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Ein Deal mit Jeffrey Epstein wird gegen das mutmaßliche Missbrauchsopfer von Prinz Andrew verwendet

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Links Virginia Giuffre am Weg zu einem Gerichtstermin und rechts Prinz Andrew.
Virginia Giuffre gibt an, von Jeffrey Epstein dazu gezwungen worden zu sein, mit dem britischen Royal Prinz Andrew zu schlafen. © UPI Photo/i Images/Imago/BuzzFeed Austria

Virginia Giuffre beschuldigt Prinz Andrew, sie missbraucht zu haben. Eine Einigung mit Jeffrey Epstein aus dem Jahr 2009 wird nun gegen sie verwendet.

Der mittlerweile verstorbene Epstein, der einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen unterhalten haben soll, hatte Giuffre 500.000 Dollar gezahlt, damit diese nie wieder jemandem „aus seinem Umfeld“ beschuldigt.

In a Nutshell

Vorwürfe gegen Prinz Andrew

Auch wenn Jeffrey Epstein 2019 in seiner Zelle starb, gehen die Verfahren rund um den mutmaßlichen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger weiter. Erst letzte Woche wurde seine engste Vertraute, Ghislaine Maxwell, schuldig gesprochen. Sie soll sich laut Anklage jahrelang mit jungen Mädchen angefreundet und deren Vertrauen gewonnen haben. Später rekrutierte sie die Minderjährigen dann, um mit Epstein Geschlechtsverkehr zu haben.

Auch Prinz Andrew ist in den Fall verwickelt. Eine der Hauptanklägerinnen im Prozess gegen Epstein, Virginia Giuffre, beschuldigt den Sohn der britischen Königin Elisabeth II., sie im Alter von 17 Jahren missbraucht zu haben. Epstein und Maxwell hätten sie 2001 nach London mitgenommen, wo sie gezwungen wurde, mit dem britischen Royal Geschlechtsverkehr zu haben.

Deal mit Epstein wird gegen mutmaßliches Missbrauchsopfer verwendet

Die Anwälte von Prinz Andrew hoffen nun aber, eine Anklage verhindern zu können. Ein US-Gericht hat einen Deal zwischen Giuffre und Epstein aus dem Jahr 2009 veröffentlicht. In der außergerichtlichen Einigung hatte das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer unterzeichnet, nie wieder jemandem aus dem „Umfeld“ Epsteins zu beschuldigen, der als „potenzieller Angeklagter“ gelten könne. 500.00 Dollar bekam sie dafür von dem Multimillionär, der sich diese Summe wohl locker leisten konnte.

Ist Prinz Andrew nun also eine Person aus Epsteins „Umfeld“? Schützt diese Einigung zwischen einem einflussreichen Multimillionär und einer damals Mitte 20-Jährigen den Royal tatsächlich vor einer Anklage? Wenn, es nach den Anwälten Giuffres geht: nein. Der Deal habe laut ihnen keine Relevanz für den möglichen Prozess gegen Prinz Andrew. Ein Zivilgericht in New York muss nun entscheiden, ob es einen Prozess gegen den Sohn der Queen, der wegen seiner früheren Freundschaft zu Epstein von seinen royalen Aufgaben zurückgetreten ist, geben wird.

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