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Eine neue Jobplattform will Ukrainer:innen den Wiedereinstieg erleichtern und auch du kannst helfen

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Von: Sophie Marie Unger

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Eine junge Familie flüchtet vor dem Krieg in der Ukraine und Arbeitsminister Kocher bei einer Pressekonferenz.
Viele Geflüchtete haben auch ihren Job verloren, Österreich will sie schnell in den Arbeitsmarkt integrieren. Eine europaweite Jobplattform soll helfen. © APA Picturedek

Der Ukraine-Krieg hat mittlerweile mehr als eine Million Menschen vertrieben. Viele haben nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihren Job verloren. Ein Wiedereinstieg ins Berufsleben ist nicht leicht und hängt von vielen Faktoren ab. Eine neue Jobplattform will dabei helfen.

Vor allem in Rumänien, Polen, Ungarn, Moldau und der Slowakei kommen derzeit immer mehr Ukrainer:innen an, auch in Österreich wurden bereits Geflüchtete aufgenommen. Klar ist, dass noch Millionen weitere folgen werden. Um ihnen ein möglichst normales Leben ermöglichen zu können, einigten sich die Innenminister:innen der EU-Staaten am Donnerstag auf die bisher noch nie angewendete „Massenzustrom-Richtlinie“. Damit fallen geflüchtete Ukrainer:innen unter den Schutz der EU-Länder, in denen sie unterkommen. Sie sollen dort „notwendige Hilfe in Form von Sozialleistungen und Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts“ bekommen. Sprich: sie dürfen eine Schulen besuchen und einer Arbeit nachgehen.

Politische Rahmenbedingung vorhanden

Der politische Beschluss steht also, nun werden nur noch die juristische Details ausgearbeitet. Dann soll es Ukrainer:innen möglich sein, in Österreich einen Job anzunehmen – und zwar ohne, dass sie Prozesse für eine Arbeitsbewilligung wie bei der Rot-Weiß-Rot-Karte durchlaufen müssen. Auch ein Arbeitsmarktzugang ist vorgesehen. Wie lange diese Umsetzung in nationales österreichisches Recht dauert, bleibt abzuwarten. Es könnte aber bald so weit sein.

In Österreich fehlt es an IT-Personal

Gerade im IT-Bereich galt die Ukraine bisher als eines der wichtigsten Länder für Tech-Firmen für Offshoring. Das Land verfügt über sehr viele, gut ausgebildete Developer:innen. In Österreich fehlt es an genau jenen IT-Fachkräften. Derzeit gebe es rund 24.000 offene Stellen in diesem Bereich, in den nächsten fünf Jahren könnten es bis zu 30.000 werden, so das Arbeitsmarktservice (AMS). Die Chancen stehen also gut, dass sich Ukrainer:innen sogar in ihrem bevorzugten Jobgebiet wiederfinden.

Die neue Jobplattform UA Talents will Ukrainer:innen helfen

Oft hapert es dann aber an der Abwicklung. Dieser Problematik haben sich zwei in Berlin lebende ukrainische Tech-Unternehmer angenommen. Ivan Kychatyi und Nikita Overchyk entwickelten deshalb die Jobplattform „UA Talents“. Sie soll Geflüchteten dabei helfen, schnell wieder Arbeit zu finden. Das Angebot richtet sich aber auch an in der Ukraine gebliebene Menschen. Wie bereits berichtet, sind vor allem zahlreiche Frauen im Kriegsland geblieben, um Kranken und Senior:innen zu helfen. „Ob sie nun in anderen europäischen Ländern oder an sicheren Orten in der Ukraine leben, sie alle eint der Wille, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, um ihre Familien zu versorgen oder wieder in ihr Land zu investieren“, sagt Gründer Ivan Kychatyi.

Wie genau kannst du da mithelfen?

Die Plattform richtet sich an Unternehmen aus ganz Europa, die auf der Jobplattform ihre offenen Stellen ausschreiben können. Nach der Anmeldung haben die Firmen sofort Zugang zu dem Talentpool der Initiative. Kennst du also ein Unternehmen, das gerade auf der Suche nach Fachkräften ist, oder bist sogar selbst Unternehmer:in, dann schau doch bei der Website uatalents.com vorbei.

Dort kann man direkt Ausschreibung einreichen. Jobsuchende Ukrainer:innen können sich dann mit den Unternehmen connecten und ihre Bewerbungsunterlagen zuschicken. Das Formular ist übersichtlich und beinhaltet die wichtigsten Eckdaten wie Firmenname, gesuchte Position und das Land bzw. die Stadt, in welcher der Job angeboten wird. Als Privatperson kannst du die Jobplattform auch finanziell unterstützen, alle Erlöse der Plattform sollen für ukrainische Zwecke gespendet werden.

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