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Homophobe Fans beim Wiener Derby: Wenn der Fußball zur Nebensache wird

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links Rapid-Fans und rechts Austria-Fans, beide beim Einsatz von Pyrotechnik.
Der übertriebene Einsatz von Pyrotechnik war erst der Anfang des 336. Wiener Derbys. © Hans Punz/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Der Fußballschlager zwischen Austria und Rapid Wien am vergangenen Wochenende war wieder einmal geprägt von sich völlig daneben verhaltenden Fans. Was es braucht, ist ein entschlossene Reaktion. Meine 2Cents:

Auf den Tag genau vor 37 Jahren fand das erste große Derby zwischen FK Austria Wien und SK Rapid Wien im Franz-Horr-Stadion statt. Seit mehr als einem Jahrzehnt heißt die Spielstätte nun Generali-Arena. Genau dort kam es am Sonntag (8. Mai) zum 336. Duell zwischen den beiden Traditionsklubs. Am Ende mussten sich beide Mannschaften mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Der Sport sollte an diesem Tag jedoch in den Hintergrund geraten, denn wie sich manche Fans beider Vereine verhielten, war einem stimmungsvollen Sonntagskick zum Muttertag in keiner Weise würdig.

Homophobie beim Wiener Derby: Schlachtrufe und Banner unter der Gürtellinie

Egal wann, wie und wo - für Homophobie gibt es keinen Platz. Es ist schlichtweg frustrierend, wenn ein paar hundert der insgesamt 13.700 begeisterten Fußball-Fans in der Generali-Arena die komplette Stimmung versauen. So auch am vergangenen Sonntag, als Fans aus dem Rapid-Sektor während des Spiels plötzlich einen homophoben Banner in Richtung der Austria-Fans zur Schau stellten. Dem noch nicht genug, riefen sich beide Sektoren homophobe Sprechchöre hin und her, wie „schwul“ der andere Verein doch sein würde.

Nach dem Spiel: Antisemitische Angriffe

Neben dem homophoben Auftreten beider Fangruppen soll es nach dem Derby zu einem weiteren inakzeptablen Vorfall gekommen sein. Wie die Boulevardzeitung „Heute“ berichtet, soll eine große Gruppe an Rapid-Fans zwei Anhängern der Austria auf dem Heimweg gefolgt sein und sie auf brutale Art und Weise zusammengeschlagen haben. Zu antisemitischen Aussagen wie „Ihr Drecksjuden!“ sollen die Rapid-Fans auf die am Boden liegenden Opfer eingeschlagen haben, bis die Polizei eintraf. Dass so ein Verhalten nichts mit Fußball zu tun hat, versteht sich von selbst und die Aggressoren werden von der Justiz hoffentlich zur Verantwortung gezogen.

Was dagegen tun?

Österreichische Fußballfans, die sich komplett daneben benehmen, sind leider nichts Neues. Noch immer kommt es ab und an vor, dass Schwarze mit affenähnlichen Rufen aus dem Publikum konfrontiert werden. Erst heuer war in Ried ein diskriminierendes Banner zu sehen, wo Menschen aus der LGBTQIA+-Community als „LGBTKuh“ bezeichnet wurden.

Bei solchen Aktionen inklusive den aktuellen Vorfällen beim Wiener Derby gibt es nur eine richtige Option. Sobald der Schiedsrichter derartiges erkennt bzw. darauf aufmerksam gemacht wird, sollte das Spiel sofort unterbrochen werden und erst fortgesetzt werden, wenn das Banner entfernt wurde bzw. die Sprechchöre beendet wurden. Nach dem Spiel sollten die Vereine gemeinsam mit der Bundesliga alles Mögliche unternehmen, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass jene ein Fußballstadion nie mehr von innen sehen.

Was auf den ersten Blick wie eine übertrieben harte Aktion wirkt, ist wohl die einzige Message, die bei solchen „Fans“ - bewusst mit Anführungszeichen geschrieben - einen wirksamen Eindruck hinterlässt: Diskriminierung jeglicher Art hat am Fußballplatz nichts zu suchen und wenn ihr damit nicht aufhört, dann seht ihr auch keinen Kick mehr.

Ebenfalls frustrierend ist die Tatsache, dass es in Niederösterreich das selbsternannte „Anti-Homo-Haus“ gibt. Gesetzlich kann man dagegen nichts machen, erklärte ein Rechtsexperte gegenüber BuzzFeed Austria.

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