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Die Hälfte aller neuen Disney-Charaktere könnte schon bald queer sein

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Von: Helena Dimmel

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Disney Logo und Mitarbeiter Proteste beim Konzern
Disneys bekennt sich nun klar zur queeren Community. © Imago/Artur Widak/Future Image

Anlässlich des gestrigen internationalen Tages der Sichtbarkeit von trans* Menschen lässt Karey Burke, die Präsidentin von Disney, bei einer internen Konferenz mit einem klaren Statement aufhorchen.

Im Rahmen der gestrigen firmeninternen Konferenz für mehr Diversität und Inklusion versprach Karey Burke, die Präsidentin von Disney General Entertainment Content, dass bis Ende 2022 mindestens 50 Prozent aller neuen Disney-Figuren entweder LGBTQIA+ oder ethnische Minderheiten sein werden. Dies geht aus Videoaufzeichnungen der „Reimagine Tomorrow”-Konferenz hervor, die von dem konservativen Journalisten Christopher F. Rufo auf Twitter geleaked wurden. In dem Clip spricht Burke davon, selbst Mutter eines Transgender- und eines pansexuellen Kindes zu sein. „Ich fühle mich verantwortlich dafür, nicht nur für mich, sondern für viele von uns aus der LGBTQIA+ Community zu sprechen”, sagte sie. 

Wenig später verkündete Vivian Ware, Disneys Chefin für Vielfalt und Inklusion, in der gleichen Konferenz zudem eine Policy-Änderung in Disney-Themenparks. Besucher:innen von Disney World & Co würden in Zukunft nicht mehr als „Damen und Herren, Jungen und Mädchen“, sondern als „Träumer:innen“ und „Freunde“ angesprochen werden. Man gehe nicht mehr davon aus, dass kleine Mädchen „Prinzessin“ genannt werden wollen.

Disneys Angestellte fordern schon länger ein LGBTQIA+ Bekenntnis

Disneys klares Bekenntnis zur queeren Community kommt für viele wenig überraschend: Erst vor zwei Wochen hatten Mitarbeiter:innen der Walt Disney Company Streiks gegen ein neues Gesetz im Bundesstaat Florida organisiert - die Firma beschäftigt dort rund 75,000 Angestellte. Der umstrittene Gesetzesentwurf, der von Kritiker:innen als „Don’t Say Gay“ (“Sag nicht schwul”)-Gesetz bezeichnet wird, verbietet jegliche Diskussion über Sexualität und Geschlechtsidentität an Schulen.

 
Disneys Geschäftsleitung inklusive CEO Bob Chapek hatten sich in einer internen Mitarbeiter:innen-E-Mail gegen die Gesetzesvorlage ausgesprochen, aber geweigert, das Gesetz öffentlich zu verurteilen. Chapek rechtfertigte sich wenig später in einem Interview: Die Führung von Disney stehe „eindeutig zu LGBTQIA+-Mitarbeiter:innen“, Unternehmenserklärungen aber würden „sehr wenig dazu beitragen, dass Ergebnisse oder Meinungen sich ändern“. 

Seitdem organisieren die Mitarbeiter:innen von Disney laut dem Twitter-Account @DisneyWalkout täglich 15-minütige Streiks. In einem offenen Brief auf der zugehörigen Website WhereIsChapek.com heißt es: „Als Gemeinschaft wurden wir in eine unmögliche und unhaltbare Position gezwungen. Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, um die Walt Disney Company davon zu überzeugen, Mitarbeiter und ihre Familien angesichts eines solchen offenen und kompromisslosen Fanatismus zu schützen.“ Mit den Aussagen von Disneys Präsidentin Karey Burke liegen nun erstmals konkrete Maßnahmen vor, wie das Unternehmen die Inklusion der LGBTQIA+ Community vorantreiben will.

Netflix hat auch ein paar Neuerungen geplant.

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