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Frankreichs Präsident sagt Endometriose den Kampf an, nachdem die Krankheit lange Zeit ignoriert wurde

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Frau, die Krämpfe hat.
Frankreich will mehr Geld in die Erforschung und Behandlung von Endometriose stecken. © Ludovic Marin/APA-PictureDesk/Shotshop/Imagi/BuzzFeed Austria

Emmanuel Macron hat einen nationalen Plan gegen Endometriose angekündigt. Er will mehr Geld in die Erforschung, Behandlung und Aufklärung der Erkrankung stecken.

Endometriose ist die zweithäufigste gutartige, gynäkologische Erkrankung. Etwa jede zehnte als Frau gelesene Person ist davon betroffen. Dennoch wissen wir noch viel zu wenig über die Krankheit, weil sie bisher noch nicht ausreichend erforscht wurde.

In a Nutshell

Diagnose und Behandlung von Endometriose soll verbessert werden

Zwischen zwei und vier Millionen als Frau gelesene Personen in Frankreich leiden an Endometriose. Auf der ganzen Welt sind es nach offiziellen Angaben 180 Millionen Patientinnen. Mediziner:innen sind sich aber sicher, dass tatsächlich viel mehr Menschen mit der Krankheit leben. Endometriose wird bei vielen Betroffenen oft jahrelang nicht erkannt oder sogar fehldiagnostiziert. Und das, obwohl die Krankheit, bei der Uterus-Schleimhaut außerhalb des Uterus wächst, bereits 1860 entdeckt wurde.

„Endometriose ist nicht nur ein Problem für die betroffenen Frauen, es ist ein Problem der Gesellschaft“, erklärte Frankreichs Präsident am 11. Jänner auf Twitter. Die Erkrankung ist bei Französinnen der häufigste Grund für Unfruchtbarkeit. Ein neuer „nationaler Plan“ soll nun helfen, die Krankheit besser verständlich zu machen und Bewusstsein dafür zu schaffen. So soll nicht nur die Diagnose, sondern auch die Behandlung der Betroffenen verbessert werden. Mehr Geld soll außerdem in die Erforschung von Endometriose gesteckt werden. Der Großteil der neuen Strategie im Kampf gegen die Krankheit basiert auf der Arbeit von Gynäkologin und Europapolitikerin Chrysoula Zacharopoulou. Sie veröffentlichte vor Kurzem einen Bericht darüber, was Regierungen tun können, um die Behandlung und Diagnose von Endometriose zu verbessern.

Endometriose bleibt trotz starker Schmerzen häufig unentdeckt

Personen, die Endometriose haben, leiden oft an starken Blutungen und Krämpfen. Die Schmerzen können teilweise so stark sein, dass die Erkrankung den Alltag der Patientinnen beeinflusst. Obwohl die Krankheit gutartig (nicht lebensgefährlich) ist, kann Endometriose in extremen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen. Bis die Betroffenen aber endlich die richtige Diagnose erhalten, kann es mitunter Jahre dauern.

Denn lange Zeit war Endometriose eine weitgehend unbekannte gynäkologische Erkrankung. Viele Patientinnen wurden außerdem nicht ernst genommen und ihre Schmerzen als normale Regelschmerzen eingestuft. In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan, weil immer mehr Betroffene an die Öffentlichkeit gehen. Die amerikanische Autorin Lena Dunham beispielsweise spricht immer wieder öffentliche über ihre Erfahrungen mit der Krankheit. Sie ließ sich sogar den Uterus entfernen, weil ihre Schmerzen so stark waren. Umgekehrt gibt es aber auch viele Betroffene, bei denen sich die Krankheit gar nicht bemerkbar macht.

Bei Endometriose wächst Gewebe, das eigentlich nur im Uterus vorzufinden sein sollte, auch an anderen Stellen des Körpers. So können Eileiter, Eierstöcke, Beckenbauchfell, Vagina, Dickdarm, Harnblase oder sogar die Lunge betroffen sein. Das Gewebe reagiert auf Hormone und beginnt, wie auch im Uterus, zyklisch zu bluten. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. In Österreich sind laut dem Endometriosezentrum in Wien zwischen 15.000 und 70.000 Frauen betroffen. Die Dunkelziffer dürfte aber auch hier viel höher liegen.

Wir haben auch mit Rita Hofmeister, die selbst an Endometriose erkrankt ist und ein Selbsthilfebuch geschrieben hat, über ihre Erfahrungen gesprochen.

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