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Kommt die Pille für den Mann doch noch? Forschenden gelingt ein Durchbruch

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Von: Jana Stäbener

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Anitbabypille und ein Paar, das sich küsst.
Dank neuer Forschungsergebnisse zu Retinsäure-Rezeptoren könnten wir bald eine Antibabypille für den Mann bekommen (Symbolbild). © Paul von Stroheim, MASKOT/IMAGO (Collage)

Ein Drittel aller Frauen schluckt die Antibabypille. Die Pille für Männer dagegen lässt auf sich warten. Forschende haben nun jedoch etwas Neues entdeckt.

Dass es für Männer im Jahr 2022 immer noch nur zwei Verhütungsmethoden gib: die Vasektomie, also die Durchtrennung des Samenleiters und das gute, alte Kondom, ist ziemlich wenig. Dabei gab es immer wieder Versuche, eine hormonelle Pille für den Mann zu entwickeln. Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Akne blieben bei diesen Pillen jedoch nicht aus. Keine Antibabypille für den Mann schaffte es deshalb auf den Markt.

Moment mal, denkt man sich, wenn man als Frau die Pille selbst nimmt: diese Nebenwirkungen haben Frauen doch genauso. Lange Zeit galten diese Nebenwirkungen trotzdem als Argument, keine Antibabypille für den Mann auf den Markt zu bringen. Das zieht nun jedoch nicht mehr. Denn: Forschende der University of Minnesota haben ein neues Medikament namens YCT529 entwickelt, das nicht auf das männliche Hormon Testosteron einwirkt, sondern auf ein Protein – den Retinsäure-Rezeptor Alpha.

Pille für den Mann: Neues Medikament reduziert die Spermienzahl drastisch

Die neuen Ergebnisse der Forschenden aus Minnesota wurden am 23. März 2022 auf der Frühjahrstagung der American Chemical Society vorgestellt. Es sind bahnbrechende Forschungsergebnisse, denn das neue Medikament namens YCT529 zielt nicht wie andere orale Verhütungsmittel auf den Hormonhaushalt ab, sondern dockt an den Retinsäure-Rezeptor Alpha an und reduziert so die Spermienzahl.

Getestet wurde der Wirkstoff bisher an Mäusen, die mit der Einnahme von YCT529 unfruchtbar wurden. Schwangerschaften im Mäuse-Stall verhinderte das Medikament mit einer Sicherheit von 99 Prozent, was an die Antibabypille für Frauen herankommt. Vier bis sechs Wochen, nachdem die Mäuse das Medikament abgesetzt hatten, stieg die Spermienzahl und Fruchtbarkeit wieder an. Außerdem hatte keine Maus ernsthafte oder besorgniserregende Nebenwirkungen – ein großer Erfolg.

Die bisher größte Hoffnung auf eine Pille für den Mann

Nach den Tierversuchen stehen für das neue Medikament YCT529 jetzt die klinischen Studien an. Die Forscher:innen sind jedoch allesamt optimistisch, dass es da keine bösen Überraschungen gibt. „YCT529 ist von allen Verhütungsmitteln für Männer am weitesten fortgeschritten“, sagte Gunda Georg, eine medizinische Chemikerin an der University of Minnesota gegenüber The Daily Beast. Das Team sei begeistert von dem neuen Wirkstoff und konnte diesen bereits bei einem US-amerikanischen Unternehmen lizenzieren. Die klinischen Versuche begännen dann im Jahr 2023 – wenn alles weiterhin nach Plan verlaufe.

Sie sieht in dem neuen, nicht-hormonellen Medikament auch einen Türöffner für andere neue Verhütungsmittel – gerade für den Mann. Der könne ruhig auch mal die Last der Verhütung übernehmen, meint Gunda Georg gegenüber The Daily Beast. Eine Last ist von der Verhütung bis zur ungewollten Schwangerschaft – und das meistens für die Frauen. In diesem Artikel gehen wir noch einmal darauf ein, dass Schwnagere von Organisationen wie Pro Femina immer noch menipulativ zu Abtreibungen beraten werden.

Du willst mehr zu diesem Thema lesen? Dann schau dir hier an, warum es großartig ist, es während der Periode zu tun.

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