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Österreichs Immobilienwirtschaft hilft Geflüchteten aus der Ukraine und braucht auch dich dafür

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Von: Sophie Marie Unger

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Logo von immo hilft und die Immobilienfirma Remax Österreich
Die Initiative „Immo hilft“ stellt Wohnraum für geflüchtete Ukrainer:innen zur Verfügung. © Instagram/APA Picturedesk

Egal ob über Instagram und Twitter oder auch im privaten Umfeld: Der Zusammenhalt und die Solidarität sind derzeit überall deutlich spürbar. Nun wollen auch ganze Branchen - wie etwa die Immobilienbranche - ihren Beitrag leisten.

Die Situation in der Ukraine ist weiterhin mehr als besorgniserregend. Trotz der Fassungslosigkeit kämpften sich zahlreiche Menschen schnell aus ihrer Schockstarre, um Hilfsaktionen für Ukrainer:innen ins Leben zu rufen. Viele Privatpersonen sammeln Sachspenden und bringen sie auf eigene Faust an die Grenzen - danke dafür, ihr seid wunderbar! Nun wollen ganze Branchen ihren Einfluss nutzen, um Betroffenen zu helfen.

Die Immobilienwirtschaft setzt sich ein

Laut UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind bereits rund 500.000 Menschen aus der Ukraine in benachbarte Länder geflüchtet. Die EU erwartet im Extremfall bis zu 7 Millionen Geflüchtete. Wenn wir uns an das Jahr 2015 erinnern, wissen wir, dass die Kapazitäten in Geflüchtetenlagern schnell ausgeschöpft sind. Auch wenn die heimische Politik davon ausgeht, dass Österreich gut gewappnet ist, können Mitarbeiter:innen in den Aufnahmezentren den Druck deutlich spüren.

Dabei ist neben Nahrung, Medikamenten und sauberer Kleidung vor allem eines wichtig: Wohnraum. Und genau hier möchte die Immobilienwirtschaft ihre Expertise nutzen und ihren Beitrag leisten. So hat beispielsweise die Reise-Plattform Airbnb angekündigt, kostenlose Unterkünfte für bis zu 100.000 Ukrainer:innen zur Verfügung zu stellen. In Österreich ist man da schon einen Schritt voraus, denn die heimische Immobilienbranche hat gemeinsam mit der Caritas in nur wenigen Tagen die Initiative „Immo hilft“ auf die Beine gestellt und bereits erfolgreich Wohnraum vermittelt.

Doch wie funktioniert die Plattform „Immo hilft“

Große Unternehmen der Immobilienbranchen aber auch Privatpersonen können über die Website immo-hilft.at leere Räume oder Wohnungen für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zur Verfügung stellen. Im Formular werden nur die wichtigsten Eckdaten rund um den Wohnraum und die eigene Person oder Firma abgefragt. Alle Daten werden dann aufbereitet an das „P7 Service für Wohnungslose der Caritas“ weitergegeben. Hilfesuchende wenden sich dann genau an jene Einrichtung der Caritas, welche einen passenden Wohnraum weitervermittelt. Die Seite ist auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch abrufbar.

Wer steckt hinter Immo hilft?

Die Idee und Initialzündung kam von Ronald Goigitzer von der goreeo Werbeagentur. Gemeinsam mit Entwickler Gerhard Hubert Popp und dem Immobilienjournalisten Walter Senk machten sich die drei erst vergangene Woche ans Werk und setzen die Idee in nur wenigen Stunden um. „Wir alle drei arbeiten seit einigen Jahren im Bereich des Marketings für Immobilienunternehmen zusammen und sind dadurch in der Branche gut vernetzt“, erzählt Gerhard Hubert Popp BuzzFeed Austria.

Man konnte daher auch schnell erste große österreichische Immobilienunternehmen wie REMAX Austria, EHL, Bondi Consult oder WISAG Österreich als Unterstützer gewinnen. Mittlerweile kamen rund 20 weitere Firmen wie willhaben und justimmo hinzu. „Das Projekt hat sich inzwischen zum Lauffeuer in der Branche entwickelt und in den ersten 48h konnten wir bereits über 6.000 Quadratmeter Wohnraum ‚sammeln‘“, so Popp. REMAX Austria freut sich sehr, bei „dieser tollen Geste der Menschenhilfe“ dabei sein zu können. „Es ist toll, wie viele Leute bereit sind, hier zu helfen und Wohnraum zur Verfügung stellen“, hieß es von Seiten REMAX.

Dieses Lob kann Mitinitiator Popp nur unterstreichen und richtet es gezielt an alle. „Wir hatten in der Grundidee nur an die Immobilienunternehmen gedacht, wir waren genau so überrascht wie erfreut, als wir sehr schnell bemerkten, dass sich genauso viele Privatpersonen bei uns Gästezimmer und Wohnungen registrieren“. Für ihn als Privatperson war es „eine Selbstverständlichkeit, meinen Teil zu leisten.“

Auch andere Branchen geben ihr Bestes

Wenn es um benötigten Wohnraum geht, ziehen nach und nach auch andere Branchen mit. Die Initiative #HotellerieHilft erstellt derzeit eine übersichtliche Liste von Hotels, welche ukrainischen Geflüchtete eine Unterkunft anbieten wollen. Mit dabei ist beispielsweise die Hotelkette „numastays“, die ihre Hotelzimmer in ganz Europa für Geflüchtete kostenlos zur Verfügung stellt.

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