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Jetzt ist es besonders wichtig, auf die Straße zu gehen und ein Zeichen für den Frieden zu setzen

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Von: Emily Erhold

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Demonstration am Platz der Menschenrechte
Am Platz der Menschenrechte in Wien demonstrierten am 26. Februar tausende Menschen gegen den Krieg. © BuzzFeed Austria

In zahlreichen europäischen Städten protestieren die Menschen gegen die russische Invasion in der Ukraine. Das ist wichtig. Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Meine 2Cents zu Demonstrationen:

Es ist nicht der erste Krieg auf Europas Boden seit 1945. In den Neunzigern wurden nicht unweit von uns die Jugoslawien-Kriege geführt. 2008 marschierten russische Truppen in Georgien ein. Und auch der nun auf ukrainischen Boden stattfindende Krieg dauert nicht erst seit 24. Februar 2022 an, sondern bereits seit 2014. Dennoch scheinen uns die von Russlands Präsidenten Putin angeführten Kämpfe, die momentan auf ukrainischen Boden stattfinden, besonders nahe zugehen.

Vielleicht liegt es an der medialen Berichterstattung, vielleicht daran, dass über Social Media zahlreiche Fotos und Videos geteilt werden und eine massive Mobilisierung an Hilfsmitteln über Instagram und Co. stattfindet. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir nicht wissen, was als nächstes passiert und welche Folgen der Krieg für unser eigenes Land hat. Und vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass die Ukrainer:innen unsere Nachbar:innen sind und Hilfe benötigen. Woran es auch liegen mag, die Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Menschen ist wichtig.

Geht auf die Straße und zeigt den Ukrainer:innen, dass es uns nicht egal ist

Putins Truppen marschieren in der Ukraine ein und wir fühlen uns machtlos. Was können wir schon tun als Zivilist:innen in Österreich? Vieles, wie sich herausstellt. Social Media ist voll von Posts mit hilfreichen Informationen. Privatpersonen sammeln Spenden oder teilen Links zu Spendenaktionen von großen Organisationen. Autos werden gemietet. Viele fahren an die Grenzen, um dort zu helfen. Es gibt viel zu tun. Was aber auch nicht unterschätzt werden darf: die Macht von Demonstrationen.

Am zweiten Wochenende nach der russischen Invasion in der Ukraine gingen hunderttausende Menschen in ganz Europa auf die Straße. Laut Berichten waren es 100.000 in Berlin, 70.000 in Prag oder etwa 40.000 in Madrid. In der österreichischen Hauptstadt kamen am Samstag bei einer Kundgebung etwa 1.000 Menschen. Den Österreicher:innen sagt man historisch schon lange nach, sie seien demonstrationsfaul. Die wöchentlichen Demos gegen die Corona-Maßnahmen während der Pandemie bewiesen das Gegenteil, auch wenn die Veranstalter:innen hier die Teilnehmer:innen-Zahlen gerne mal nach oben korrigierten.

Doch gerade jetzt ist es wichtig, auf die Straße zu gehen. Nicht nur, um gegen den Krieg und für den Frieden zu demonstrieren, sondern um ein Signal an alle Ukrainer:innen zu senden, die gerade für die Demokratie kämpfen. Wir müssen zeigen, dass sie unsere Unterstützung haben, dass ihr Kampf gesehen wird, dass Geflüchtete hier willkommen sind und dass uns der Krieg in der Ukraine nicht egal ist. Demonstrationen sind auch ein wichtiges Mittel, um der Politik einen Anstoß zum Handeln zu geben.

Antikriegsproteste können etwas verändern

Es mag vielleicht sinnlos wirken, mit einem Schild und einem Bier in der Hand über den Heldenplatz zu spazieren, während eine kurze Autofahrt entfernt die Ukrainer:innen mit Waffen ihre Städte vor russischen Truppen verteidigen. Doch die Geschichte zeigt: Antikriegsproteste können etwas verändern. Die Proteste gegen die amerikanische Beteiligung am Vietnam-Krieg Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre sind hier ein gutes Beispiel.

Auf die Straße zu gehen, sich physisch zu treffen und Parolen zu skandieren schafft aber auch ein Gemeinschaftsgefühl, sorgt für emotionale Unterstützung und aussagekräftige Bilder. Demonstrationen mögen sich jetzt gerade sinnlos anfühlen, sind sie aber nicht. Also geht raus und schreit mit. Die Solidarität der Europäer:innen - ja auch der Österreicher:innen - ist gefragt.

Diese neun Zeichen setzt Österreich übrigens gegen den Krieg in der Ukraine.

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