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Frankreichs Frauen unter 25 können jetzt gratis verhüten - Österreich kann sich da etwas abschauen

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Paar vor Eiffelturm und Antibabypille.
In Frankreich müssen Frauen unter 25 nicht mehr für ihre Verhütungsmittel zahlen. © imagebroker/Imago/Annette Riedl/dpa/APA-PicturDesk/BuzzFeed Austria

Seit dem 1. Jänner 2022 bekommen Frauen unter 25 in Frankreich kostenlose Verhütungsmittel. Denn viele Menschen können sich Pille, Spirale und Co. nicht leisten.

Auch in Österreich fordern Frauenorganisationen und Mediziner:innen immer wieder Gratis-Verhütung.

In a Nutshell

Frankreichs Frauen können bis 25 kostenlos verhüten

Bisher übernahmen die französischen Krankenkassen die Kosten für Verhütung nur bei unter 18-Jährigen. Nun müssen auch erwachsene Frauen bis 25 Jahre nicht mehr in die eigene Tasche greifen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran hatte diese Änderung bereits im September angekündigt. Das europäische Land reagierte damit auf Studien, die zeigen, dass immer mehr Frauen aus finanziellen Gründen auf die Verhütung verzichten. 21 Millionen Euro bringt Frankreich für die Übernahme der Verhütungskosten jährlich auf. Bezahlt werden übrigens alle hormonellen Verhütungsmethoden wie beispielsweise die Spirale, die Pille oder das Diaphragma.

Die Regierung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron arbeitet seit einigen Jahren daran, die Rechte von Frauen zu stärken. Verhütung liegt in vielen heterosexuellen Beziehungen noch immer in der Verantwortung der Frau. Das könnte unter anderem daran liegen, dass es unzählige Verhütungsmethoden für Frauen gibt, während Männer auf Kondome oder eine Vasektomie, also die männliche Sterilisation, zurückgreifen können. Immer wieder gibt es gut gemeinte Ansätze, wie etwa die Pille für den Mann. Trotzdem macht die Forschung auf diesem Gebiet nur wenig Fortschritte.

Wer in Österreich nicht schwanger werden will, muss tief in die Tasche greifen

Auch in Österreich ist der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft Frauensache. Laut dem Verhütungsreport von 2019 sind Frauen hierzulande fast doppelt so häufig allein für die Verhütung zuständig als Männer. Und das bedeutet, dass sie mehr Geld ausgeben müssen. Denn Gratis-Verhütung gibt es nicht. Die Pille kostet immerhin bis zu 30 Euro im Monat. Längerfristige Methoden wie das Einsetzen einer Spirale können bis zu 500 Euro kosten. Laut dem Verhütungsreport greifen sechs Prozent der Frauen auf die Hormonspirale als Verhütungsmittel zurück, vier Prozent lassen sich eine Kupferspirale einsetzen.

Der Verhütungsreport zeigt auch, dass Geld hier eine große Rolle spielt. Immerhin 56 Prozent der befragten Frauen wären dazu bereit, auf eine dieser Langzeitmethoden umzusteigen, wenn die Kosten von der Krankenkasse übernommen würden. Insgesamt verhüten die Österreicher:innen nur wenig. Gleichzeitig hat Österreich laut Schätzungen eine der höchsten Abtreibungsraten Europas, nämlich etwa 30.000 bis 35.000 pro Jahr. Immer wieder fordern Fachkräfte, dass es auch Österreich Verhütungsmittel auf Krankenschein möglich macht.

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