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Geflüchtete in Österreich und auf der Welt

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Von: Johannes Pressler

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Geflüchtete am Grenzübergang Sentilj Spielfeld
Geflüchtete werden 2015 von slowenischen Polizisten an die Grenze zu Österreich gebracht. © Christian Mang/Imago

Wie viele Menschen sind weltweit auf der Flucht? Wer flüchtet woher nach Österreich? Und was bedeutet es überhaupt, ein:e Geflüchtete:r zu sein? Ein Überblick.

Seit vielen Jahren werden die Begriffe Geflüchtete:r, Flüchtling, Migrant:in und Asylant:in miteinander verwechselt und oftmals sogar in einen Topf geworfen. Das ist falsch. Diese Wörter sind nicht nur grundsätzlich unterschiedlich - sie beschreiben Menschen, die sich in den meisten Fällen in menschenunwürdigen Lebenssituationen befinden und sollten deshalb mit umso mehr Bewusstsein verwendet werden. Beginnen wir mit Geflüchteten.

Geflüchtete sind Menschen. Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie Angst um ihr Leben haben. Sie haben keine Hoffnung mehr auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat.

Deutsche Bundeszentrale für politische Bildung

Geflüchtete befinden sich also in akuter Lebensgefahr, in ihrer Heimat herrscht Krieg und sie werden verfolgt. Weitere Gründe für Flucht sind Hunger und Armut, aber auch Naturkatastrophen. Statt Geflüchteten ist aber auch oft von Flüchtlingen die Rede. Auch wenn es sich leider noch nicht überall durchgesetzt hat, sollte man diesen Begriff vermeiden. Denn erstens ist die Endung „-ling“ meistens in Verbindung mit negativ behafteten Wörtern (Feigling, Schwächling) zu finden. Außerdem beinhaltet die in „Geflüchtete:r“ verwendete Zeit ein mögliches Ende der Flucht. Kein Mensch möchte auf Dauer flüchten.

Zahlen im Überblick: Weltweit Geflüchtete Ende 2020 (Quelle: IDMC)

Die Genfer Flüchtlingskonvention und der Unterschied zu Migration

Das allerwichtigste Recht von Geflüchteten ist das Recht auf Sicherheit in einem anderen Land, gleichzeitig gilt auch für Geflüchtete, die Gesetze und Bestimmungen ihres neuen Landes zu respektieren. Welche Rechte und Pfllichten Geflüchtete haben und was ein Staat darf und was nicht, das steht in der Genfer Flüchtlingskonvention. Verabschiedet wurde sie 1951 vom Völkerbund, der Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen (UN). Ihr eigentlicher Titel lautet: „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“.

Anders als Geflüchtete, die sich in ihrer Heimat in Lebensgefahr befinden, verlassen Migrant:innen ihre Heimat üblicherweise freiwillig. Diese Freiwilligkeit sollte aber mit Vorsicht angesehen werden, denn auch Migrant:innen befinden sich vor ihrer Abreise oftmals in einer sehr schwierigen bis sogar nicht lebenswürdigen Lage. Ob wegen Armut, politischer Ausnahmezustände oder einfach allgemeiner Unzufriedenheit mit der derzeitigen Lebenssituation - auch ihr Grundziel ist es, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Asyl in Österreich: Was ist das?

Wenn Menschen aus ihrem Heimatland flüchten, müssen sie natürlich auch in ein neues Land kommen. Dort bekommen sie im Idealfall Asyl. Genau gesagt ist Asyl die Bewerbung um Aufnahme und Schutz vor Verfolgung außerhalb des eigenen Heimatlandes. Bis zum Abschluss des Asylverfahrens sind die Menschen also Asylwerberinnen und Asylwerber. Bei einem positiven Abschluss des Verfahrens sind sie laut des österreichischen Innenministerum (BMI) dann asylberechtigt und anerkannte Geflüchete.

Jahresvergleich: Asylantragszahlen in Österreich seit 2010 (Quelle: BMI)

201011.012
201114.416
201217.413
201317503
201428.064
201588.340
201642.285
201724.735
201813.746
201912.886
202014.775

Top 10: Herkunftsstaaten von Asylwerber:innen in Österreich 2020 (Quelle: BMI)

Die meisten Asylanträge in Österreich kommen aus Syrien, Afghanistan und Marokko.

Syrien5121
Afghanistan3137
Marokko745
Irak724
Somalia705
Russland493
Algerien388
Iran381
staatenlos/unbekannt378
Türkei313

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