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Homosexuelle und bisexuelle Männer dürfen in Österreich endlich Blutspenden

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Von: Sophie Marie Unger

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Sozialminister Rauch bei der Pressekonferenz
Sozialminister Rauch kündigte „Blutspende ohne Diskriminierung“ an. © Steinmaurer/APA-Picturedesk

Es ist ein Durchbruch der LGBTIQ-Community: Die Regierung hat sich auf das Ende des Ausschlusses von homosexuellen und bisexuellen Männern vom Blutspenden geeinigt.

In der Pressekonferenz vom Freitag (20. Mai) wurde bekannt gegeben, dass man sich auf einen entsprechenden Verordnungsentwurf geeinigt hat. Dieser sieht künftig vor, keine Gruppen aufgrund ihrer Sexualität auszuschließen, sondern das „individuelle Risiko“ in den Fokus zu stellen. Sprich: Von der Blutspende ausgeschlossen werden dann jene, die in den vergangenen drei Monaten mehr als drei Sexualpartner oder Sexualpartnerinnen hatten. 

Sozialminister gesteht Diskriminierung ein

Bei der von Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) und Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) abgehaltenen Pressekonferenz räumte Rauch ein, dass die bisher vollzogene Praxis „vorgestrig und diskriminierend“ gewesen sei. „Wir beseitigen damit eine vollkommen aus der Zeit gefallene Ungleichbehandlung“, so Rauch weiter. Auch wenn dies ein Meilenstein ist, der endlich erreicht wurde, gibt es einen Haken an der Sache. Der neue Verordnungsentwurf ist nicht mit einem explizierten Diskriminierungsverbot gleichzusetzen. Auf der Strecke würden dann etwa transsexuelle Menschen bleiben, die das Rote Kreuz weiterhin von der Blutspende ausschließen kann.

SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Lindner happy und besorgt zugleich

Dies sei der Erfolg des jahrelangen Einsatzes der LGBTIQ-Community, so Lindner. „Wir verdanken diesen Schritt unzähligen Aktivist:innen, die sich über Jahre eingesetzt und Druck aufgebaut haben“, erklärt er weiter. Erst im April hatten ÖVP und Grüne einen entsprechenden Antrag Lindners gegen die Stimmen der gesamten Opposition abgelehnt. Besorgt zeigt sich Lindner auch hinsichtlich des ausstehenden generellen Diskriminierungsverbotes. Die willkürliche Diskriminierung von Transpersonen durch das Rote Kreuz werde eben nicht unterbunden. „Wir werden sehr genau beobachten, ob in Zukunft wirklich ALLE Menschen, die Blut spenden wollen, das auch diskriminierungsfrei tun dürfen“, so Lindner, der auch Vorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ-Bewegung SoHo ist.

In Österreich hat es schon recht lange gedauert - Griechenland hat diesen Schritt schon vor einigen Monaten gesetzt.

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