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„So kann es nicht weitergehen“: Schulsprecher Mati Randow fühlt sich von der Regierung im Stich gelassen

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Von: Johannes Pressler

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Der Schulsprecher Mati Randow im Porträt.
Mati Randow ist Schulsprecher des GRG 6 Rahlgasse, einem Gymnasium im sechsten Wiener Bezirk. © Klara Pernsteiner

Österreichs Schüler:innen haben sich mit einem offenen Brief an die Regierung gewendet. Am Dienstag (18. Jänner) sollen erste Streiks folgen.

„Nicht mit uns!“ Klarer hätte die Message nicht sein können, mit der sich über 100 unabhängige Schulsprecher:innen und Schüler:innen in einem offenen Brief am Donnerstag (13. Jänner) an die Bundesregierung und insbesondere Bildungsminister Martin Polaschek wendeten. Grund für den Aufschrei sind die in die Höhe springenden Coronainfektionszahlen aufgrund der Omikron-Welle sowie die neuen Pläne der Regierung für die Matura 2022.

„So kann es nicht weitergehen“: Schulsprecher Mati Randow mit Forderungen

Mati Randow ist Schulsprecher des GRG 6 Rahlgasse, einem Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium im sechsten Wiener Bezirk. Der 17-Jährige ist einer der Initiatoren des offenen Briefes, der eine Reaktion darauf sein soll, dass man sich von der Politik immer mehr im Stich gelassen fühlt. „Seit dem Schulstart im September wendeten wir uns bereits mit zwei offenen Briefen an die Regierung. Seitdem hat sich aber nichts getan“, sagt uns Randow im Interview.

Aufgrund der immer stärker werdenden Omikron-Welle ist die oberste Forderung der Schüler:innen: „Ein klares Nein zur geplanten Durchseuchung von Kindern und Jugendlichen.“ Zudem bräuchte es für die Schulen langfristige Sicherheitskonzepte mit Luftreiniger, CO2-Messgeräten und gut durchdachten Kampagnen, die die Schüler:innen über das Coronavirus aufklären. Für Schulsprecher Randow sei die Zeit jetzt reif, um zu handeln: „So wie die Politik mit uns jungen Menschen umgeht, das geht so nicht mehr und deshalb sagen wir jetzt: Nicht mit uns!“

Randow zur Matura 2022: „Fast wie vor der Pandemie“

Ebenfalls von Randow und unzähligen anderen Schulsprecher:innen und Schüler:innen stark kritisiert werden die seit Dienstag (11. Jänner) bekannten Regeln für die diesjährige Matura. Wie Bildungsminister Polaschek ankündigte, wird unter anderem die schriftliche Matura wieder um eine Stunde verlängert und die mündliche wird wieder verpflichtend sein.

Für Schulsprecher Randow brauche es deutliche Anpassungen, denn „abgesehen von ein paar kleinen Erleichterungen wäre die Matura wieder fast so wie vor der Coronapandemie“. Deshalb fordern die Schüler:innen in dem offenen Brief, dass die mündliche Matura auch heuer wieder freiwillig sein soll. Außerdem sollen die Präsentationen der vorwissenschaftlichen Arbeiten freiwillig sein und bei der schriftlichen Matura soll eine Kürzung des Themenpools um 30 Prozent durchgeführt werden.

Minister Polaschek unter Druck: Jetzt kommen Streiks

„Wir geben der Regierung und Minister Polaschek bis Montag (17. Jänner) Zeit, auf unsere Forderungen einzugehen. Wenn das nicht passiert, werden wir einen Streik verkünden“, sagte uns Randow noch im Interview vor wenigen Tagen. Bis jetzt gibt es noch immer keine Reaktion von der Regierung. Im „ZIB 2“-Interview am Sonntag (16. Jänner) erwähnte Bundeskanzler Karl Nehammer die Schüler:innen mit keinem einzigen Wort, auch von Bildungsminister Polaschek wartet man noch auf eine Antwort.

Daher soll am Dienstag (18. Jänner) österreichweit in über 100 Schulen und Corona-konform gestreikt werden. Es könnte auch nicht der einzige Tag bleiben. Das Ziel von Randow ist klar: „Wir wollen allen Schüler:innen die Chance geben, zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.“

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