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Mehr Saisontore in Deutschland als Toni Polster: Nicole Billa ist Österreichs Fußballerin des Jahres

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Nicole Billa am Fußballfeld in Luxemburg.
Nicole Billa ist Fußballerin des Jahres in Deutschland und Österreich. © Credit Eibner/EXPA/APA-PictureDesk

Nicole Billa hat etwas erreicht, was noch keine Frau vor ihr geschafft hat: Sie ist bereits zum zweiten Mal Österreichs Fußballerin des Jahres.

Zugegeben: Die von der Austria Presse Agentur veranstaltete Wahl zur Fußballerin des Jahres fand heuer erst zum vierten Mal statt. Viele Chancen gab es für die österreichischen Spielerinnen also noch nicht, um sich einen Mehrfachtitel zu holen. Nicole Billa hat die erneute Auszeichnung aber mehr als verdient. Immerhin hat die Tirolerin mehr Saisontore in der deutschen Bundesliga als jede:r andere Österreicher:in, ja auch als Fußballer-Legende Toni Polster.

Nicole Billa: Fußballerin des Jahres in Deutschland und Österreich

Nicole Billa ist österreichische Nationalspielerin und Stürmerin beim Deutschen Bundesliga-Klub TSG 1899 Hoffenheim. Die Tirolerin verhalf dem Verein, bei dem auch einmal David Alaba spielte, dieses Jahr zu seinem ersten Einzug in die UEFA Women‘s Champions League. Anfang Dezember war sie im vorletzten Gruppenspiel auch noch Matchwinnerin gegen den dänischen Verein HB Köge. Mittlerweile musste sich Hoffenheim zwar aus der Champions League verabschieden, die Fußballkarriere von Billa geht aber trotzdem erfolgreich weiter. Jetzt wurde sie zur österreichischen Fußballerin des Jahres gekürt. Und das zum zweiten Mal. Denn schon 2019 wurde die 25-jährige Torschützin in ihrem Heimatland zur besten Spielerin des Jahres gewählt.

Auch unsere deutschen Nachbar:innen sind begeistert von der jungen Stürmerin. Im Sommer wurde sie zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gekürt. Damals hatte ihr laut eigenen Aussagen erst jemand erklären müssen, dass sie die Österreicherin mit den meisten Saisontoren in der deutschen Bundesliga sei, und zwar bei den Frauen und bei den Männern. „Mir sind solche Dinge gar nicht bewusst, weil ich einfach nur auf dem Platz stehe und Spaß haben will“, erzählte sie gegenüber dem Magazin „kicker.de“.

Torschützenkönigin Nicole Billa

Insgesamt 48 Tore in der deutschen Bundesliga verdankt der TSG Hoffenheim Nicole Billa bisher. Nach 23 Saisontoren in 22 Runden holte sie sich 20/21 als erste Österreicherin in Deutschland den Titel der Torschützenkönigin. Wer jetzt denkt, ja bei den Frauen war sie halt die erste, kann sich die Liste der männlichen Torschützenkönige in Deutschland genauer ansehen. Österreicher ist da seit dem Beginn der Liste in der Saison 1963/64 keiner drauf. Österreichs Fußball-Legende Toni Polster schaffte seinerzeit beim FC Köln in der Saison 96/97 immerhin 21 Tore.

Nicola Billa lässt als österreichischen Fußball in Deutschland also ziemlich nice dastehen. In der aktuellen Saison hat sie bisher sieben Bälle ins Tor geballert. Im Rennen um die Torschützenkönigin 21/22 ist sie damit als Vierte wieder im Spitzenfeld dabei.

Nicole Billa im österreichischen Nationalteam

Auch im österreichischen Nationalteam ist Nicole Billa eine wichtige Spielerin. 37 Treffer konnte sie bisher für unsere Nationalelf schießen. 2021 stellte sie eine neue Rekordmarke auf. Innerhalb eines Länderspieljahres traf sie elfmal ins Tor. Kein Wunder, dass Teamchefin Irene Fuhrmann gegenüber österreichischen Medien nur positive Worte für ihre Spielerin findet: „Sie ist eine jener Spielerinnen, die vorangehen, Vorbilder sind und die junge Generation inspirieren.“

Frauenfußball gewinnt an Stellenwert

Vorbilder wie Nicole Billa, die übrigens neben ihrer Fußballkarriere auch in einem Kindergarten aushilft, sind im Fußball extrem wichtig. Denn Frauenfußball ist in der medialen Berichterstattung noch immer unterrepräsentiert. Das allein zeigt die von der APA organisierte Wahl, die erst zum vierten Mal auch für Fußballerinnen stattfindet. Österreichs Männer werden hingegen schon seit 1984 jährlich geehrt. Dass Männerfußball noch immer einen anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt, zeigt auch der große Gehaltsunterschied im Profifußball. Laut einer noch immer laufenden Studie von Jonas Puck verdienen männliche Fußballspieler 50- bis 200-Mal mehr als Spielerinnen derselben Liga. Ein Gender Pay Gap, der sich gewaschen hat.

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