1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Meinung

Chaos bei den Corona-Maßnahmen: Die Regierung muss endlich ihren Job machen

Erstellt:

Von: Emily Erhold

Kommentare

Gesundheitsminister Johannes Rauch
Gesundheitsminister Johannes Rauch ist erst seit knapp zwei Wochen im Amt. Er hat keine leichte Aufgabe übernommen. © SEPA.Media/Imago

Welche Corona-Maßnahmen gelten eigentlich gerade? Wer den Überblick verloren hat, ist nicht alleine. Die Pandemiebekämpfung der österreichischen Regierung ist chaotisch. Meine 2Cents dazu:

Knapp zwei Wochen ist Österreichs neuer Gesundheitsminister Johannes Rauch im Amt. Zwei Wochen, in denen viel passiert ist. Zwei Wochen, in denen das ohnehin schon chaotische Corona-Management der Regierung immer unübersichtlicher wurde. Es wirkt als hätten die Politiker:innen aufgegeben, überhaupt noch irgendwelche Strategien zur Bekämpfung der Pandemie zu erarbeiten. Sogar die Expert:innen der COVID-Krisenkoordination GECKO sind sich uneinig darüber, wie es weitergehen soll. Das österreichische „Schau ma mal“ ist die letzten Wochen nicht aufgegangen. Im Hinblick auf Corona schauen wir jetzt einfach nur blöd aus der Wäsche.

Corona-Chaos statt Krisen-Management

Maske auf, oder nicht? Was gilt bei den Quarantäne-Regeln? Gibt es die 3G-Regel noch? Was ist eigentlich mit 2G und 2G-Plus? Und wie sieht es mit den Gratis-Tests aus? Keiner kennt sich mehr aus im Wirrwarr der österreichischen Corona-Maßnahmen. Gleichzeitig kommen links und rechts positive Testergebnisse zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitagabend bei 3600. Eigentlich wollte Österreich durch die Omikron-Welle durchtauchen. Jetzt steht schon die neue Mischvariante Deltakron vor der Tür und die „Laissez-Faire“-Strategie der Regierung ist bisher nicht aufgegangen. Eigentlich hat man in den letzten Wochen mit sinkenden Infektionszahlen gerechnet. Stattdessen sind sie ordentlich explodiert. An einem einzigen Tag gab es etwa 64.000 neue bestätigte Fälle.

Nur knapp zwei Wochen nach der Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen rudert die Regierung jetzt wieder zurück. Ab 23. März gilt wieder in ganz Österreich die FFP2-Maskenpflicht in allen Innenräumen. Für Wiener:innen ist das nichts Neues. Hier galt die Maskenpflicht weiterhin, auch als sie am 5. März im restlichen Österreich gefallen war. Zwei Gesundheitsminister sind während der Pandemie bereits zurückgetreten. Verständlich, wenn man sich das Chaos-Management der österreichischen Politiker:innen anschaut.

Experte hat aufgegeben

Nicht nur die Gesundheitsminister scheinen der Reihe nach das Handtuch zu werfen. Letzte Woche gab auch GECKO-Mitglied Gerry Foitik auf. Der Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz war es wohl leid, gegen eine politische Wand zu reden. Die Regierung hört nicht auf die von ihren selbst eingesetzten Expert:innen. Wozu man sie beschäftigt und sogar eine eigene Task-Force mit animalischen Namen einsetzt, nur um dann eh alles anders zu machen, bleibt fraglich.

Uneinigkeit in der Politik

Doch auch unter den Politiker:innen ziehen nicht alle an einem Strang. Für Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker gehört es schon länger zum guten Ton, einen anderen Weg zu gehen als der Bund. Aktuell will er etwa die von Gesundheitsminister Johannes Rauch angedachten Quarantänelockerungen für das Gesundheitspersonal nicht mittragen. Rauch möchte, dass infiziertes Personal im Krankenhaus unter bestimmten Umständen trotzdem arbeiten darf, beispielsweise durch eine Verkürzung der Quarantänedauer oder eine Verknüpfung an den CT-Wert. Für Hacker kommt das nicht infrage. Übrigens wird in Wien diese Woche bei anderen Maßnahmen weiter nachgeschärft: Bürgermeister Michael Ludwig von der SPÖ kündigte am Freitag an, die Besuche in Heimen und Spitälern wieder zu limitieren und hier die 2G-Plus-Regel einzuführen.

Einig ist man sich immerhin beim Zurückfahren der in Europa vielfach als Vorbild hergezogenen Test-Strategie. Ab 1. April gibt es nur noch fünf kostenlose PCR- und fünf gratis Antigentests pro Kopf. Zusätzliche Gratistests gibt es für Menschen in vulnerablen Settings wie etwa Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen und für Menschen mit Symptomen, ansonsten muss man zahlen.

Wie lange diese Strategie aufrecht bleibt, werden wir ja sehen. Tatsache ist, dass sich Politiker:innen endlich einig werden müssen und vor allem auf die Expert:innen hören sollten. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Die Situation in den Spitälern spitzt sich zu. Unsere Regierung muss endlich ihren Job machen.

Auch interessant

Kommentare