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Ein Benefizkonzert in Wien kämpft gegen Slut-Shaming an

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Von: Helena Dimmel

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Eine junge Frau mit einem Schild mit der Aufschrift „Nein heißt nein“, eine junge Frau mit Maske, auf der das Symbol für Weiblichkeit und Femismus gemalt wurde
Beim Slutwalk kannst du für Feminismus auf die Straße gehen. © Lindenthaler/Dario Oliveira/Imago/BuzzFeed Austria

Die Organisator:innen von SlutwalkWien veranstalten heute Donnerstag ein Benefizkonzert gegen Sexismus, Victim-Blaming und Rape-Culture. Der Erlös geht an autonome Frauenhäuser in Österreich. Los geht’s um 20:00 Uhr im Kramladen im 8. Bezirk.

Für Feminismus auf die Straße gehen, sich bewusst für Frauenrechte einsetzen und aktiv gegen häusliche Gewalt werden - all das sind Dinge, die es auch heutzutage noch braucht. Das zeigen nicht nur erschreckende Statistiken - laut einer Studie der EU-Grundrechte Agentur FRA ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexueller Gewalt betroffen. Sondern auch die Vielzahl der Femizide, also der Frauenmorde. Allein 2022 sind mit Stand April in Österreich zehn Frauen ermordet worden.

Die Veranstalter:innen von SlutwalkWien wollen nun auch abseits des jährlichen Protestmarsches, des „Slutwalks“, auf diese Problematik aufmerksam machen. Mit der Hilfe von Wiener Künstler:innen wie Futura und Schwesta Ebra wird am heutigen Abend ein Benefizkonzert in Wien veranstaltet. Der gesamte Erlös geht an die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser. Was den Dresscode angeht, kann man sich laut den Veranstalter:innen slutty (schlampig) anziehen oder nicht - wichtig sei, dass man sich wohlfühle. Man wolle einen sicheren Raum für alle kreieren, heißt es auf der Facebook Seite von SlutwalkWien.

Was ist eigentlich ein SlutWalk und wofür steht er?

„Nein heißt nein“, „Mein Körper gehört mir“ oder „Still not asking for it“ sind nur einige der Slogans der internationalen feministischen Bewegung „SlutWalk“, zu Deutsch: Schlampen-Spaziergang. Jährlich werden auf der ganzen Welt Märsche veranstaltet, um gegen Sexismus und für Selbstbestimmung auf die Straße zu gehen.

 „Ständig werden Frauen dazu gebracht, sich wie Opfer zu fühlen. Es wird ihnen gesagt, sie sollten gewisse Kleidung oder Make-up nicht tragen, nicht allein in der Nacht unterwegs sein, sich nicht betrinken, nicht allein sein mit jemandem, den sie nicht kennen. Dies lenkt nicht nur fälschlicherweise Aufmerksamkeit weg von dem eigentlichen Auslöser für Straftaten - nämlich dem Täter -  sondern schafft auch eine Kultur, in der Vergewaltigungen normalisiert werden“, heißt es auf der Website von SlutWalk London.

Wie alles begann

Den initialen Zündstoff für die Gründung des SlutWalks lieferte 2011 die Aussage eines kanadischen Polizisten: Frauen sollten sich nicht wie „Schlampen“ anziehen, wenn sie nicht Opfer von sexueller Gewalt werden wollen, sagte er - was kurzerhand zu einer weltweiten Protestbewegung führte. In Toronto, London und anderen Städten gingen tausende Frauen auf die Straße, um gegen Täter-Opfer Umkehr und Slut-Shaming einzustehen. Wenige Monate später wurde dann auch erstmals auch auf Wiens Straßen demonstriert.

„Für eine selbstbestimmte, feministische und antisexistische Gesellschaft nehmen wir uns den Platz, um das Wort „Schlampe“ zurückzuerobern“, hieß es seitens der Veranstalter:innen. Seitdem hat sich das transnationale Movement weltweit etabliert und gilt als eine der erfolgreichsten weiblichen Grassroot-Bewegungen. Die feministische US-Autorin Jessica Valenti sieht in SlutWalks die „erfolgreichste feministische Aktion der letzten zwanzig Jahre“. Wenn auch du das SlutWalk-Movement unterstützen willst, schau heute Donnerstag beim Benefizkonzert um 20:00 im Kramladen im 8. Wiener Gemeindebezirk vorbei.

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