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Frauenkampftag im Zeichen der Ukraine: Frauen in Kriegszeiten besonders gefährdet

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Von: Emily Erhold

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Frauen flüchten aus der Ukraine
Anlässlich des Internationalen Frauenkampftages machen Politik und NGOs auf die Situation der Ukrainerinnen aufmerksam. ©  Louise Gouliamaki/Serhii Nuzhnenko/AP/APA-PictureDesk

Am 8. März ist internationaler Frauenkampftag. 2022 steht er auch im Zeichen des Ukraine-Krieges. Politik und NGOs machen auf die Situation von Ukrainerinnen aufmerksam.

Frauen und Mädchen sind im Krieg durch geschlechterspezifische Gewalt besonders gefährdet.

Frauenkampftag: Ukrainerinnen im Krieg und auf der Flucht

„Frauen und Mädchen sind besonders gefährdet, im Kriegsgebiet oder auf dem Fluchtweg Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden“, erklärte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ Dagmar Pruin anlässlich des Internationalen Frauenkampftages. 23 Millionen Ukrainerinnen sind aktuell vom Krieg betroffen. Viele von ihnen kämpfen für ihr Land, kümmern sich um zurückgebliebene Senior:innen, Kranke und Verletzte oder nehmen die Gefahren einer Flucht auf sich, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen.

„Es sind die Frauen, die sich in Krisenzeiten mutig um das Überleben und die Sicherheit ihrer Familien wie auch ihrer Mitmenschen kümmern“, erklärte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt“ in einer Presseaussendung. In Notzeiten seien Frauen und Mädchen verstärkt Gewalt, Diskriminierung und Unrecht ausgesetzt.

Seitdem die russische Invasion in die Ukraine am 24. Februar begonnen hat, befinden sich laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 1,5 Millionen Ukrainer:innen auf der Flucht. Da aufgrund der Generalmobilmachung der ukrainischen Regierung Männer zwischen 18 und 60 nicht mehr ausreisen dürfen, flüchten vor allem Frauen und Kinder. Dagmar Pruin von „Brot für die Welt“ fordert: „Für sie muss vor Ort ebenso wie auf der Flucht und in den Aufnahmestaaten dringend besondere Unterstützung sichergestellt werden.“ Pruin warnt zudem davor, dass es ohne die Überwindung geschlechtsspezifischer und struktureller Gewalt und Unterdrückung keine dauerhaft friedlichen Gesellschaften geben wird. 

Politiker:innen fordern Unterstützung für ukrainische Frauen

Auch Österreichs Politiker:innen machen anlässlich des 8. März auf die Situation der ukrainischen Frauen aufmerksam. Die ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Pfurtscheller erklärte in einer Aussendung: „Der diesjährige Weltfrauentag steht ganz unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine. Unsere Gedanken gelten allen Menschen in diesem Land, besonders aber den Frauen und Kindern, die unter den Folgen des Krieges auch ganz besonders zu leiden haben. Denn Frauen und Mädchen sind in Kriegszeiten besonders gefordert, gefährdet und verletzlich.“

Im Hinblick auf Spenden spricht die Abgeordnete auch die Notwendigkeit von Frauenhygieneartikeln, Pflegeartikeln, die ohne Wasser anzuwenden sind und Windeln an. „Für die Frauen ist ihre Lage ohnehin schon unerträglich. Wir müssen daher mitdenken und sie mit jenen Dingen ausstatten, die in der aktuellen Fluchtsituation am nötigsten sind.“

Auch die SPÖ hat am Montag auf die Situation der Ukrainerinnen hingewiesen. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner etwa sagte bei einer Pressekonferenz, Frauen seien die ersten Verliererinnen von Krisen und Kriegen. Unter den 1,5 Millionen Geflüchteten aus der Ukraine seien vor allem Mütter, Frauen und Kinder. Deswegen sei Solidarität ein Gebot der Stunde. Es benötige humanitäre Hilfe, aber auch Unterstützung für die freiwillig Helfenden in Österreich. Sie forderte die Regierung auf, hier etwas zu tun.

Bewaffnete Konflikte führen zu einer Zunahme von Gewalt an Frauen

Die Ukrainerinnen sind nicht die einzigen Frauen, deren Rechte aufgrund von Kriegen und Konflikten eingeschränkt sind. „Das passiert nicht nur jetzt in der Ukraine, sondern auch in anderen aktuellen Konfliktregionen wie in Afghanistan, im Jemen oder in Äthiopien“, betonte Reinhard Heiserer von „Jugend Eine Welt“.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass bewaffnete Konflikte zu einer Zunahme von Gewalt gegen Frauen führen. Kriegstraumata bei Soldaten können zu verstärkter Gewalt gegen Frauen und Kinder führen. Verschärft wird das auch durch die Verfestigung traditioneller Geschlechterrollen, etwa wenn Frauen und Kinder fliehen und Männer an den Fronten zurückbleiben.

Feministischer Frauenkampftag

Der feministische Frauenkampftag, auch als Internationaler Frauentag bekannt, wird jährlich am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, initiiert durch sozialistische Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Mittlerweile steht an diesem Tag aber auch der Kampf um die Rechte von marginalisierten Gruppen wie FLINTA* (Frauen, Lesben, Intersexuell, Non-binär, Transgender, Agender) im Vordergrund.

Du willst mehr über den Kampf um Gleichberechtigung erfahren? Johanna Dohnal war die erste Frauenministerin Österreichs und gilt bis heute als Ikone der Frauenbewegung.

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