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„Ich find‘s schon lame“: Österreichs Schüler:innen müssen zurück ins Klassenzimmer

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Von: Sophie Marie Unger

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Schüler des Goethe Gymnasiums und Bildungsminister Polaschek
Ab 28.2. herrscht wieder Präsenzpflicht an Österreichs Schulen. (Fotomontage) © APA Picturedesk/BuzzFeed

Seit einigen Tagen ist es fix: Ab 28.2. gilt wieder Präsenzpflicht an heimischen Schulen. Zudem wurden weitere Lockerungen hinsichtlich Schulschließungen und beim Tragen der Masken beschlossen. Wir haben mit einigen Schüler:innen über die Lage gesprochen.

Home-Schooling Bye Bye: Ab Montag wird der Präsenzunterricht für alle Schüler:innen in Österreich wieder verpflichtend. Das kündigte Bildungsminister Martin Polaschek an. Außerdem fällt die bundesweite Regel, wonach ab zwei Corona-Infektionsfällen innerhalb von drei Tagen eine Klasse geschlossen wird. Nun sollen wieder die Länder entscheiden, ob und wann eine Klassenschließung notwendig ist. Auch externe Personen wie Trainer:innen, Lese-Hilfen etc. können von Schulen wieder eingesetzt werden. Ab 5. März dürfen außerdem geimpfte und genesene Lehrer:innen auch ohne Maske unterrichten. Ok cool, oder doch nicht so? Das sagen sechs Schüler:innen - darunter Schulsprecher Mati Randow - dazu.

Ab Montag ist der Präsenzunterricht wieder verpflichtend. Wie fühlst du dich damit?

Mati Randow: Ich finde die Entscheidung, die Präsenzpflicht wieder einzuführen, völlig falsch. Alle Schüler:innen, die verantwortungsvoll sind und sich schützen wollen, aber auch alle Vulnerablen, die sich schützen müssen, werden so wieder zwangsweise einer großen Infektionsgefahr ausgesetzt. Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen stetig auf Rekordniveau sind und auch Masken an Schulen abgeschafft werden, ist das eigentlich eine Entgleisung von Minister Polaschek.

Lisa-Marie: Da ich keine Risikopatientin bin, nehme ich schon länger wieder am normalen Unterricht vor Ort teil. Für mich ändert sich daher nicht so extrem viel, weil ja auch die Testpflicht aufrecht bleibt. Natürlich ist so ein offizieller Beschluss nochmal etwas anderes, weil man dann wieder mehr darüber nachdenkt, was passieren könnte. Ich versuch, mir nicht so sehr den Kopf darüber zu zerbrechen.

Matthias: Ich finde es gut und wichtig, dass wir zur Normalität zurückkehren. Doch an der Umsetzung der Regierung hapert es schon. Denn leider steckt so viel mehr dahinter, als den Präsenzunterricht anzuordnen und die Maskenpflicht zu lockern. Bevor das geschieht, muss man den Schüler:innen auch ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und das wurde nicht wirklich getan.

Anna: Ich find‘s ehrlich gesagt schon lame. Ich habe mich bereits mit dem Virus infiziert, hatte zwar nur leichte Symptome, leide jetzt aber unter Long-Covid und fühle mich einfach oft nicht in der Lage, mich anzuziehen, in den Bus zu steigen und in die Schule zu fahren. Für mich war das Home-Schooling dann immer eine gute Alternative. Grundsätzlich hat sich die Politik da nicht sonderlich viele Gedanken gemacht, wie man mit solchen Fällen und auch Risikogruppen umgeht.

Am Sitzplatz müssen nun auch keine Masken mehr getragen werden. Was sagt ihr dazu?

Felix: Also ich find‘s richtig ungewohnt, jetzt wieder ohne Maske zu sitzen. Man hat sich einfach schon dran gewöhnt. Gestern ist mir dann aber bspw. wieder das Lachen einer Freundin von mir aufgefallen. Das hätte ich davor wahrscheinlich nicht einmal bemerkt, aber jetzt ist‘s umso schöner, wieder die Reaktionen meiner Mitschüler:innen während des Unterrichts beobachten zu können. Ich hab ihr dann auch gesagt, dass sie ein schönes Lachen hat.

Marie: Ehrlich gesagt ist mir nicht ganz wohl dabei, weil an unserer Schule bspw. sonst keine Sicherheitsmaßnahme - außer der Testpflicht - vorgenommen wird. Man könnte ja auch Luftreiniger oder CO2-Messer einsetzen, das würde mich schon mal mehr beruhigen. Die Fallzahlen sind ja jetzt auch nicht so gering, dass man sich in Sicherheit wiegen kann.

Mati Randow: Beim Thema Masken sind wir Schüler:innen weiter als die Politik, sehr viele tragen sie weiterhin, teilweise ganze Klassen.

Wie verhält es sich denn mit externen Personen wie Trainer:innen, die ja nun wieder zugelassen sind. Findest du das okay?

Lisa-Marie: Ich spiele Fußball im Verein und war auch das gewohnt, da das Training ja erlaubt war. Ich denke, dass es für beide Seiten super ist und auch die Motivation der Schüler:innen stärken wird, wenn sie wieder einmal mit anderen Personen Kontakt haben.

Felix: Ich freu mich richtig drauf, wir hatten einmal pro Monat einen externen Lauftrainer bei uns und das ist uns allen richtig abgegangen.

Für die Matura 2022 ist die mündliche Reifeprüfung ebenfalls verpflichtend. Streiks konnten die Regierung bislang nicht umstimmen. Wie stehst du dazu?

Marie: Ich selbst habe gegen die Wiedereinführung der verpflichtenden mündlichen Matura demonstriert. Ich finde es absolut nicht in Ordnung. Man kann sowas nicht von einem auf den anderen Tag verlangen, da wir uns ja noch immer in einer Pandemie befinden und wir erst jetzt (!) wieder zum verpflichtenden Präsenzunterricht zurückkehren. Das wäre einfach nur unfair und schlichtweg nicht machbar.

Was würdet ihr euch von der Regierung hinsichtlich des weiteren Ablaufs wünschen?

Matthias: Es ist ja schon mal gut, dass klare Ansagen gemacht werden. Doch wie gesagt, eine Vorbereitung darauf gab es quasi überhaupt nicht. Wünschenswert wäre, da weiterhin eine Aufklärungskampagne zu fahren. Wir alle wissen, wie unvorsichtig man selbst wird, wenn man nicht kontinuierlich bestimmte, wenn auch unterschwellige, Maßnahmen einsetzt. Ein Ende der Pandemie wurde ja noch nicht offiziell ausgerufen, daher wäre es meiner Meinung nach falsch alles

Wenn du mehr über die psychische Belastung bei Schüler:innen erfahren willst, schau doch hier rein.

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