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Kärnten könnte sich womöglich für Olympia 2034 bewerben und ich finde die Idee richtig gut

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage mit links dem Kärntner Landeshauptmann, Peter Kaiser, und rechts einem Bild von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking.
Landeshauptmann Peter Kaiser überlegt eine Bewerbung Kärntens für die Olympischen Winterspiele 2034. ©  Jeff Mangione/KURIER/Koji Ito/AP/APA-PictureDesk

Es braucht wieder nachhaltigere Olympische Spiele. Kärnten biete gemeinsam mit Italien und Slowenien sehr gute Voraussetzungen. Meine 2Cents:

Seit mehr als einer Woche laufen in China die Olympischen Winterspiele. Aus sportlicher Sicht kann Österreich bis dato extrem zufrieden sein. Schon nach rund einer Woche hatte man gleich viele Medaillen wie bei den gesamten letzten Winterspielen 2018 in Südkorea.

Nichtsdestotrotz hat die Großveranstaltung in Peking aus politischer Sicht einen bitteren Beigeschmack. Wir haben uns darüber bereits aufgeregt. Zudem haben die Bilder der letzten Tage gezeigt, dass die Spiele in der chinesischen Hauptstadt nur mehr teilweise etwas mit Wintersport zu tun haben. Rund 2,5 Milliarden Liter Wasser seien für die Kunstschnee-Abdeckung aller Wettkampfstätten notwendig gewesen.

Kärnten überlegt eine Olympia-Bewerbung für 2034

Doch seit ein paar Tagen steht ein spannender olympischer Gegensatz zu den derzeitigen Spielen in China im Raum. Am Freitag (4. Februar) berichtete nämlich ORF Kärnten, dass sich Kärnten gemeinsam mit dem norditalienischen Friaul-Julisch Venetien und Slowenien vorstellen könne, sich für die Olympischen Winterspiele 2034 zu bewerben. Das Büro des Kärntner Landeshauptmanns Peter Kaiser (SPÖ) hat den Bericht bestätigt.

Diese Vorstellung ist insofern interessant, da Landeshauptmann Kaiser das nur machen würde, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) wieder zu dem Grundgedanken der Olympischen Spiele zurückkehren würde und man „mit Rücksicht auf die Enkelverantwortlichkeit die Natur unbeschädigt lässt“. So ein Schritt „back to the roots“ wäre für den Ruf der Olympischen Spiele extrem wichtig. Die Stoßrichtung der vergangenen Jahre sieht jedoch anders aus.

Ehemaliger Ski-Präsident: „Ich will nur noch in Diktaturen gehen“

Die Olympischen Winterspiele zu veranstalten, wird für viele Städte und Länder immer schwieriger. Das zeigte auch der Bewerbungsprozess für die aktuell in China laufenden Spiele. Sieben der neun Städte zogen ihre Bewerbungen vor der endgültigen Entscheidung zurück. Am Ende blieben nur zwei autoritäre Regime übrig: Peking in China und Almaty in Kasachstan.

Schon vor einigen Jahren sagte der mittlerweile verstorbene Präsident des Internationalen Skiverbandes, Gian Francho Kasper, dass er aus geschäftlicher Sicht am liebsten nur noch in Diktaturen gehen wollen würde, anstatt sich mit Umweltaktivist:innen herumstreiten zu müssen. Kasper war von 2000 bis 2018 auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Gegenwind für die Austragung Olympischer Spiele gab es in den letzten Jahren auch in Österreich selbst. 2017 entschieden sich die Menschen in Tirol, bei einer Volksbefragung gegen eine Bewerbung für Olympia 2026. Ein Jahr später wählte die Mehrheit des Grazer Gemeinderats mit „Nein“ betreffend einer möglichen Bewerbung von Graz und Schladming für Olympia 2026.

Olympia in Kärnten, Italien und Slowenien: Beinahe ideale Voraussetzungen

Da die nächsten Olympischen Winterspiele 2026 mit Mailand bzw. Cortina d‘Ampezzo in Europa stattfinden werden und es bei den Bewerbungsterminen so etwas wie einen Kontinenten-Zyklus gibt, wäre der nächstmögliche Zeitpunkt für europäische Austragungsorte der Olympischen Winterspiele erst wieder 2034. Hier kommt Kärnten ins Spiel. Denn wenn man sich die Ausgangslage im Süden Österreichs bzw. Friaul-Julisch Venetien und Slowenien genauer ansieht, spricht viel für eine gemeinsame Bewerbung der Regionen.

Die Ski-Bewerbe könnten zum Beispiel in Bad Kleinkirchheim und in Tarvis stattfinden, für Skispringen und Langlaufen biete sich die Villacher Alpen Arena an. Eine olympiataugliche Snowboardstrecke gäbe es auf der Simonhöhe. Da Kärnten wahrscheinlich das einzige Bundesland in Österreich ist, wo Eishockey mindestens ebenso beliebt wie Fußball ist, würde es in Klagenfurt und Villach zudem zwei Eissportzentren geben, die derzeit ohnehin ausgebaut werden. Nur für die Bob- und Rodel-Bewerbe müsste man sich etwas überlegen, zum Beispiel ein kurzer Abstecher der Athlet:innen nach Innsbruck. Dort gibt es einen Eiskanal.

Doch du merkst schon: Im Vergleich zu den derzeitigen Spielen in China, ausgerechnet einer der trockensten Regionen auf der gesamten Welt, wo manche Bewerbe sogar mitten in einem Industriegebiet durchgeführt werden, würden Olympische Winterspiele in einem Austragungsort wie Kärnten gemeinsam mit Italien und Slowenien um einiges nachhaltiger sein. So könnte der Sport an sich wieder in den Vordergrund rücken und weniger über politische Problemzonen diskutiert werden. Denn wie wir alle wissen, gab es in Kärnten noch nie irgendwelche politischen Skandale ... oder so.

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