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Das bedeutet es, wenn Leute vom Gender Data Gap sprechen

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Von: Emily Erhold

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Zwei männliche Crashtest-Dummys im Auto.
Es gibt zwar auch weibliche Crashtest-Dummys. Autohersteller sind aber nicht verpflichtet, mit ihnen zu testen. © Imagebroker/Imago

Es gibt viele Lücken, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter geht. Der Gender Pay Gap hat sogar einen eigenen Aktionstag. Was der Gender Data Gap ist, erfährt ihr hier:

Damit sich die Welt weiterdreht, braucht es Forschung und Datensätze - egal um welchen Bereich es sich handelt. So kann man neue Medikamente entwickeln, Städte planen oder Autos sicherer machen. Dass die Welt nicht nur von Männern bevölkert wird, ist dabei bisher gerne einmal ignoriert worden. Und dadurch entstand der Gender Data Gap.

Das bedeutet der Gender Data Gap

Jahrhundertelang hatten Frauen im öffentlichen Raum kein Mitspracherecht. Das führte dazu, dass vor allem Männer mitentscheiden konnten, wie die Welt aussieht. In wissenschaftlichen Studien und Statistiken, die zur Planung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Toiletten, zur Entwicklung von Medikamenten und Diagnoseverfahren oder zum Bau von Autos herangezogen, werden die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mann und Frau daher nicht berücksichtigt. Der Durchschnittsmensch war lange Zeit ein Durchschnittsmann. Die Geschlechter-Lücke, die dadurch entstanden ist, nennt man auch Gender Data Gap.

Gender Data Gap: Daher kommt der Begriff

Der Begriff „Gender Data Gap“ wurde 2006 in einem Dokument der „Inter-Agency and Expert Group in Gender Statistics“ verwendet. Die Agency wurde gegründet, nachdem innerhalb der UNO deutlich geworden war, dass bei Statistiken zur Bevölkerung wichtige Daten über Frauen, wie etwa Bildungsstand, Einkommen und häusliche Gewalt nicht inkludiert waren. Die Gruppe hatte sich daher das Ziel gesetzt, den Gender Data Gap durch die Erhebung Gender-spezifischer Daten zu schließen.

Dadurch beschäftigten sich anschließend immer mehr Forschungseinrichtungen und statistische Institutionen mit der Gender Lücke. Seither wird versucht, die große Kluft zwischen männlichen und weiblichen Daten zu schließen. Denn das ist wichtig, um die Gleichstellung der Geschlechter zu garantieren. Besonders bekannt wurde der Begriff Gender Data Gap schließlich im Jahr 2019 als Caroline Criado-Perez das Buch „Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ veröffentlichte. Darin wird beschrieben, in welchen Bereichen unseres Lebens ein Gender Data Gap herrscht und wie sich das auf unseren Alltag auswirkt.

Beispiele für den Gender Data Gap

Diese Bereiche wurden jahrelang auf den Durchschnitts-Mann ausgelegt:

Eine Welt für alle: Lösungsansätze

Jahrhundertelang waren es überwiegend Männer, die bestimmt haben, wie die Welt auszusehen hat und welche Aspekte des Lebens Priorität haben. Kein Wunder also, dass die Forschung und Daten, auf der unsere Welt basiert, die „andere“ Hälfte der Bevölkerung ausschließt. Um die Datenlücke zwischen Mann und Frau zu schließen, braucht es geschlechterspezifische Daten. Um das zu erreichen, braucht es wiederum Regulierung, also gesetzliche Vorgaben, die die Inklusion von Frauen in Studien und Statistiken vorgibt. Außerdem ist es auch wichtig, dass mehr Studien und Forschungsprojekte selbst von Frauen geleitet werden.

Was der Gender Pay Gap ist, könnt ihr hier nachlesen.

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