1. BuzzFeed.at
  2. News

Österreicher bringen legendäre Software LimeWire als NFT-Marktplatz zurück

Erstellt:

Von: Sophie Marie Unger

Kommentare

Das ehemalige Logo von LimeWire und neuer CEO Paul Zehetmayr
Paul Zehetmayr ist co-CEO der legendären Software LimeWire. © Twitter/Youtube

Die Filesharing-Software LimeWire feiert ihr Comeback und wird von zwei Österreichern neu ausgerollt. Vom traditionellen Dienst ist aber nur wenig übrig.

Könnt ihr euch noch dran erinnern, als ihr eure ersten mp3-Dateien runtergeladen habt? Als ihr nach fünf Stunden Downloadzeit endlich euren Lieblingssong hören konntet? Vermutlich habt ihr das dann über die damals weit verbreitete Filesharing Software LimeWire gemacht. Ja, genau, dieses grün-gelbe Logo, das ausgeschaut hat wie eine Limette von Innen. 2010 schien das Kapitel für die amerikanische Software nach einen Rechtsstreit in den USA zu Ende, doch zwei Österreicher ließen LimeWare nun auferstehen. Die ursprüngliche Idee, Material aus dem Internet herunterzuladen, wurde um den heutigen NFT-Trend erweitert, worüber der Gründer der Software nicht so amused ist.

via GIPHY

Was kann das neue LimeWire?

Vergangenes Jahr erwarben die Brüder Paul und Julian Zehetmayr die Domain der stillgelegten Software von Zlatn Balevsky - dem Ex-Developer von LimeWire. Mit dem Konzept eines NFT-Marktplatzes wollen sie der Marke inklusive neuem Logo einen zeitgemäßen Anstrich verpassen und die NFT-Begeisterung, die auch bei vielen Stars zu spüren ist, für sich nutzen. Zunächst soll der Schwerpunkt auf Musik und damit verbundenen Sammlerstücken liegen. User:innen können somit Audio-Dateien kaufen und tauschen.

Durch die Verschlüsselung der Blockchain-Technologie sollen damit auch die Urheberrechtsprobleme beseitigt werden, für welche LimeWire in früheren Tagen ja immer wieder in Kritik geraten ist. „LimeWire kehrt als Plattform für Künstler:innen zurück, nicht gegen sie“, hieß es von Seiten der Unternehmer gegenüber Decrypt. Der „Großteil der Einnahmen“ werde demnach direkt an die jeweiligen Künstler:innen gehen. Man werde zudem stark mit den Urheber:innen zusammenarbeiten, um „volle Flexibilität, Eigentum und Kontrolle über die Inhalte zu ermöglichen“. 

Grundsätzlich möchte man mit dem Mainstream-Produkt eine große, vielfältige Zielgruppe erreichen. Sollten das Musik-Konzept gut aufgehen, will man auch andere Bereiche wie etwa Merchandising und damit digitale Fanartikel oder audiovisuelle Medien wie unveröffentlichte Demos erschließen.

Wer steckt dahinter?

Paul und Julian Zehetmayr sind in der Start-up-Szene keine Unbekannten. Im Gegenteil: Julian wurde 2014 mit nur 22 Jahren zum jüngsten Start-up-Multimillionär in Österreich, als er sein Mobile-Advertising-Start-up Mobfox für 17,6 Millionen Euro an den israelischen Matomy-Media-Konzern verkaufte. Im Jahr 2015 gründete sein Bruder Paul Zehetmayr mit ihm das Cloud-Startup apilayer. Nun sind sie im Besitz der LimeWire-Eigentumsrechte und damit leiten sie als CEOs das Unternehmen.

Mit von der Partie ist Tareef Michael, Manager der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan, der fortan als Berater tätig sein wird. Als COO kommt Marcus Feistl von Bitpanda. Auch das Krypto-Unternehmen Wyre ist mit an Bord. Es wird sich um die Kreditkartenzahlungen und Banküberweisungen kümmern. Welche Blockchain verwendet wird, ist noch nicht bekannt. Unter den Investor:innen seien einige namhafte Krypto-Plattformen wie Kraken und DJ deadmau5. Zum ursprünglichen Team der Software hat man keinen Kontakt, der Gründer von LimeWire hörte überhaupt erst in den Medien von der Übernahme.

Warum der Gründer das nicht so cool findet

Das ursprüngliche Unternehmen LimeWire, die Lime Group LLC, wurde von Mark Gorton gegründet. Die Zehetmayrs weihten Gorton jedenfalls nicht ein, denn er selbst sagte zu der Plattform „TorrentFreak“: „Ich wurde zu diesem NFT-Projekt weder kontaktiert, noch habe ich bis zur offiziellen Ankündigung davon gehört“. Dass das neue Konzept den von ihm erfundenen Namen benutzt, passt Gorton nicht so ganz. „Die Verwendung des Namens LimeWire auf diese Art und Weise schafft Verwirrung und verwendet die von uns geschaffene Marke fälschlicherweise für Zwecke, für die sie nie gedacht war“, so Gorton.

Rechtlich sei dies jedoch kein Problem. Auf Nachfrage, warum kein Kontakt zum ehemaligen Gründer aufgenommen wurde, betonten die Brüder, dass es ihnen wichtig sei, dass die Plattform komplett neu starte mit neuen Teams und einem neuen Produkt, das eng mit der Musikindustrie zusammenarbeitet. Das neue NFT-LimeWire wird jedenfalls im Mai als Marktplatz für den Handel mit Non-Fungible-Tokens und digitalen Vermögenswerten starten.

NFTs sind scheinbar noch viel mehr als reine Krypto-Geschichten, wie uns eine NFT-Entwicklerin bereits mitteilte.

Auch interessant

Kommentare