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Nur ein Drittel der österreichischen Frauen hat mehr als eine halbe Stunde am Tag Zeit für sich selbst

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Frau kauft für Sohn ein und Frauenhand nimmt Wäsche aus der Maschine.
Noch immer übernehmen in gemischtgeschlechtlichen Beziehungen Frauen die Verantwortung für den Haushalt. © Panthermedia/Yay Images/Imago/BuzzFeed Austria

Laut einer aktuellen Studie ist die Aufgabenverteilung im Haushalt noch immer extrem ungerecht. Frauen übernehmen beispielsweise 82 Prozent des Wäschewaschens.

Lange Zeit war die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau klar getrennt. Doch die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt. Die Geschlechter sind in vielen Aspekten gleichberechtigt (in vielen leider immer noch nicht. Stichwort: Gender Pay Gap, Gender Data Gap und und und...). Frauen sind nicht mehr nur für den Haushalt zuständig. Viele von ihnen arbeiten und machen Karriere.

Der Arbeitsmarkt, der vor noch nicht allzu langer Zeit eine von Männern dominierte Domäne war, ist nun offen für alle Geschlechter. Umgekehrt sollte man meinen, dass Haushaltsarbeit, die lange Zeit von Frauen gemanagt wurde, jetzt endlich auch nicht mehr nur Frauensache ist. Eine Studie der Vorwerk GmbH gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut TQS beweist aber das Gegenteil. Befragt wurde 500 Österreicher:innen, die in gemischtgeschlechtlichen Beziehungen leben.

Frauen haben die Hauptverantwortung fürs Putzen, Kochen und Kinder betreuen

Laut der Studie bleibt der Großteil der Hausarbeit noch immer an den Frauen hängen. 82 Prozent geben an, sich um die Wäsche zu kümmern, während es bei den Männern nur 16 Prozent sind. 77 Prozent der Frauen geben an, zu bügeln, während diese Haushaltstätigkeit nur 14 Prozent der Männer übernehmen. 73 Prozent der Frauen putzen, bei den Männern sind es nur 12 Prozent. Die Aufgaben, die vorwiegend Männer übernehmen, reduzieren sich auf: kleine Reparaturen und das Waschen des Autos. Wir sehen: Die traditionellen Geschlechterrollen existieren auch im 21. Jahrhundert noch.

Es geht aber nicht nur darum, wer die Aufgaben erledigt. Es geht auch um die Organisation der Aufgaben und die Verantwortung über den Haushalt - die Mental Load eben. Die Mental Load bezeichnet dabei nicht die eigentlichen To-Dos, sondern die Koordinationsarbeit, also die mentale Last, die durch die Verantwortung für Haushalt und Familie entsteht. Und die liegt ebenfalls noch immer vorwiegend bei den Frauen. So hat die Studie ergeben, dass Mahlzeiten zu 66 Prozent von Frauen geplant werden, Geburtstagsgeschenke werden zu 69 Prozent von ihnen organisiert, Arzttermine werden zu 58 Prozent von Frauen vereinbart. Über die Hälfte der Frauen gibt an, dass ihre Mental Load besonders hoch ist.

Frauen fehlt die Zeit für sich selbst

Kein Wunder also, dass die befragte Frauen unglücklich sind. 77 Prozent gaben an, sich zu wünschen, dass ihr Partner mehr Aufgaben übernimmt. Zu wenig Zeit sei laut der Befragung Hauptursache für die Unzufriedenheit der Frauen. Lediglich ein Drittel gaben an, täglich zwischen einer halben Stunde und einer Stunde Zeit für sich zu haben. Bei den Männern hatten mehr als die Hälfte über eine Stunde Me-Time pro Tag. Übrigens: Männer und Frauen waren sich einig darüber, dass die Frau im Haushalt zu viele Aufgaben übernimmt. Ok cool...

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