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Immer mehr Jugendliche bekommen in der Pandemie Antidepressiva verschrieben

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Von: Emily Erhold

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Junger Mensch hat sich eine Packung mit Antidepressiva um den Hals gebunden.
Die Pandemie belastet Jugendliche besonders. © Fabrice Coffrini/AFP/APA-PictureDesk

Die Pandemie belastet die Jugend. Immer mehr Zehn- bis 19-Jährige bekommen deshalb Antidepressiva verschrieben.

In ganz Österreich ist die Zahl der Verschreibungen während der Pandemie um 41 Prozent gestiegen. Alleine in Oberösterreich waren es 40 Prozent mehr Jugendliche, denen ein Rezept für Antidepressiva ausgestellt wurde. Drei Viertel davon waren junge Frauen und Mädchen.

In a Nutshell

5.000 Zehn- bis 19-jährige Österreicher:innen bekommen Antidepressiva

Wie der Dachverband der Sozialversicherungsträger nun mitteilte, wurden vergangenen Herbst 5.000 Zehn- bis 19-Jährigen in Österreich Antidepressiva verschrieben. Alleine in Oberösterreich waren es 1.270. Die Zahlen steigen während der Pandemie stark an, um insgesamt 41 Prozent unter den Jugendlichen. Expert:innen sehen diesen Anstieg als alarmierend.

Grund ist die hohe Belastung durch die Corona-Krise. Schon beim 8. Kinder- und Jugendsymposiums des Dachverbands der Sozialversicherungen im November betonte Peter Lehner, Co-Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, dass Österreich einen stärkeren Fokus auf Kinder- und Jugendgesundheit legen müsse. „Corona zeigt die Schwachstellen und Defizite schonungslos auf“, so Lehner und fügte hinzu: „Wir müssen ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein bei den jungen Menschen schaffen. Gesundheitskompetenz gehört in die Klassenzimmer und in den Unterricht.“

Auch die Gesundheitspsychologin Caroline Erb sieht Ausbaubedarf bei der psychologischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen. „Die Kinder- und Jugendversorgung ist hierzulande seit Jahren hier defizitär.“ Die Pandemie trifft junge Menschen in einer sensiblen Entwicklungsphase. „Ich glaube, die Erfahrungen, die man als junger Mensch normalerweise macht, kommen in der Pandemie zu kurz. Gegen die Eltern rebellieren, verreisen, spontane Partys: Junge Menschen müssen sich ausprobieren, um ihre Identität wahrzunehmen“, so die Psychologin.

Fehlende Perspektive in der Corona-Krise

Das hin und her zwischen Distance Learning, die sich ständig ändernden Corona-Maßnahmen und die fehlende Perspektive in der Pandemie treffen die junge Generation besonders hart. Erst letzte Woche gingen österreichische Schüler:innen aufgrund der Bildungspolitik während der Corona-Krise auf die Straße.

Wie sehr die Pandemie Schüler:innen belastet, erklärt uns die Psycholgin Caroline Erb hier im Interview.

Hier findest du Hilfe
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Beratungshotline Psychotherapieverband: 0512561734

Psychiatrischer Notdienst Wien: 0131330
Krisentinterventionszentrum Wien: 014069595
Corona Sorgenhotline: 01 4000 53000
Krisenhilfe Oberösterreich: 07322177
Niederösterreichisches Krisentelefon: 0800202016
Krisenhotline Salzburg: 0662 433351
Psychosozialer Krisendienst Tirol: 0800 400 120
Psychiatrische Notrufnummer Kärnten Ost: 0664 3007007
Psychiatrische Notrufnummer Kärnten West: 06643009003
Notrufnummer der Universitätsklinik für Psychiatrie Innsbruck: 050504
Sorgentelefon Steiermark: 0800221440

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