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Upskirting und Downblousing: Das unerlaubte Fotografieren des Intimbereichs

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Von: Emily Erhold

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Symbolbild: Der Schriftzug Upskirting vor Paragrafen
Symbolbild: Upskirting ist in Österreich seit 1. Jänner 2021 strafbar. © Sascha Steinach/Imago

Unter Upskirting versteht man das unerlaubte Fotografieren oder Filmen unter den Rock oder in den Ausschnitt. In Österreich ist das seit 1. Jänner 2021 strafbar.

Doch was genau bedeutet Upskirting?

Das heimliche Fotografieren unter den Rock

Als „Upskirting“ beziehungsweise „Downblousing“ bezeichnet man das heimliche Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt. In vielen Ländern ist dieses Vorgehen strafbar - mittlerweile auch in Österreich. Selbstverständlich ist das nicht. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da konnten sich Opfer von Spanner-Fotos vor Gericht nur sehr schwer wehren. Grauzonen gibt es noch immer.

Im Supermarkt, im Bus, auf Veranstaltungen: Hat eine als Frau gelesene Person in der Öffentlichkeit einen Rock an, kann es passieren, dass ihr jemand heimlich in den Schritt fotografiert oder filmt. In extremen Fällen wird das Material später auch veröffentlicht. Für „Upskirting“-Content gibt es einschlägige Online-Foren, auch auf Porno-Websiten ist dieser unerlaubt aufgenommene Content vertreten.

Woher kommt der Begriff Upskirting?

Die Bezeichnung „Upskirting“ kommt vom Begriff „Upskirt“. Dabei wird die Perspektive beschrieben, bei der man einem Menschen unter den Rock blicken kann. Die „Upskirt“-Perspektive ist in Kunst und Kultur weit verbreitet. Eines der berühmtesten Beispiele ist das Flying-Skirt-Foto von Marilyn Monroe, bei dem der Blick unter den Rock nur angedeutet wird. Die Popsängerin Lorde veröffentlichte im Juni 2021 ein Upskirt-Foto zu ihrer Single „Solar Power“. In Japan, China und einigen arabischen Ländern wurde das Foto nur zensiert veröffentlicht.

„Upskirting“ hat allerdings nichts mit Ästhetik oder Kunst zu tun. Es ist ein unerlaubter Eingriff in die Intimsphäre einer Person. In zahlreichen Ländern wird dieser Eingriff auch strafrechtlich sanktioniert. Für viele Kritiker:innen ist der Begriff „Upskirting“ verharmlosend, da er nicht ausreichend zu erkennen gibt, dass es sich bei einer solchen Bildaufnahme um eine Form sexualisierter Gewalt handelt. Parallel zu „Upskirting“ hat sich auch der Begriff „Downblousing“ durchgesetzt, der das Filmen oder Fotografieren in den Ausschnitt bezeichnet. „Upskirting“ wird aber in den Medien häufig für beide Arten der unerlaubten Bildaufnahme verwendet.

Upskirting oder Downblousing: Fotografieren und Filmen seit 2021 verboten

In Österreich ist „Upskirting“ seit 1. Jänner 2021 verboten. Hintergrund ist das Hass-im-Netz-Bekämpfungs-Gesetz HiNBG). Der Gesetzesentwurf wurde Mitte 2020 von Justizministerin Alma Zadić gemeinsam mit Frauenministerin Susanne Raab und Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler vorgestellt. Punkte des Pakets sind das einfachere Vorgehen gegen Hasspostings, die Verschärfung des Verhetzungstatbestands, schärfere Maßnahmen gegen Cybermobbing und das Verbot von unbefugten Bildaufnahmen des Intimbereichs.

War es zunächst geplant, bereits das bloße Fotografieren mit einem Jahr Freiheitsstrafe zu sanktionieren, wurde diese Strafe noch vor Beschluss des Gesetzespakets herabgesetzt. Fotografiert man den Intimbereich einer Person, muss man nun mit sechs Monaten Freiheitsstrafe rechnen. Veröffentlicht man die Fotos aber zusätzlich, bleibt es bei einem Jahr. In Deutschland warten bei Verstoß gegen das Upskirting-Verbot bis zu zwei Jahre Haft.

Der Begriff „Upskirting“ kommt im Gesetzestext nicht vor. Der Tatbestand ist in Paragraf 120a (1-3) des österreichischen Strafgesetzbuches folgendermaßen beschrieben:

Grauzonen des Upskirting-Verbots

Zur Gänze schützt das Hass-im-Netz-Bekämpfungsgesetz aber nicht vor Spannern. Denn damit es überhaupt zum Tatbestand der unbefugten Bildaufnahme kommt, muss das Opfer die Intention haben, den Intimbereich zu bedecken - beispielsweise mit Kleidung. Wer nackt am FKK-Strand liegt und fotografiert wird, kann strafrechtlich erst vorgehen, wenn der Täter oder die Täterin die Fotos auch veröffentlicht.

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