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Österreich hat für Geflüchtete aus der Ukraine jetzt einen eigenen Koordinator

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Von: Johannes Pressler

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Michael Takacs im Porträt.
Michael Takacs ist Leiter der neuen Stabsstelle für die Koordination der Ukraine-Geflüchteten. © Makowecz/APA-PictureDesk

3300 bis 4000 Geflüchtete kommen derzeit pro Tag aus der Ukraine nach Österreich.

Das ergaben Schätzungen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der Stadt Wien und des Innenministeriums unter der Leitung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Insgesamt haben bis Freitag (11. März) schon 2,5 Millionen Menschen die Ukraine aufgrund der Invasion Russlands verlassen. Zum Vergleich: In Wien leben derzeit rund 1,9 Millionen Menschen. Um für die schon vorhandenen Herausforderungen gerüstet zu sein, hat das Bundeskanzleramt von Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) nun einen eigenen Geflüchtetenkoordinator bestellt.: Generalmajor Michael Takacs.

Geflüchtete aus der Ukraine: Michael Takacs wird zuständiger Koordinator

Genau genommen wird es ab sofort ein ganzes Team geben, dass sich um die Unterbringungen, Betreuung und Versorgung der Ukraine-Geflüchteten kümmern soll. Das Bundeskanzleramt nennt dieses „Stabsstelle Ukraine-Flüchtlingskoordination“. Im Interview mit der „ZIB 2 am Sonntag“ sagte Michael Takacs zu seiner neuen Funktion:

Grundsätzlich arbeiten hier alle Ministerien schon an dieser Krisenbewältigung, aber es fehlen manchmal die Schnittstellen zu den NGOs und zu anderen Blaulichtorganisationen. Hier ist rasche Koordination und einfach ein Vernetzen gefordert. Das wird von mir ewartet, das umzusetzen.

Geflüchtetenkoordinator Michael Takacs gegnüber „ZIB 2 am Sonntag“

Genau dieses Bindeglied der Ministerien, NGOs und Blaulichtorganisationen zu sein, das wird die Aufgabe von Takacs und seiner Stabsstelle sein. Für den Generalmajor übrigens nicht die erste Aufgabe in diesem Bereich, bereits 2015 und 2016 war er nämlich im Kabinett der damaligen Geflüchtetenkoordinationsstelle.

Alles in allem arbeitet Takacs schon seit 2009 in verschiedenen Funktionen im Innenministerium, bis vor Kurzem als stellvertretender Kabinettschef. Außerdem sitzt der Polizist für die ÖVP im Gemeinderat der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf (Niederösterreich) und ist Chef der Wiener Verkehrspolizei. Wie er zum letzten Posten kam, darüber gab es in der Vergangenheit jedoch einiges an Aufregung.

Aufregung um Postenbesetzung, teils Chaos an am Wiener Hauptbahnhof

Etwas Wirbel um Michael Takacs kam 2017 auf, als der damalige Kommandant der Wiener Verkehrspolizei, Karl Wammerl, in den Ruhestand ging. Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ damals berichtete, bewarben sich für die Nachfolge sechs Personen, fünf davon Polizeioffiziere. Nur Takacs arbeitete zu dieser Zeit als Ministerialrat im Kabinett des ÖVP-Innenministeriums von Wolfgang Sobotka (ÖVP). Innerhalb der Polizei soll die Besetzung von Takacs, offenbar aufgrund seiner ÖVP-Nähe, für einiges an Aufregung gesorgt haben. Wenig überraschend wurde daher am Sonntag (13. März) nach der Bekanntgabe der neuen Stabsstelle ausdrücklich betont, dass sie „überparteilich und ressortübergreifend“ arbeiten soll.

Herausfordernd wird der neue Job von Takacs und seinem Team zweifelsohne. Die zuständigen Behörden gemeinsam mit Freiwilligen sind seit Tagen bemüht, den Geflüchteten aus der Ukraine jene Hilfe zu leisten, die sie verdienen. Wie BuzzFeed Austria bereits darüber berichtet hat, häufen sich jedoch leider auch die kritischen Stimmen darüber, wie die Schutzsuchenden insbesondere in Wien aufgenommen und betreut werden.

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