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Österreich gehen die Blutkonserven aus: So kannst du helfen

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Von: Johannes Pressler

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Ein Beutel voller Blut in der Blutspendezentrale in Wien.
Das Rote Kreuz warnt vor der Möglichkeit, dass es zu wenige Blutkonserven in Österreich geben könnte. © Barbara Gindl/APA-PictureDesk

Es gibt immer weniger Blutspenderinnen und Blutspender. Doch warum ist das so und wie kannst du helfen?

Blutspenden kann Leben retten. Damit man für alle Szenarien vorbereitet ist, braucht es ausreichend Konserven. Die Anzahl an freiwilligen Blutspenderinnen und Blutspender wird jedoch immer weniger. Grund dafür ist vor allem die Corona-Pandemie. Zudem kommt nun noch der Ukraine-Krieg hinzu, das Rote Kreuz zeigt sich besorgt.

Rotes Kreuz wünscht sich Aufstockung, Engpass bei Blutkonserven wegen Corona

Gemanagt wird das Blutspenden und die Aufbewahrung in Österreich vom Roten Kreuz, dazu gibt es im Land verteilt mehrere Blutspendezentralen. Jene für Wien, Niederösterreich und das Burgenland befindet sich im 4. Bezirk an der Wiedner Hauptstraße. Im Moment liegt der Bestand an Blutkonserven österreichweit bei 3000. Um ausreichend Reserven zu haben, falls es zu einem höheren Bedarf kommen sollte, würde es das Rote Kreuz aber für wichtig halten, auf einen Bestand von rund 5000 Blutkonserven zu kommen, wie Ursula Kreil im ORF-Interview bekannt gab.

Hauptgrund für den Mangel an Blutkonserven ist die Corona-Pandemie. Die Spendenbereitschaft sei derzeit äußerst gering, das Rote Kreuz ist daher intensiv auf der Suche nach Freiwilligen. Viele Menschen sind sich im Moment aber nicht sicher, ob sie aufgrund des Corona-Virus überhaupt Blutspenden dürfen. Grundsätzlich gilt: Selbst bei einem milden Verlauf oder sogar einer Infektion ohne Symptome muss mindestens zwei Wochen gewartet werden, bis eine Blutspende wieder möglich ist. Hinzu kommt noch das Problem, dass aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen der letzten Monate viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes selbst außer Gefecht waren bzw. sind und daher nicht so viele Blutspendenaktionen stattfinden können. In Wien etwa sind es derzeit um 40 Prozent weniger Aktionen, als den Verantwortlichen eigentlich lieb wäre.

Sorge des Roten Kreuzes um Ukraine-Krieg, viel zu wenige Menschen gehen Blutspenden

Ein wesentlicher Faktor in diesem Prozess rund um Blutkonserven in Österreich ist der schon seit fast zwei Monaten andauernde Ukraine-Krieg. Neben den unzähligen dramatischen Todesfällen gibt es auch eine Vielzahl an schwerwiegenden Verletzungen. Um im Ernstfall den Blutspendediensten aus anderen europäischen Ländern schnell helfen und genügend Blutkonserven zur Verfügung stellen zu können, wünscht sich das Rote Kreuz eine Aufstockung des ohnehin schon eher klein geratenen Lagerbestandes an Blutkonserven. Denn Blut sei ein „lebensrettendes Notfallmedikament, das durch nichts ersetzt werden kann“, sagt Ursula Kreil.

Zu spendenfähigen Menschen in Österreich gehören alle Personen zwischen dem 18. und 70. Geburtstag, sofern die gesundheitlich und gesetzlich festgelegten Kriterien erfüllt werden. Laut Recherchen von BuzzFeed Austria und den Daten der Statistik Austria leben derzeit 5,98 Millionen Menschen in Österreich alleine im Alter von 20 bis 69 Jahren. Von der gesamten österreichischen Bevölkerung im spendenfähigen Alter gehen allerdings nur 3,65 Prozent tatsächlich Blutspenden. In Wien sind es sogar nur mickrige 1,4 Prozent. Damit sich das in Zukunft wieder bessert, versucht das Rote Kreuz jetzt insbesondere junge Menschen mit ihren Blutspendenaktionen anzusprechen.

Österreich gehen die Blutkonserven aus: So kannst du helfen

Neben den gesundheitlichen und gesetzlichen Kriterien (mehr dazu auf der Homepage des Roten Kreuzes) gilt noch zu beachten, dass Personen, die ihre erste Blutspende abgeben, das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen. Außerdem braucht es ein Körpergewicht von mindestens 50 Kilogramm. Das Blutspenden an sich dauert übrigens nur sechs bis sieben Minuten, mit Ausfüllen des Fragebogens, kurzer Ruhepause danach und allem drumherum ist in 30 bis 45 Minuten das Ganze schon erledigt.

In Verbindung mit Blutspenden steht allerdings auch ein anderes wichtiges Thema: sexuelle Diskriminierung. Während in Griechenland etwa das Blutspendeverbot für Schwule im Jänner 2022 aufgehoben wurde, dürfen Home- und Bisexuelle in Österreich nur Blutspenden, wenn sie ganze 12 Monate keinen gleischgeschlechtlichen Sex hatten. BuzzFeed Austria hat darüber bereits ausführlich berichtet.

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