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Neuer Kandidat zur Hofburg-Wahl: 11 Fakten, die du über Gerald Grosz wissen musst

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Von: Johannes Pressler

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Gerald Grosz auf einer Pressekonferenz, im Hintergrund das BZÖ-Logo.
Vom ehemaligen BZÖ-Chef zum BP-Wahl-Kandidat: Gerald Grosz startet in den Hofburg-Wahlkampf. © Gert Eggenberger/APA-PictureDesk

Vertrauter von Haider, Stammgast bei Fellner und jetzt Kandidat zur Hofburg-Wahl: Das ist Gerald Grosz.

Das Rennen um das Amt des Bundespräsidenten nimmt immer mehr Gestalt an. Viel wird seit Woche und Monaten darüber spekuliert, wer zur Hofburg-Wahl kandidieren könnte. Nach „Titelverteidiger“ Alexander Van der Bellen und dem Rockstar-Politiker Marco Pogo hat am Dienstag (21. Juni) ein weiterer Mann angekündigt, österreichischer Bundespräsident werden zu wollen. Hier sind elf Fakten über Gerald Grosz.

1. Gerald Grosz, gebürtiger Grazer

Geboren ist Gerald Grosz am 15. Februar 1977 in Graz. Seine schulische Ausbildung absolvierte er von der Volks- und Hauptschule bis zur Handelsakademie in der weststeirischen Stadt Deutschlandsberg. Der Politik widmete sich Grosz bereits im Teenager-Alter.

2. Politische Anfänge in der Steiermark

Bereits im jungen Alter von rund 15 Jahren schloss sich Grosz der rechten FPÖ und ihrer Vorfeldorganisation, dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), an. Bereits ein Jahr später fungierte der Steirer als RJF-Bezirksobmann in Deutschlandsberg. Ab 1996 wechselte er für drei Jahre in die Position des geschäftsführenden Stadtparteiobmanns der FPÖ in seiner Heimat

3. Lehre zum Kaufmann

Neben seiner Zeit als freiheitlicher Stadtparteiobmann absolvierte Grosz von 1996 bis 1999 eine kaufmännische Lehre bei einer Grazer Werbefirma. Dort lernte der Jungpolitiker Methoden, die ihm auch in den kommenden Jahrzehnten behilflich sein sollten. Grosz war im Laufe seiner nächsten politischen Stationen nämlich selten der Mann an vorderster Front, sondern verhalf seinen Parteien eher im Hintergrund zu einigen Wahlerfolgen.

4. Sprung in die Hauptstadt

1999 kam es erstmals zu einer Koalition zwischen ÖVP und FPÖ, angeführt vom schwarzen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Der Regierungsstart der Freiheitlichen bedeutet für Gerald Grosz den Wechsel aus der Steiermark nach Wien. Zuerst als parlamentarischer Mitarbeiter, wurde Grosz mit schon 23 Jahren Pressesprecher von Vizekanzler und Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ). Ganze fünf Jahre lang war Grosz im Kabinett von Haupt - bis zur Implosion der Freiheitlichen.

Gerald Grosz (links) spricht mit FPÖ-Vizekanzler Herbert Haupt.
Ein junger Gerald Grosz (links) mit dem damaligen FPÖ-Vizekanzler Herbert Haupt. © Deak Marcus E./Verlagsgruppe News/APA-PictureDesk

5. Aus Blau wird Orange

Bereits als Grosz in jungen Jahren Mitglied der FPÖ bzw. des RFJ wurde, stand der populistische und höchst kontroverse Jörg Haider an der Spitze der FPÖ. Nach einem parteiinternen Streit der Freiheitlichen kam es 2005 innerhalb der Partei zur Trennung. Jörg Haider gründete das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), Grosz schloss sich der neuen rechten Partei schnurstracks an und wechselte zurück in die Steiermark - zuerst nach Deutschlandsberg und daraufhin nach Graz als Landesobmann.

6. Treuer Verehrer von Jörg Haider

Der Wechsel von der FPÖ zur BZÖ war nur einer von vielen Momenten, wo zu sehen ist, wie sehr Grosz den 2008 verstorbenen Haider verehrt. Der Steirer war sogar mitverantwortlich für die Einführung der „Jörg-Haider-Medaille“. Ausgerechnet am zehnten Todestag erhielt FPÖ-Chef und einstiger Haider-Kontrahent Heinz-Christian Strache diese „Ehrung“. Grosz bezeichnet den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann als „Giganten der Republik“.

7. Spät, aber doch zum Parteichef

Mit dem Tod von Jörg Haider ging es langsam, aber stetig mit dem BZÖ bergab. Im Oktober 2013 landete Grosz jedoch nochmal ganz an die Spitze der mittlerweile kleinen Partei. Bis März 2015 war er führender Bündnisobmann. Bei seinem Rücktritt gab der Steirer bekannt, sich fortan auf seine Tätigkeiten als Unternehmer konzentrieren zu wollen.

8. Stammgast bei „OE24.TV“

Es sollte auch nur knapp zwei Jahre dauern, dann sprang Gerald Grosz wieder ins Rampenlicht. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig politische YouTube-Videos und ist Stammgast in den Diskussionssendungen von „OE24.TV“ mit Wolfgang Fellner. Nach einiger Zeit im regelmäßigen Streitgespräch mit dem Politikberater Rudi Fußi battelt sich Grosz mittlerweile wöchentlich mit dem Aktivisten und Kolumnisten Sebastian Bohrn Mena. Für das Ohr sind diese meist wilden Diskussionen eine Zumutung - die Reichweite, die Grosz hier Woche für Woche erreicht, sollte aber nicht unterschätzt werden.

9. Powerhouse auf Social Media

Einer der größten Pluspunkte, der Gerald Grosz zu einem respektablen Ergebnis bei der Hofburg-Wahl verhelfen könnte, ist sein großes Publikum in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook, Instagram und Twitter zusammen hat der Steirer knapp 378.000 Follower:innen. Mitkontrahent Marco Pogo hat im Vergleich dazu auf diesen drei Plattformen nur etwas mehr als 99.000. Besonders auf Facebook ist Grosz mit 304.000 Follower:innen ein richtiges Powerhouse. Bundeskanzler Karl Nehammer kratzt hier gerade die 52.000, Bundespräsident Van der Bellen hat nur um rund 35.000 Facebook-Follows mehr als Grosz.

10. Großer Fan von Donald Trump

„Make Austria Grosz Again“. Mit diesem Slogan wird Grosz in den Wahlkampf starten. Das Ganze ist natürlich eine Anspielung auf den Spruch von Ex-US-Präsident Donald Trump: „Make America Great Again“. Generell outete sich Grosz schon des Öfteren als Trump-Fan. „Diesen Wahnsinn in der Ukraine haben wir Joe Biden zu verdanken! Die Erkenntnis, wonach Donald Trump ein wahrer Segen für Europa war, setzt sich unaufhaltsam durch“, schrieb Grosz auf Twitter im Februar dieses Jahres.

11. Grosz ist homosexuell

Was in der Mitte der Gesellschaft eigentlich keine Erwähnung mehr wert sein sollte, ist für einen rechten Politiker - zumindest offiziell - immer noch eine Seltenheit. 2013 ging Grosz in Graz mit seinem Lebensgefährten nämlch eine eingetragene Partnerschaft ein. Er war somit der erste rechte Politiker, der sein Coming-out öffentlich machte.

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