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Mohrenbräu ändert nach Rassismus-Vorwürfen das Logo, ein großer Unterschied ist aber nicht zu erkennen

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Von: Johannes Pressler

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Kiste voller Bierflasche mit Blick von oben.
Statt „Mohren“ wird das Bier aus Vorarlberg nun „Mohrenbräu“ heißen. © Ernst Weingartner/Weingartner-Foto/APA-PictureDesk

Die Vorarlberger Brauerei hat ihr neues Design präsentiert. In der Vergangenheit führte das alte Logo immer wieder zu Rassismus-Debatten.

„Uns war es wichtig, dass jene Merkmale, die ein Teil der Menschen als rassistisch empfunden hat, überarbeitet werden“, hieß es von Co-Geschäftsführer Thomas Pachole am Dienstag (8. März), als die Mohrenbrauerei ihr neues Logo zur Schau stellte. Um einen Unterschied zwischen dem alten und neuen Logo zu erkennen, muss man aber schon ganz genau hinblicken. Doch mach dir am besten einfach selbst ein Bild:

Mohrenbrauerei in Kritik, Kosten in Millionenhöhe

So einen richtigen Shitstorm erhielt die Vorarlberger Brauerei vor zwei Jahren, als auf der ganzen Welt (auch in Österreich) die „Black Lives Matter“-Demonstrationen stattfanden und eine neue Rassismus-Debatte hochschlug. Im Zuge dessen kündigte die Mohrenbrauerei an, einen Markenprozess zu starten und das Logo zu überarbeiten. Am Dienstag wurde das Ergebnis nun präsentiert. Zudem würde auf dem Schriftzug nicht mehr „Mohren“ stehen, sondern „Mohrenbräu“. So möchte sich das Unternehmen klar von den Rassimus-Vorwürfen distanzieren.

So eine umfassende Änderung einer Biermarke ist jedoch kein kleines Unterfangen. Von Gläsern und Bierdeckeln über Werbematerialen in den Lokalen bis zu Kisten und Lkw-Beschriftungen: Alles muss ausgetauscht werden. Vor allem bei den Bierkisten könnte das laut der Brauerei bis zu zehn Jahre dauern. Das Unternehmen geht von Kosten in der Millionenhöhe aus.

Brauerei setzt auf Familientradition

Der Name der Biermarke geht auf das Jahr 1784 zurück, als Josef Mohr sein Gasthaus mit dem Namen „Zum Mohren“ und einer dazugehörenden Brauerei eröffnete. Das Logo stellt eigentlich das alte Familienwappen der Familie Mohr dar und soll eine Abbildung des heiligen Mauritius sein, der in Ägypten geboren sein soll. Laut der Brauerei hätte es weder bei der Gründung noch heute ein rassistisches Motiv gegeben.

Die Bezeichnung „Mohr“ ist ein alter Begriff aus der deutschen Sprache und bezieht sich auf People of Color. Das Wort weckt aber auch Erinnerungen daran, wie diskriminierend früher mit Schwarzen Menschen umgegangen wurde. Nicht umsonst steckt in „Mohr“ das griechische „moros“, was übersetzt „einfältig“ und „dumm“ bedeuten kann.

Am Namen der Mohrenbrauerei gäbe es laut der Geschäftsführung nichts zu rütteln, man verwies auf die Familientradition des Unternehmens. Doch bereits bei der Diskussion um Blackfacing sagte Noomi Anyanwu, Sprecherin vom Black Voices Volksbegehren, gegenüber BuzzFeed Austria, dass „Tradition keine Ausrede“ für Rassismus sei. Eine Ansicht, die sich auch die Biermarke aus Vorarlberg zum Herzen nehmen könnte.

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