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Forscher:innen aus der Ukraine werden von der Stadt Wien mit 250.000 Euro unterstützt

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Von: Christian Kisler

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Montage: Protest gegen den Ukrainekrieg vor dem Wiener Heldenplatz, Frauen blicken in ein Mikroskop
Die Stadt Wien greift ukrainischen Wissenschafter:innen und Forscher:innen mit insgesamt 250.000 Euro unter die Arme. © Hans Ringhofer/Hernandez and Sorokina/Westend61/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Auch Wissenschafter:innen und Forscher:innen sind aus der Ukraine geflüchtet und in Wien angekommen. Die Stadt will sie und ihre Arbeit mit einer Gesamtsumme von 250.000 Euro fördern.

Dass die Menschen, die seit dem Ausbruch des verheerenden Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine ihre Heimat verlassen mussten, Menschen wie du und ich sind, sollte sich bis in die letzten Winkel des Landes herumgesprochen haben. Dementsprechend groß ist die Vielfalt der Berufe, die sie noch bis vor Kurzem ausgeübt haben. Bei vielen wird versucht, ihre Qualifikationen in Österreich anerkennen zu lassen, sind die Ukrainer:innen doch prinzipiell sehr gut ausgebildet. Die meisten beherrschen Fremdsprachen und sprechen fließend Englisch, der Anteil an Akademiker:innen in der Gesamtbevölkerung ist höher als hierzulande. Nicht weiter verwunderlich also, dass sich unter den Geflüchteten auch einige Wissenschafter:innen und Forscher:innen befinden.

Win-Win-Situation für die Wissenschaft

Die Stadt Wien hat sich das Motto „Wer schnell hilft, hilft doppelt“ auf die Fahne geschrieben und beschlossen, Forscher:innen mit in Summe 250.000 Euro zu unterstützen. Aufgeteilt wird das Geld auf vier Institutionen, auf diese Art und Weise sollen Arbeitsstipendien ausgegeben werden können. „Für die Wissenschafter:innen aus der Ukraine ist es wichtig, schnell am Wissenschaftsstandort Wien Fuß zu fassen, Kontakte zu knüpfen und natürlich ein Einkommen zu haben“, so die Wiener Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ). „Aber auch die Forschungsvorhaben der in Wien ansässigen Institutionen werden durch die Beteiligung neuer Köpfe bereichert.“ Die finanzielle Unterstützung ist also nicht ganz uneigennützig, unterm Strich eine Win-Win-Situation für die Wissenschaft.

Die vier Einrichtungen, die das Geld bekommen, sind das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), die Plattform npo.Austria und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das IWM und die ÖAW erhalten jeweils 90.000 Euro, dem Wiesenthal Institut und npo.Austria werden je 35.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Das erwartet die Wissenschafter:innen und Forscher:innen

Im IWM können ukrainische Wissenschafter:innen im Rahmen von zweimonatigen Stipendien Doktorand:innen und etablierten Wissenschaftler:innen, die am IWM tätig sind, zur Seite stehen. Somit können sie am Wissenschaftsstandort Wien tätig sein. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hingegen hat ihr laufendes Förderprogramm „JESH“ (Joint Excellence in Science and Humanitie) für Wissenschafter:innen aus der Ukraine angepasst und entsprechend erweitert. Solcherart soll diesen ein vorübergehender Forschungsaufenthalt in Wien ermöglicht werden.

Die npoAustria ist laut Eigendefinition die „Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung“. Sie betreibt Forschung zur Umbildung Osteuropas seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Nun gibt das Institut ukrainischen Wissenschafter:innen die Möglichkeit, am Forschungsstandort Wien ein Projekt mit ihrem eigenen Forschungshintergrund zu bereichern: „Transformation Osteuropas im globalen Kontext: Historische, soziale und ökonomische Perspektiven“ lautet der etwas sperrige Titel des Projekts. Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien wiederum ist in mehreren Bereichen tätig: Forschung, Dokumentation und Vermittlung von Fragen, die Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus und Holocaust betreffen. In Anbetracht dessen, was gerade in der Ukraine passiert, will das VWI bereits bestehende Fellowship-Programme, also Stipendien, für Wissenschafter:innen und Forscher:innen aus der Ukraine öffnen und erweitern.

Die Fördermaßnahmen sind bereits im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft des Wiener Gemeinderats beschlossen worden, und zwar einstimmig. Gut so, auf diese Art und Weise können ukrainische Wissenschafter:innen auch in Wien tätig sein.

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