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Eine Freestyle-Schanze im Industriegebiet: So absurd sind die Olympischen Spiele bis jetzt

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links einem Freestyler mit einem Industriegebiet im Hintergrund und rechts eine Eishockeyspielerin, die eine Corona-Maske trägt.
Schon in den ersten Tagen gab es bei den Olympischen Winterspiele in China einige bizarre Vorfälle. © Li Ga Xinhua/Eyevine/Petr David Josek/AP/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Erst seit wenigen Tagen laufen die Olympischen Winterspiele in China, doch es gab schon einige bizarre Momente.

Seit Freitag (4. Februar) wird in Peking um Medaillen gekämpft. Österreich kann aus sportlicher Sicht schon ganz zufrieden sein. Besonders beim Skifahren und Snowboarden schafften mehrere heimische Athlet:innen den Sprung aufs Podest. Nichtsdestotrotz sorgt die politische Kritik an den Spielen in China für einen bitteren Beigeschmack. Zudem gab es auch schon einige Vorfälle, bei denen man sich nur an den Kopf fassen konnte.

Komische Regel wird ÖSV-Team zum Verhängnis

Einer dieser ersten WTF-Momente geschah am Montag (7. Februar) beim Skispringen. Erstmals bei Olympia wurde ein Mixed-Team-Bewerb ausgetragen, wo pro Nation zwei Männer und zwei Frauen zusammen antreten. Österreich hatte mit Daniela Iraschko-Stolz, Lisa Eder, Stefan Kraft und Manuel Fettner (Silber im Einzel) eigentlich gute Chancen auf eine Medaille. Doch eine äußerst fragwürdige Regelung führte bei einem der Sprünge von Iraschko-Stolz zu einer Disqualifikation, so wurde es nur der fünfte Platz.

Das Hüftband am Anzug soll bei der 38-Jährigen um einen (!) Zentimeter zu weit gewesen sein. Ähnlich ging es vier weiteren Springerinnen. Mario Stecher, Sportdirektor des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), war nach dem Bewerb ziemlich sauer. „Das war kurios, was da abgelaufen ist. [...] Im Weltcup sind die Anzüge manchmal so groß wie Zelte, und auf einmal wird hier streng kontrolliert. Es sollte eben von Anfang an rigoros kontrolliert werden, aber nicht erst hier. Es sollte offenbar gezeigt werden, wo der Hammer hängt und wer das Sagen hat“, sagte Stecher gegenüber dem ORF.

Die Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz im Flug.
Die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz wurde für einen ihrer Sprünge disqualifiziert. © Hannah McKay/Reuters/APA-PictureDesk

Masken unter Masken im Eishockey

Die Eishockeyturniere der Männer und Frauen werden, so wie viele andere Bewerbe, von dem Coronavirus überschattet. Schon vor Olympia entschied sich die US-amerikanische National Hockey League (NHL), die beste Herrenliga der Welt, ihre Spieler nicht nach China zu schicken. Ähnlich skurril verlaufen jetzt die Turniere in Peking.

Beim Frauen-Match zwischen Kanada und Russland kam es etwa zu einer einstündigen Verspätung. Die Kanadierinnen weigerten sich nämlich anfänglich, auf das Eis zu gehen. Grund dafür war, dass das Team der Russinnen ihre Corona-Tests nicht vorlegen konnte. Im Team hatte es die Tage davor sechs positive Fälle gegeben. Die gesamte Mannschaft musste für drei Tage in Quarantäne im Olympischen Dorf gehen.

Nach der längeren Wartepause fiel dann aber doch der erste Puck. Jedoch spielten beide Teams mit einer Corona-Schutzmaske. Da die Frauen im Eishockey, im Vergleich zu den Männern, ein komplettes Gitter über ihr Gesicht tragen müssen, trugen die Kanadierinnen und Russinnen daher im Prinzip gleich zwei Masken.

Ein russische Eishockeyspielerin mit einer Corona-Maske unter dem Gitter.
Maske unter der Maske: Russland und Kanada spielten Eishockey mit Corona-Masken. © Petr David Josek/AP/APA-PictureDesk

Freestyle-Schanze neben „Atomkraftwerk“

Ebenfalls für Kopfschütteln sorgten Bilder von den Freestyle-Bewerben. Beim Big Air gibt es eine große Schanze, auf der die Teilnehmer:innen nur einen Trick machen können. Normalerweise wird so eine Schanze in einem Skigebiet gebaut, nicht so in China. Die Olympische Big-Air-Schanze wurde nämlich inmitten eines Industrieparks gestellt, rundherum sucht man vergeblich nach Schnee.

Blick auf einen Freestyler in der Luft vor einem Industriegebiet.
Olympia in China: Freestyle im schneelosen Industriegebiet. © Li Ga Xinhua/Eyevine/APA-PictureDesk

Stattdessen sieht man in den Aufnahmen neben der Schanze mehrere Kühltürme, die wie Atomkraftwerke aussehen. Zumindest für die Athlet:innen selbst scheint der Veranstaltungsort sehr zufriedenstellend zu sein. Aus der Sicht eines Sportfans hat das aber nur mehr wenig mit echtem Wintersport zu tun.

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