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Krieg in der Ukraine: Polen als Hauptziel der bisher 800.000 Geflüchteten

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Von: Johannes Pressler

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Aus der Ukraine geflüchtete Menschen an der rumänischen Grenze. Es schneit.
Aus der Ukraine geflüchtete Menschen an der rumänischen Grenze. © Daniel Mihaeilescu/AFP/APA-PictureDesk

Seit fast einer Woche herrscht Krieg in der Ukraine. 800.000 Menschen haben das Land seitdem verlassen.

Das ergeben aktuelle Zahlen des UNHCR, des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, veröffentlicht am Mittwoch (2. März) zur Mittagszeit. Die 800.000 geflüchteten Menschen mussten aufgrund der Invasion Russlands ihre Heimat dauerhaft oder zumindest vorübergehend verlassen. Das taten sie per Bus, Auto oder Zug, manche jedoch sogar zu Fuß. Das deutsche Statistik-Portal Statista hat zudem eine Grafik zusammengestellt, welche Nachbarländer als Hauptziel für die Geflüchteten gelten.

Krieg in der Ukraine: Meisten der bisher Geflüchteten in Polen

Aufgrund der geografischen Lage ist es wenig überraschend, dass bisher die meisten Geflüchteten aus der Ukraine im benachbarten Polen gelandet sind: 453.982 Menschen, also mehr als die Hälfte der bis dato laut UNHCR geflüchteten Menschen. Laut Regierungsangaben würden täglich weitere 50.000 Menschen ankommen. Rund 116.000 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer befinden sich in Ungarn, 67.000 in der Slowakei, mehr als 65.000 in Moldawien und etwa 38.000 Menschen in Rumänien.

Aus aktueller Sicht sind schon mehr als 52.000 Menschen in andere europäische Länder geflohen. Wie viele nach Österreich, dazu gibt es derzeit noch keine genauen Zahlen. Doch bereits am Montag (28. Februar) haben zumindest mehrere hundert Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat gesucht. Was in der Berichterstattung über die Geflüchteten aus der Ukraine bislang untergegangen ist: Ein nicht unwesentlicher Teil der ukrainischen Menschen flieht in jenes Land, das für den Krieg verantwortlich ist. Rund 43.000 Menschen sind in den letzten Tagen aus der Ukraine nach Russland geflohen.

UNHCR rechnet insgesamt mit 16 Millionen Menschen in Not

Aus derzeitiger Sicht sieht es nicht danach aus, als ob der Krieg in der Ukraine in nächster Zeit enden würde. Daher geht das UNHCR derzeit davon aus, dass in den kommenden Monaten rund 12 Millionen Menschen innerhalb der ukrainischen Grenzen und vier Millionen aus der Ukraine Geflüchtete Hilfe und Schutz benötigen werden. Das wären doch um einiges mehr Leidtragende des Krieges in der Ukraine, als manche Expert:innen vor Kriegsausbruch am 24. Februar noch erwarteten.

Es gibt recht unterschiedliche Prognosen. Im Extremfall könnten bis zu 10 Millionen Menschen vertriebenen werden. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich. Aktuell geht man eher von einer Million aus, die schätzungsweise zu erwarten sind.

Migrationsexpertin Judith Kohlenberger im Interview mit BuzzFeed Austria, 22. Februar 2022

Schon jetzt engagieren sich auch in Österreich zahlreiche Organisationen und Privatpersonen, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Dazu gehört auch die junge Ukrainerin Daria Dalichuk, die in Wien Hilfsgüter für die Opfer in ihrer Heimat sammelt.

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