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5 österreichische Ex-Spitzenpolitiker:innen, die danach zu russischen Unternehmen gingen

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links im Bild Christian Kern und rechts Karin Kneissl, beide auf Pressekonferenzen.
Christian Kern (links) und Karin Kneissl sind nur zwei von mehreren österreichischen Ex-Politiker:innen, die jetzt für ein russisches Unternehmen arbeiten. © Barbara Gindl/APA/Michael Gruber/EXPA/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Österreichs Entscheidungsträger:innen scheint es nach ihrer politischen Karriere immer wieder nach Russland zu verschlagen.

In der Ukraine herrscht der Ausnahmezustand. Seit Donnerstag (24. Februar) gilt dort das Kriegsrecht, denn Russland hat die Ukraine landesweit angegriffen. Die Position der österreichischen Regierung zu den russischen Angriffen in der Ukraine ist klar. „Die erneuten Angriffe Russlands auf die territorialen Integrität & Souveränität der Ukraine verurteilen wir zutiefst“, schreibt Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) auf Twitter.

Wirft man einen Blick auf die jüngere Geschichte, ist es kein Geheimnis, dass der russische Präsident Wladimir Putin und wichtige Firmen seines Landes einige politischen Freundinnen und Freunde in Österreich haben. Hier sind fünf österreichische Personen, die bis vor wenigen Jahren wichtige politische Funktionen innehatten und daraufhin zu russischen Unternehmen wechselten.

1. Christian Kern

Christian Kern war von Mai 2016 bis Dezember 2017 österreichischer Bundeskanzler und bis Herbst 2018 Parteichef der SPÖ. 2019 wurde bekannt, dass Kern ein Mitglied des Aufsichtsrats der russischen Staatsbahn ist. Schon vor seiner Zeit als Politiker fungierte er als Manager der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Aufgrund der jüngsten Geschehnisse in der Ukraine berichtete die Tageszeitung „Der Standard“ am Donnerstag (24. Februar), dass sich Kern als Aufsichtsratsmitglied der russischen Staatsbahn zurückziehen würde.

Christian Kern spricht auf einer Diskussionsveranstaltung.
Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern war bis zuletzt Aufsichtsratsmitglied der russischen Staatsbahn. © Michael Indra/SEPA.Media/APA-PictureDesk

2. Karin Kneissl

Karin Kneissl war von Dezember 2017 bis Juni 2019 österreichische Außenministerin. Eigentlich parteilos, wurde die Diplomatin von der FPÖ dazu nominiert. Unvergessen sind die Bilder von ihrer Hochzeit im Jahr 2018, zu der auch Russland-Präsident Putin eingeladen wurde. Umso weniger überraschend war die Meldung im Juni 2021, dass Kneissl den Posten als Aufsichtsratsmitglied eines russischen Ölkonzerns erhalten würde. Dazu arbeitet sie als Kolumnistin für den russischen Staatssender, in dem sie erst am Mittwoch (23. Februar) die Politik von Putin verteidigte.

Karin Kneissl tanzt mit Wladimir Putin.
Ex-Außenministerin Karin Kneissl beim Tanzen mit Russland-Präsidenten Wladimir Putin. © Roland Schlager/APA-PictureDesk

3. Wolfgang Schüssel

Wolfgang Schüssel von der ÖVP war von 2000 bis 2007 österreichischer Bundeskanzler und von 1995 bis 2007 Parteichef der Volkspartei. Nach seiner politischen Karriere verschlug es letztendlich auch ihn nach Russland. Seit 2018 ist Schlüssel nämlich im Aufsichtsrat eines russischen Mobilfunkanbieters, 2019 kam eine Nominierung für das Board of Directors eines russischen Mineralölkonzerns hinzu.

Wolfgang Schüssel, sitzend auf einem Stuhl.
Ex-ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel fungiert als Aufsichtsratsmitglied eines russischen Mobilfunkanbieters und ist im Board of Directors eines russischen Mineralölkonzerns. © Clemens Fabry/Die Presse/APA-PictureDesk

4. Alfred Gusenbauer

Zur selben Zeit, als Schüssel Bundeskanzler war, leitete Alfred Gusenbauer die Geschicke der SPÖ. Von Jänner 2007 bis Dezember 2008 folgte er seinem politischen Kontrahenten für kurze Zeit als Regierungschef. In den Jahren danach war Gusenbauer in einem Thinktank aktiv, der dem Kreml in Moskau nahestehen würde. Laut der Nachrichtensendung „ZIB 2“ sei er dort heute aber nicht mehr dabei.

Alfred Gusenbauer blickt nach oben.
Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer war für einen russischen Thinktank tätig. © Roland Schlager/APA-PictureDesk

5. Hans Jörg Schelling

Der Unternehmer und ÖVP-Politiker war von 2014 bis 2017 österreichischer Finanzminister. Als Lobbyist beim russischen Erdgasförderunternehmen Gazprom setzte sich Schelling zuletzt für die viel diskutierte Pipeline Nord Stream 2 ein, die von Russland nach Deutschland verläuft. Am Dienstag wurde die Inbetriebnahme der Nord Stream 2 vom deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz übrigens vorübergehend gestoppt.

Hans Jörg Schelling stehend im Parlament.
Ex-ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling setzte sich für die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 ein. © Michael Gruber/EXPA/APA-PictureDesk

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