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Der Gender Health Gap zeigt, dass nicht alle Menschen gleich sind

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Von: Emily Erhold

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Fotomontage von einem Mann und einer Frau in medizinischer Behandlung.
Symbolbild: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern wird in der Medizin zu wenig beachtet. © Monkey Business 2/Shotstop/Imago/BuzzFeed Austria

Gender Gaps gibt es viele. Auch in der Medizin gibt es eine Geschlechter-Lücke. Männer und Frauen werden hier zwar gleich behandelt. Doch in diesem Fall ist das oft ein Fehler.

Der Mann als Norm, auf den alles zugeschnitten wird. Der Mann als Form, die für alle Welt passen soll. So sieht es auch im Gesundheitsbereich aus. Jahrelang wurde in medizinischen Studien, in Diagnoseverfahren und in der Behandlung nicht berücksichtigt, dass es zwischen Frauen und Männern Unterschiede gibt.

Gender Health Gap: Was ist das?

Gender Gaps bezeichnen die Unterschiede zwischen Frauen und Männer, die es aufgrund unserer Gesellschaft noch immer gibt. Sie sind die Lücken im System, die durch traditionelle Geschlechterrollen entstanden sind. Weil Frauen noch bis ins 20. Jahrhundert hinein kaum am öffentlichen Leben mitwirken konnten, galt der Mann lange Zeit als Standard-Mensch. Das zeigt sich in vielen Bereichen. So gibt es etwa den Gender Pay Gap oder den Gender Data Gap.

Der Gender Health Gap bezieht sich auf die Verfehlungen in der Medizin, wenn es um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern geht. Diese Verfehlungen kommen zum einen davon, dass klinische Studien jahrzehntelang vor allem an Männern durchgeführt wurden. Zum anderen aber auch, dass das biologische und soziale Geschlecht in der Behandlung von Krankheiten nur wenig Beachtung bekommen hat. Das biologische Geschlecht beschreibt die körperlichen und psychischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das soziale Geschlecht bezeichnet die gesellschaftlichen Erwartungen. Diese werden den Geschlechtern aufgrund von bestimmten Rollenvorstellungen bei der Geburt zugeschrieben.

Gender Health Gap: Die Beispiele

Die Liste an Beispielen für den Gender Health Gap ist lang. Hier eine Auswahl:

Gendermedizin: Fokus auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Dass Frauen und Männer unterschiedliche Körper haben, liegt auf der Hand. Dass sich aber auch das soziale Umfeld, gesellschaftliche Strukturen und traditionelle Rollenbilder auf die Gesundheit der Menschen auswirkt, ist vielen nicht bewusst. Um diese Aspekte kümmert sich seit den 90er-Jahren eine spezielle Form der Medizin: Die Gendermedizin. Sie beschäftigt sich im Speziellen mit den sozialen und psychologischen Unterschieden sowie den unterschiedlichen Symptomen und Ausprägungen von Krankheiten zwischen den Geschlechtern. Vorreiterin in diesem Feld ist die US-amerikanische Ärztin und Medizinwissenschafterin Marianne Legato. Sie machte bereits in den 80ern auf die unterschiedlichen Symptome bei Herzinfarkten aufmerksam.

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