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6 Personen, die Herbert Kickl als FPÖ-Chef folgen könnten

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Von: Johannes Pressler

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Herbert Kickl spricht am Landesparteitag in Oberösterreich.
Kommt es in der von Herbert Kickl geführten FPÖ zum Machtkampf? © TEAM FOTOKERSCHI.AT/APA-PictureDesk

Steckt die FPÖ in der Krise? Aus der Not heraus gäbe es zu Parteichef Kickl zumindest ein paar Alternativen.

Krawall, Intrigen, Machtkampf. Alles Wörter, die man als Parteichef wohl eher nicht lesen möchte. Alles Wörter, die Österreichs Medien seit ein paar Tagen über den Zustand der FPÖ schreiben. „Jetzt wackelt Kickl als FPÖ-Chef“, titelt sogar das sonst FPÖ-freundliche Boulevardmedium „OE24“ am Dienstagvormittag (9. August). Grund ist der Vorfall rund um Hans-Jörg Jenewein, der vor wenigen Tagen aus der Partei ausgetreten war und kurze Zeit danach reglos in seinem Haus aufgefunden wurde. Ein Suizidversuch kann bisher nicht ausgeschlossen werden.

Der Parteiaustritt von Jenewein soll nach parteiinternen Streitigkeiten und Machtkämpfen erfolgt sein. Wie die Tageszeitung „Der Standard“ berichtete, soll Jenewein beauftragt worden sein, Gegner von Parteichef Hebert Kickl und Befürworter von Ex-Chef Heinz-Christian Strache aus der Wiener FPÖ zu drängen. Die Blauen bezeichnen das Ganze als „Rufmordkampagne“. Was auch immer daran tatsächlich stimmt, eines ist klar: In der FPÖ scheint ordentlich Feuer unterm Dach der Parteizentrale zu sein. Ein Wechsel an der Parteispitze erscheint plötzlich nicht mehr so unrealistisch. Doch wer könnte das blaue Zepter von Kickl eigentlich übernehmen?

1. Norbert Hofer

Norbert Hofer war bereits von 2019 bis 2021 Parteichef der Freiheitlichen. Nach seiner Niederlage bei der Bundespräsidentenwahl 2016 entschied er sich diesmal nicht für einen erneuten Versuch. Stattdessen konzentriert sich Hofer seitdem auf sein Amt als Dritter Präsident des Nationalrats - ein recht gemütlicher Job. Großes Interesse am FPÖ-Spitzenposten scheint Hofer nicht zu haben, hinzu kommen seine gesundheitlichen Probleme, die ihn schon letztes Jahr zum Rücktritt veranlassten. Was für Hofer sprechen würde: Sein eher ruhiges Auftreten könnte wieder etwas Ruhe in die Partei bringen, zumindest als Übergangsparteichef.

Norbert Hofer steigt aus dem Lift mit Akten und Handy in der Hand.
Norbert Hofer war bereits von 2019 bis 2021 FPÖ-Parteichef. © Georg Hochmuth/APA-PictureDesk

2. Manfred Haimbuchner

Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass Manfred Haimbuchner schon seit Jahren als zukünftiger Kandidat für den Posten des FPÖ-Parteichefs gilt. Derzeit agiert der 43-Jährige als Landeshauptmann-Stellvertreter in Oberösterreich und ist damit der mächtigste blaue Landespolitiker in ganz Österreich. Schon in der Vergangenheit kritisierte Haimbuchner die Parteigranden in der Bundesparteizentrale und versuchte sich von Kickl zu distanzieren. Im Grunde ist Haimbuchner in der FPÖ das, was seit einiger Zeit Hans Peter Doskozil für Pamela Rendi-Wagner und die SPÖ ist. Und dass Doskozil schon öfters als Rendi-Wagner-Nachfolger galt, ist ebenfalls kein Geheimnis.

Manfred Haimbuchner spricht am Landesparteitag in Oberösterreich.
Manfred Haimbuchner (FPÖ) ist Landeshauptmann-Stellvertreter in Oberösterreich. © TEAM FOTOKERSCHI.AT/APA-PictureDesk

3. Walter Rosenkranz

Seit mehreren Jahrzehnten ein Politikprofi und im Vergleich zu manch anderen Freiheitlichen großteils skandalfrei: Das ist Walter Rosenkranz. Das sind wohl auch die Hauptgründe, warum sich Parteichef Kickl dazu entschied, Rosenkranz als FPÖ-Kandidat in das Rennen um die Bundespräsidentenwahl zu schicken. Ein Sieg gegen Alexander Van der Bellen gilt als äußerst unwahrscheinlich, doch ein respektables Ergebnis könnte Rosenkranz dazu verhelfen, um als blauer Parteichef zumindest für kurze Zeit wieder etwas Ordnung in das freiheitliche Chaos zu bringen. Fraglich wäre dabei nur, wie es mit seiner Funktion als Volksanwalt weitergehen würde.

Walter Rosenkranz spricht
Walter Rosenkranz ist der FPÖ-Kandidat für die Bundespräsidentenwahl im Oktober. © Alex Halada/APA-PictureDesk

4. Susanne Fürst

Wenn wir schon bei der Bundespräsidentenwahl sind: Lange Zeit galt Susanne Fürst als große Favoritin für die FPÖ-Kandidatur. Meine These, warum sie es nicht wurde: Das Rennen gegen „Titelverteidiger“ Alexander Van der Bellen scheint chancenlos zu sein, eine Niederlage würde dem Ruf der Nationalratsabgeordneten schaden. Stattdessen versucht man es mit Fürst lieber bei der nächsten Wahl - dann ohne Van der Bellen. Oder wagt die 53-jährige Rechtsanwältin den überraschenden Sprung an die Parteispitze und knüpft mit ihrem sauberen Image an alte Erfolge der Blauen an?

Susanne Fürst spricht bei einer Pressekonferenz.
Susanne Fürst galt lange als Favoritin für die FPÖ-Kandidatur zur Bundespräsidentenwahl. © Michael Gruber/APA-PictureDesk

5. Dagmar Belakowitsch

Seit 16 Jahren ist Dagmar Belakowitsch freiheitliche Abgeordnete zum Nationalrat. Nach den vielen FPÖ-Skandalen und zahlreichen Parteiumbrüchen können das nicht viele von sich behaupten. Aufgefallen ist die Gesundheitssprecherin des freiheitlichen Parlamentsklubs in letzter Zeit vor allem durch ihre kritischen Aussagen zur Corona-Politik der Regierung. Wir erinnern uns an ihre falsche Behauptung, dass die Krankenhäuser nur wegen der vielen Impfschäden so besetzt sein würden. Dann kam der Vorfall rund um Hans-Jörg Jenewein. Der ist nämlich der jüngere Bruder von Belakowitsch. Derzeit steht Belakowitsch noch fest hinter Kickl ... noch.

Dagmar Belakowitsch auf einer FPÖ-Pressekonferenz.
Dagmar Belakowitsch ist FPÖ-Gesundheitssprecherin und die Schwester von Hans-Jörg Jenewein. © Michael Indra/SEPA.Media/APA-PictureDesk

6. Michael Schnedlitz

2020 wurde Michael Schnedlitz zum FPÖ-Generalsekretär gewählt. Den meisten Menschen in Österreich noch unbekannt, fungiert der 38-Jährige seitdem als einer der wichtigsten Männer der gesamten Partei. Schnedlitz ist Vertrauter des niederösterreichischen Landesparteichefs Udo Landbauer, seine Connections sollten nicht unterschätzt werden. Wünscht sich die Parteibasis einen Neuanfang und will trotzdem nicht auf einen kontroversen Mann an der Spitze verzichten - Schnedlitz wäre der richtige. Im November 2021 wurde sogar Schnedlitz‘ parlamentarische Immunität aufgehoben, um es der Staatsanwaltschaft Wien zu ermöglichen, wegen Verhetzung aufgrund eines Postings zu einem getöteten Kind zu ermitteln.

Michael Schnedlitz auf einer FPÖ-Pressekonferenz.
Michael Schnedlitz ist seit 2020 Generalsektretär der FPÖ. © Michael Indra/SEPA.Media/APA-PictureDesk

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