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Neue Studie: Frauen, die mehr verdienen als ihre Männer, arbeiten oft auch noch im Haushalt mehr

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Von: Pia Seitler

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Frau am Laptop und Frau die Wäsche in die Waschmaschine legt.
Eine Studie zeigt: Die geschlechtsspezifische Kluft bei der Hausarbeit für Mütter, die mehr verdienen als ihre Ehepartner, wird größer. © Unsplash/Christin Hume/Pexels/Sarah Chai/Collage BuzzFeed

Die Vorstellung vom „männlichen Ernährer“ könnte dazu führen, dass Paare, bei denen die Frau mehr verdient als ihr Mann, das kompensieren wollen.

Die sogenannte Gender Pay Gap hat sich auch 2021 kaum geändert und Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich immer noch deutlich weniger als Männer. Das Argument, dass Frauen deshalb mehr im Haushalt übernehmen, damit die Männer sich auf ihre (besser bezahlte) Arbeit konzentrieren können, folge daher einer gewissen Logik, erklärt Joanna Syrda, Ökonomin an der britischen Universität Bath. Sie hat in einer Studie herausgefunden, dass es andersherum aber eben nicht so ist: Wenn Frauen in Familien mit Kindern mehr verdienen als ihre Ehemänner, leisten sie trotzdem nicht weniger, sondern sogar noch mehr im Haushalt.

Untersuchungen zeigen, dass Eltern zu werden die Arbeitsteilung bei Paaren verändert, stärker als beispielsweise eine Heirat. Eltern zu sein kostet viel Energie und Zeit, weshalb es eigentlich besonders sinnvoll wäre, die Hausarbeit effizient aufzuteilen, erklärt die Wissenschaftlerin. Wenn nun die Frau diejenige sei, die mehr verdiene, sollte eine Elternschaft dazu führen, dass sie weniger im Haushalt macht als ihr Mann. Die Ergebnisse ihrer Studie mit 6000 verheirateten heterosexuellen Paaren, die gemeinsam in einem Haushalt leben, ergaben jedoch, dass genau das nicht der Fall ist.

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Je mehr Frauen verdienen, desto mehr übernehmen sie im Haushalt

„Ich habe jedoch herausgefunden, dass die geschlechtsspezifische Kluft bei der Hausarbeit für Mütter, die mehr verdienen als ihre Ehepartner, tatsächlich größer wird – je mehr sie mehr als ihr Partner verdienen, desto mehr Hausarbeit machen sie“, sagt Sydra über ihre Studie. Hausarbeit definiert sie in der Studie als „Zeit, die mit Kochen, Putzen und anderen Arbeiten im Haushalt verbracht wird“.

Und woran liegt das? Die Ökonomin erklärt, die Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass die Vorstellung vom „männlichen Ernährer“ und eine damit verbundene Männlichkeit so stark verankert sei, dass Paare, bei denen das anders sei, versuchen, das zu kompensieren. Sie würden sich bei der Hausarbeit daher eher an konventionellen Geschlechternormen orientieren, um die Abweichung von der Norm auszugleichen.

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