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11 verrückte Klagen gegen Unternehmen, auf die du niemals kommen würdest

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Von: Felicitas Breschendorf

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Ricola-Bonbons und eine Frau, die sich mit schmerzendem Gesicht an ihren Hals fasst.
Eine Amerikanerin verklagt laut dem Tages-Anzeiger die Marke Ricola, weil die angegebenen Kräuter nicht gegen Halsschmerzen helfen würden. © STPP/ Cavan Images/ imago/Collage/BuzzFeed

Helfen die Kräuter in den Ricola-Bonbons wirklich gegen Halsweh? Verleiht Red Bull Flügel? Wir haben elf verrückte Klagen gesammelt, die wirklich ernst gemeint waren.

Meistens sind es US-Amerikaner:innen, die mit den absurdesten Klagen in die Schlagzeilen kommen. Zuletzt warf eine Amerikanerin etwa der Schweizer Bonbon-Marke Ricola vor, Konsument:innen absichtlich zu täuschen, wie der Tages-Anzeiger berichte. Die angegebenen Kräuter auf der Verpackung seien gar nicht wirklich ein Mittel gegen Halsweh und die Verpackung würde etwas anderes suggerieren.

Egal ob es um Ricola, Red Bull, McDonalds-Kaffee oder Nutella geht: Ungenaue Werbung oder irreführende Produktbeschreibungen bieten Material für Klagen. Im Jahr 2021 wurde laut Bild mit 325 Klagen wegen ireeführender Produktversprechungen in den USA ein Höhepunkt erreicht, 2020 waren es noch 221. Nicht selten sind die Klagen erfolgreich und die Schadensersatzzahlungen riesig.

Wir haben euch die elf verrücktesten Klagen zusammengestellt.:

1. Ricola-Kräuter helfen nicht gegen Halsschmerzen

Beim aktuellsten Fall unserer Liste, hat eine Amerikanerin, laut dem Tages-Anzeiger die Schweizer Bonbon-Marke Ricola verklagt. „Made with Swiss Alpine Herbs“ – steht auf der Verpackung. Die Schweizer Alpen-Kräuter würden aber nicht wirklich gegen Halsschmerzen helfen. Einzig die Zutat Menthol soll eine schmerzlindernde Wirkung haben.

Die Klägerin aus Illinois glaubt, in der Aufschrift eine absichtliche Täuschung von Konsument:innen zu erkennen. Die Marke Ricola könne durch diesen Trick einen höheren Preis als den von üblichen Bonbons verlangen, weil man den Eindruck bekomme, dass die Ricola-Bonbons eine besondere medizinische Wirkung haben. Fünf Millionen fordert die Klägerin jetzt von Ricola. Das Unternehmen selbst erklärt gegenüber dem Tages-Anzeiger lediglich, „jederzeit sämtliche Vorschriften korrekt eingehalten zu haben“. Das Verfahren läuft noch.

2. McDonalds-Kaffee ist zu heiß

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Diese Geschichte aus dem Jahr 1992 habt ihr bestimmt schon gehört: Eine Frau verklagte McDonalds, weil ihr der Kaffee zu heiß war. Was viele vielleicht nicht wissen: Die 79-jährige Stella Liebeck hat sich laut Spiegel mit dem heißen Kaffee Verbrennungen dritten Grades zugezogen. Acht Tage lang musste sie deswegen im Krankenhaus verbringen und sogar eine Hauttransplantation durchführen lassen.

Eine halbe Million Dollar bekam die Frau als Schmerzensgeld. Das sind natürlich weit mehr als ihre ärztlichen Behandlungskosten. Seit dem Vorfall muss der Kaffee von McDonalds mit der Warnung versehen sein, dass es sich um ein Heißgetränk handelt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. In Russland kann man bei McDonalds keinen Kaffee mehr kaufen. Die Fastfood-Kette hat sich wegen des Kriegs in der Ukraine aus dem Land zurückgezogen. Die 850 russischen McDonald‘s-Filialen im Land hat vor Kurzem ein reicher Unternehmer gekauft.

3. Der arme Einbrecher!

Bei einem Einbrecher erwartet man normalerweise nicht, dass ihm ein Gericht später Geld zugestehen würde. Dem Einbrecher Terrence Dickson aus Bristol in Pennsylvania erging es anders. Bei seinem Einbruch in ein Haus schloss er sich versehentlich selbst in eine Garage ein, wie rp-online berichtet.

Zum Zeitpunkt des Einbruchs seien die Bewohner:innen im Urlaub gewesen. Aus diesem Grund habe der Einbrecher acht Tage lang in der Garage verbringen müssen. Der Einbrecher habe sich währenddessen nur von Pepsi und getrocknetem Hundefutter ernähren müssen. Später verklagte er die Bewohner:innen des Hauses. Der seelische Druck, den er gefangen in der Garage erlebte, habe zu Depressionen geführt. 500.000 Dollar wurden Terrence Dickson daraufhin zugesprochen.

4. Red Bull verleiht keine Flügel

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„Red Bull – verleiht Flüüügel.“ Dass der Energy Drink nicht im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verleiht, sollte jedem klar sein. Trotzdem hat ein US-Bürger die Firma wegen Falschwerbung verklagt, wie die Welt berichtet. Der bekannte Werbeslogan würde in die Irre führen. Der österreichische Dosenkonzern hat in den USA deshalb 13 Millionen Dollar zahlen müssen.

5. Die verunglückte Schönheits-OP

Mimi P. aus Vancouver möchte sich Fett absaugen lassen. Im Telefonbuch findet sie laut der Kölnischen Rundschau einen Dermatologen, der die Operation vornimmt. Nachdem der Eingriff schief geht, reicht sie Klage ein. Allerdings verklagt sie nicht den Arzt, wie man es erwarten würde, sondern die Telefongesellschaft. Sie habe den unqualifizierten Arzt immerhin in dem Telefonbuch gefunden. 1,2 Millionen US-Dollar Schadensersatz wurden ihr daraufhin tatsächlich zugesprochen. Ihr Ehemann erhielt zusätzlich 375.000 Dollar, weil er sich nach dem Eingriff, nicht mehr sexuell zu ihr hingezogen fühlte.

6. Rauchen ist gefährlich

Drei Zigarettenhersteller in Kanada haben nicht ausreichend vor den Risiken des Rauchens gewarnt, wie ein kandisches Gericht im Jahr 2015 entschied. Wie der Tagesspiegel berichtet, mussten die Hersteller deshalb elf Milliarden Euro Schadenersatz zahlen. Geklagt hatten knapp eine Million Kanadier:innen. Das Absurde daran: einige der Kläger:innen rauchten bereits seit den 1960er-Jahren.

7. Legende oder wahr: Die Katze in der Mikrowelle

Katzen sind beliebte Haustiere – besonders bei Millenials, bei denen 30 Prozent der Haustierbesitzer:innen ihr Haustier mehr lieben, als Ihre:n Partner:in. Eine Katze spielt auch in der Geschichte einer angeblichen Klage eine Rolle, die ähnlich bekannt sein dürfte, wie die McDonalds-Kaffee-Klage. Wieder geht es um eine ältere Frau in den USA. Ihre nasse Katze soll sie zum Trocknen in die Mikrowelle gesteckt haben, heißt es in der Geschichte, die Focus Online beschreibt. Dann gebe es zwei Erzählungen: Die Katze sei quavoll langsam gestorben oder aber in der Mikrowelle explodiert.

Die Haustierbesitzerin habe einen Schock erlitten und nach dem Tod der Katze den Hersteller um Schadensersatz verklagt. Vor Gericht sei der Frau recht gegeben worden – der Hersteller sei zu Millionen verurteilt worden. Auf Mikrowellen würden seitdem der Hinweis stehen, dass diese nicht zum Trocknen von Haustieren geeignet sei.

Soweit die Legende, bis Georg Wenglorz und Patrick Ryan von der Universität Boulder in Colorado 2003 in der Fachzeitschrift „Recht der Internationalen Wirtschaft“ in einem wissenschaftlichen Aufsatz aufklärten, dass es sich um „keine reale Begebenheit handelt“, wie Focus Online berichtet.

8. Frau stolpert über ihr eigenes Kind – und verklagt den Supermarkt

Im Jahr 2000 stolperte eine Frau aus Texas im Supermarkt. Auf 780.000 Dollar Schadensersatz habe sie daraufhin erfolgreich den Supermarkt verklagt, wie der Weser Kurier berichtet. Die Frau stolperte aber nicht über Waren oder ein Supermarktregal – sondern über ihr eigenes Kind.

9. Ausgerutscht ist ausgerutscht

Eine weiterer rutschiger Fall hat sich in Philadelphia ereignet. In einem Restaurant sei dort nach Angaben des Weser Kurier ein Streit zwischen einem Paar entbrannt. Als die Frau nicht mehr weiter wusste, schüttete sie ihrem Freund Wasser ins Gesicht. Auf dem Weg aus dem Lokal, sei sie auf dem feuchten Boden ausgerutscht. Die Frau brach sich ihr Steißbein. Obwohl sie die Pfütze durch ihre Aktion selbst verursacht hatte, habe der Restaurantbesitzer ihr 13.000 Dollar Schmerzensgeld zahlen müssen.

10. Nutella ist nicht gesund

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„Überrascht und erschrocken“ sei die Kalifornierin Athena Hohenberg gewesen, als sie erfuhr, dass Nutella kein „gesundes, nahrhaftes Essen“ sei. Die Werbung lasse den Brotaufstrich gesünder erscheinen, als er in Wahrheit ist. Sie verklagte deshalb 2012 die italienische Firma Ferrero in den USA, zu der auch Nutella gehört, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Sie habe aufgrund des Marketings nicht den Eindruck erhalten, dass es sich um ein „Produkt mit den Nährwerten eines Schokoriegels“ handelt, hieß es in der Klageschrift.

Die Sammelklage der Mutter eines vierjährigen Kindes sei erfolgreich gewesen. Rund drei Millionen Dollar habe der Konzern zahlen müssen. Nutella habe sich außerdem dazu verpflichtet, bestimmte Äußerungen in der Werbung zu ändern und die Ernährungshinweise auf den Gläsern prominenter darzustellen. Jede:r Käufer:in, die sich in den drei bis vier Jahren zuvor Nutella in den USA gekauft hatte, habe außerdem jeweils 20 Dollar Schadensersatz fordern können. Der nicht-so-gesunde Brotaufstrich ist auch bei unserer BuzzFeed Deutschland Facebook-Community beliebt. „Ich arbeite bei Ferrero“, würde unseren Leser Tom Günther als „(schrecklich) guten Anmachspruch“ überzeugen.

11. Bei der Arbeit einschlafen zahlt sich aus

Ab wann ist ein Unfall ein Arbeitsunfall? Wie schmal die Grenze ist, zeigt ein Fall aus Dortmund. Ein Beamter sei dort bei der Arbeit eingeschlafen, wie Focus Online berichtet. Als er deshalb vom Stuhl fiel, habe er sich die Nase gebrochen. Ein Gericht entschied daraufhin, dass es sich hier um einen Arbeitsunfall handele. Die gesetzliche Unfallversicherung habe dem Mann daraufhin tatsächlich Geld zahlen müssen. Verrückte Klagen gibt es also auch in Deutschland.

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