1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Gender

Frauen zahlen für die gleichen Produkte mehr als Männer, verdienen aber weniger

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Emily Erhold

Kommentare

Bildmontage: Ein Mann und eine Frau, die Deo auftragen.
Frauen müssen im Drogeriemarkt durchschnittlich mehr zahlen als Männer. © Westend61/Shotshop/Imago/BuzzFeed Austria

Frauen verdienen zwar durchschnittlich weniger als Männer, dafür müssen sie aber auch mehr für Dienstleistungen und Produkte ausgeben. Klingt fair, oder?

Nein? Ist es auch nicht. Frauen verdienen durchschnittlich noch immer einen geringeren Bruttostundenlohn als Männer. Das nennen wir auch Gender Pay Gap. Gleichzeitig müssen sie für die gleichen Produkte und Dienstleistung tiefer in die Tasche greifen. Dieses Phänomen nennt sich auch Gender Pricing oder Pink Tax.

Der pinke Rasierer kostet mehr als der blaue

Ich stehe im Drogeriemarkt und stelle zufrieden fest, bei den Deos von Männern und Frauen gibt es kaum einen Preisunterschied. Der gleiche Hersteller verlangt für beide den gleichen Preis pro 100 ml, egal wie die Verpackung aussieht. Das einzige, das auffallend ist: das Deo-Regal, das offenbar Frauen ansprechen soll, ist wesentlich größer. Das Regal für Männer, das vor allem durch dunkle Verpackungen auffällt, ist hingegen etwas kleiner. Auch für Rasierer und Rasierschaum gibt es unterschiedliche Regale. Das eine sticht pink heraus, das andere dunkelblau bis schwarz. Auffallend ist: Die Produkte im pinken Regal sind teurer.

Zufall? Nein, wenn es nach einer 2019 veröffentlichten Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) geht. Die Autor:innen haben dabei Körperpflegeprodukte der wichtigsten Marken in den österreichischen Drogeriemärkten verglichen. Das Ergebnis: Bei Duschgels, Rasierklingen, Shampoos, Bodylotion, Augenpflege und in der Regel auch bei Deos müssen Frauen im Schnitt pro Packung um neun Euro mehr zahlen als Männer.

Bei der Reinigung zahlen wir für eine Bluse mehr als für ein Hemd

In der gleichen Studie hat das IHS auch Textilreinigungen verglichen. Wenn du wissen willst, was der Unterschied zwischen einer einfachen Baumwollbluse für Frauen und einem Baumwollhemd für Männer ist, dann bring sie zur nächsten Reinigung. Denn 96 Prozent der Einrichtungen, die diese Dienstleistung anbieten, verrechnen für die Bluse mehr als für das Hemd. 2019 zahlte eine Frau im Schnitt um 3,30 Euro mehr als ein Mann.

Auf Menstruationsartikel gibt es noch immer eine zu hohe Steuer

Lange mussten Frauenrechtsorganisationen dafür kämpfen, dass für Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden nicht mehr eine genauso hohe Steuer bezahlt werden müssen wie für Luxusartikel. Menstruierende Menschen mussten bis Jänner 2021 20 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Auf einen Besuch in der Oper gab es weniger Steuern. Seit einem Jahr liegt der Steuersatz bei zehn Prozent, also so viel bei anderen grundlegenden Dingen wie Brot und Medikamenten. Trotzdem gibt es noch Luft nach unten. Denn der Mindeststeuersatz auf Hygieneartikel liegt in der EU bei nur 5,5 Prozent.

Spitzen schneiden kostet Frauen mehr als Männer

Du gehst einmal zum Friseur, um zwei Zentimeter deiner Spitzen, aber dafür auch gleich einmal 60 Euro deines Bankkontos zu verlieren? Dann bist du definitiv eine als Frau gelesene Person. Dass Damenfriseur:innen ziemlich teuer sind, wissen wir. Laut der IHS-Studie zahlen Frauen für einen Haarschnitt 40 Prozent mehr als Männer, egal wie kurz ihre Haare sind.

Auch interessant

Kommentare