für den nächtlichen Heimweg

Solltest du niemanden haben, der nach dem Clubbesuch noch in der Lage ist, einen Anruf entgegenzunehmen, gibt es auch Heimwegtelefone. In Linz könnt ihr euch unter der 0732/7070-3434 freitags, samstags und an Abenden vor Feiertagen von 22 bis 3 Uhr am Telefon von ausgebildeten Mitglieder der Ordnungswache begleiten lassen. Das Grazer Heimwegtelefon ist unter der Nummer +43 316 872-2277 erreichbar. Graz stellt zudem eine Heimweg-App an, in der du dich sofort verbinden lassen kannst und Notrufnummern mit einem Klick bereit hast.

Ein anderer Tipp ist die App „KommGutHeim“, in der du Familie und Freund:innen deinen Live-Standort teilen kannst und diese über deine sichere Ankunft informieren kannst. Mit der Notfall-Funktion kannst du im Ernstfall schnell deine Bekannten informieren, die eine SMS mit deinem Standort und einer Benachrichtigung erhalten. In diese Richtung gibt es mehrere Apps, sowohl für Android und iPhone.

Starke Körperhaltung, Heimweg planen und keine Musik: Diese Tipps geben Expert:innen

Auch wenn das nicht immer leicht ist und auch mal nerven kann, ist es empfehlenswert, den Heimweg gut zu planen und dunkle Gassen, Feldwege oder Wälder alleine zu vermeiden. Leider kann es in Städten oder auf beleuchteten Straßen genauso passieren, dass du dich unwohl fühlst.

Doch in Gegenden, die besser beleuchtet und sonst auch nicht ganz ruhig sind, gibt es immer noch die Möglichkeit im Ernstfall auf dich aufmerksam zu machen. Das kann schon dabei helfen, dein Sicherheitsgefühl etwas zu steigern. Ebenso solltest du achtsam sein und deine Umgebung beobachten. Expert:innen raten auch dazu, keine Musik zu hören, weil man so Geräusche besser wahrnehmen kann. Auch, wenn das natürlich leichter gesagt als getan ist und im ersten Moment ein komisches Gefühl verursachen kann.

Neben der Wegplanung, im besten Fall einer bekannten Stimme am Telefon und einem achtsamen Auge, ist es auch empfehlenswert, eine selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen. Eine aufrechte Haltung, die Schultern zurück und den Blick nach vorn statt auf den Boden gerichtet sollen abschreckend wirken.

So können Männer dafür sorgen, dass sich Frauen nachts sicherer fühlen

Im Endeffekt sind an dieser Stelle jedoch wie bereits erwähnt vor allem die Männer in der Bringschuld. Das empfehlen wir dir, falls du ein Mann bist, und nachts Frauen nicht in Angstsituationen versetzen möchtest:

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