1. BuzzFeed.at
  2. News

Wir erklären dir den Zusammenhang zwischen großen Brüsten, Rückenschmerzen und BHs

Erstellt:

Von: Helena Dimmel

Kommentare

Schwarze Frau hält sich die Brust / Frau hat Pfeile im Rücken, die Schmerzen symbolisieren
Frauen mit großen Brüsten haben oft körperliche Beschwerden. © iofoto/Panthermedia/Malte Müller/Imago/BuzzFeed Austria

Die Wissenschaft zeigt einmal mehr, dass große Brüste für die Betroffenen Beschwerden verursachen. Beim Workout können Sport-BHs Abhilfe schaffen. Dass BHs im Allgemeinen vorteilhaft sind, ist aber so nicht richtig.

Lass unser über Brüste reden. Große Brüste. Während die einen jetzt vielleicht zwecks Präferenz und so hellhörig werden, sind wieder andere nicht interessiert und wieder andere, die haben große Brüste. Und wissen genau, mit welchen Unannehmlichkeiten das manchmal einhergehen kann.

Zu hohes Brust-Gewicht führt zu Haltungsschäden

Beschwerden machen große Brüste in erster Linie im Bereich der Wirbelsäule. Ihr zusätzliches Gewicht verlagert die Haltung nach vorne, die Schultern werden nach innen gezogen und ein Rundrücken ist die Folge. Die sich daraus ergebenden Veränderungen der Zwischenwirbelscheiben führen oft zu permanenten Schmerzen.

Probleme beim Sport

Brüste (bestehend aus Bindegewebe und Fett) bewegen sich mit, wenn Frauen Sport treiben, auch wenn sie einen BH tragen. Das wird von vielen Frauen als schmerzhaft empfunden. Eine Studie des „Biomechanics Research Laboratory“ der australischen University of Wollongong aus dem Jahre 2019 hat insgesamt 355 gesunde Frauen im Alter von 18 bis 75 Jahren bezüglich Sport und Brustgröße untersucht.

Die Ergebnisse waren wie folgt: Je größer die Brüste, desto weniger körperliche Aktivität war bei den Studienteilnehmerinnen zu verzeichnen, insbesondere wenn intensivere Workouts am Plan standen. Speziell Jogging und Sport mit Hüpfbewegungen wurden von Studienteilnehmerinnen mit großen Brüsten als unangenehm empfunden.

Die Forscher:innen sprachen sich dafür aus, dass man Frauen ermutigen solle, bei körperlicher Aktivität hochwertige Sport-BHs zu tragen. Außerdem wurde eine kostenlose App entwickelt, die Frauen dabei helfen soll, ihre Brustgröße und BH-Bedürfnisse besser zu beurteilen. Einige Frauen mit großen Brüsten müssten den Forschern zufolge möglicherweise zwei BHs gleichzeitig tragen, um ausreichend Unterstützung bei Jogging & Co zu haben.

Der BH ist Teil der Lösung und Teil des Problems

Dass es Sport-BHs gibt, ist also eine gute Sache. Wenn man aber tiefer in die Thematik eintaucht, wird schnell klar, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll: Oftmals wird behauptet, dass das Tragen eines BHs das Brustgewebe entlastet und eine zusätzliche Stütze im Alltag bietet. Der französische Professor Jean-Denis Rouillon fand in einer Studie, die im Jahre 2018 endete, das Gegenteil heraus: 330 Frauen im Alter von 15–35 Jahren wurden 15 Jahre lang beobachtet. Dabei wurde festgestellt, dass das regelmäßige Tragen eines BHs (nicht beim Sport speziell, sondern im Alltag) die Brustmuskeln verkümmern ließ und letzten Endes dazu führte, dass die Brüste der regelmäßigen BH-Trägerinnen im Durchschnitt mehr absackten.

Dementsprechend führe das Weglassen eines BHs dazu, dass die eigene Brustmuskulatur trainiert wird, um das Gewicht der Brust selbst zu halten. Diese Studie wird ebenfalls von dem kulturanthropologischen Argument gestützt, dass Frauen natürlich mit allen Brustgrößen geboren werden und auch schon vor der Erfindung des BHs mit ihren Brüsten ganz normal den Alltag bewältigt haben. Dennoch wurde die französische Studie über das schädliche Tragen von BHs auch kritisiert, da die Sample Size (die Größe der Studie und die Variablen wie Brustgröße oder Alter) nicht ausdifferenziert genug waren. Mehr Studien zu diesem Thema wären also durchaus wünschenswert.

Operative Brust-Verkleinerung wird oft von den Krankenkassen nicht genehmigt

Für manche Betroffene sind die Beschwerden so schlimm, dass sie sich die Brüste verkleinern lassen möchten. Dies ist jedoch in Österreich nicht immer ein einfacher Prozess. Durch ein Mindestgewicht, das Brüste aufweisen müssen, damit eine OP bewilligt wird, kann es passieren, dass jenen Personen, die große Beschwerden haben, dennoch eine OP verwehrt wird. Laut einer Studie der Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Krankenhaus Lainz aus 2003 könne man aber meist schon kurz nach einer Brustverkleinerung eine Verringerung der Haltungsschäden verzeichnen, weshalb Krankenkassen die Bewilligung erleichtern sollten.

Die Kosten eine Brustverkleinerung liegen im Schnitt in Österreich zudem kaum über denen einer Behandlung der Folgeschäden, heißt es in der Studie. Derzeit müssen dennoch viele Patientinnen immer noch wegen der „Kilo-Hürde“ der Krankenkassen die vollen OP-Kosten (ab rund 3500 Euro) auf sich nehmen.

Auch interessant

Kommentare