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UNHCR - das macht die Hüterin der Genfer Flüchtlingskonvention

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Von: Sophie Marie Unger

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UNHCR-Gebäude
Das UNHCR-Gebäude in Genf. © Andreas Haas/Imago

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (englisch United Nations High Commissioner for Refugees - UNHCR) ist eine zwischenstaatliche Organisation und gilt als Hüterin der Flüchtlingskonvention. Asyl und Flucht stehen im Zentrum der täglichen Arbeit.

Doch wie genau sieht diese aus und warum gibt es solch eine Organisation überhaupt?

Entstehung der UNHCR

Wie so oft, geht die Entstehung dieser UN-Organisationauf einen tiefen Einschnitt in das gesellschaftliche Zusammenleben zurück. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg gründete der Norweger Fridtjof Nansen das „Office international Nansen pour les réfugiés“, mit dem er sich den durch den Krieg entstandenen „Problemstellungen der Geflüchteten und Vertriebenen“ annehmen wollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der Millionen Menschen heimatlos machte, weitete man Nansens (später Friedensnobelpreisträger) Idee aufgrund der Größenordnung enorm aus und gründete 1950 die international fungierende UNHCR, die ursprünglich für nur drei Jahre vorgesehen war. Im Mittelpunkt stand damals, den Vertriebenen und Geflüchteten Hilfe anzubieten.

Schnell wurde aber klar, dass dieser Hilfsgedanke auch Jahre später vorherrschte. Um auf zukünftige Flüchtlingsströme angemessen und strukturiert reagieren zu können, wurde 1951 die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Sie gilt als wichtigstes internationales Dokument für den Flüchtlingsschutz und ist die Grundlage der UNHCR. 1956 war die Organisation schon mit der nächsten großen Flüchtlingsbewegung konfrontiert. Während des ungarischen Volksaufstandes flohen 200.000 Menschen ins benachbarte Österreich. In den 1960er Jahren folgten auf die Entkolonialisierung die ersten Flüchtlingskrisen in Afrika. In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten unterstützte UNHCR vor allem Menschen auf der Flucht in Afrika und Asien.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts versucht man vor allem, Schutzsuchenden aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien zu helfen. Im Laufe der Jahre wurde das Mandat der UNHCR erweitert, um auch den vielen binnenvertriebenen und staatenlosen Menschen gerecht zu werden. Derzeit gelten weltweit rund 82,4 Millionen Menschen als Geflüchtete, Binnenvertriebene, Staatenlose, Asylsuchende oder Rückkehrer:innen. Um noch besser mit dieser großen Zahl umgehen zu können, wurde im September 2016 im Rahmen der UNO Generalversammlung die New York Deklaration verabschiedet. Dabei wurden zusätzliche Verpflichtungen und Verbesserungen im Schutz festgelegt.

Arbeitsfelder der UNHCR

Seit der Gründung 1950 hat sich der Aufgabenbereich des UN-Flüchtlingshochkommissariats enorm erweitert. Man kooperiert eng mit Behörden, Gerichten und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), was zu vielen weiteren Arbeitsfeldern geführt hat. Folgende Liste zeigt die wichtigsten davon auf:

Die UNHCR in Österreich

Die UNHCR verfügt mittlerweile über mehr als 17.800 Mitarbeiter:innen (Stand: Mai 2021). Die Flüchtlingsorganisation arbeitet in über 130 Ländern und das Budget wuchs auf mittlerweile 9,1 Milliarden US-Dollar. In Österreich gibt es zurzeit zwei UNHCR-Büros, beide befinden sich in Wien. Zum einen existiert ein Verbindungsbüro zur OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) und zum anderen das in der UNO-City angesiedelte UNHCR-Büro. In Österreich werden keine persönliche Beratung geführt. Persönliche Beratung und rechtliche Vertretung für Asylsuchende und Geflüchtete wird von spezialisierten Beratungsstellen und Rechtsanwält:innen angeboten.

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