1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Politik

Wir warten auf die nächste COVID-19-Verordnung und sind verwirrt

Erstellt:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Montage: Junge Frau mit FFP2-Maske in Supermarkt, Tafel mit 3G-Regeln
Maskenpflicht oder wieder 3G-Regeln oder wie? © Johanna Schlosser/Weingartner-Foto/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Seit Mittwoch, den 23. März, sollte eine neue COVID-19-Verordnung gelten, mit besonderem Augenmerk auf Masken- und 3G-Regeln. Sollte. Bis jetzt war die Regierung am Verhandeln und verstrickte sich dem Vernehmen nach in Details.

Seit über zwei Jahren ist das Leben mit der COVID-19-Pandemie der Normalzustand, nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Ein Zustand, der auf Dauer nicht tragbar ist, handelt es sich um eine ständig mutierende Krankheit, die Todesopfer fordert und Langzeitschäden hervorrufen kann. Immerhin: „Long Covid“ wurde erst unlängst in Österreich mittels Gerichtsurteil anerkannt. Dennoch, selbst wer einen milden Verlauf hat, liegt mit Fieber, Kopfschmerzen und Halsweh darnieder.

Bist du geimpft, musst du in der Regel wenigstens nicht ins Krankenhaus. Aber auch da hakt es: Der Bundesregierung ist es bis dato nicht gelungen, die Bevölkerung nach anfänglicher Euphorie entsprechend zu motivieren, sich den ersten, den zweiten, geschweige denn den dritten „Stich“ zu holen. Dafür gibt es seit 2020 den dritten Bundeskanzler und seit etwa zwei Wochen mit Johannes Rauch (Grüne) den dritten Gesundheitsminister. Über andere Personalwechsel will ich mich an dieser Stelle gar nicht auslassen.

Grüne und ÖVP verhandeln ewig über die neueste COVID-19-Verordnung

Jedenfalls darf sich niemand mehr wundern, wenn Teile der Bevölkerung die jeweiligen Maßnahmen und Verordnungen nicht mittragen, mitunter auch aus Unkenntnis der jeweils geltenden Bestimmungen. Diese werden so häufig gewechselt, dass es selbst für informierte Menschen schwierig ist, den Überblick zu bewahren. Auf Expert:innen wird seitens der Regierung ohnehin gepfiffen. Es ist ein Chaos, in das sich die Meldung wunderbar einfügt, dass die für Mittwoch angekündigten neuen Corona-Regeln doch erst tags darauf in Kraft treten sollen. Dem Vernehmen nach haben noch Grüne und ÖVP über Details verhandelt.

In erster Linie geht es um die Rückkehr der Maskenpflicht, die ja mit Ausnahme in Wien erst am 5. März abgeschafft worden ist. Alternativ zum verpflichteten Tragen der FFP2-Maske sollen Händler:innen, Veranstalter:innen und Gastronomen darüber bestimmen können, ob sie sich stattdessen nicht doch lieber einen 3G-Vorweis zeigen lassen. Die Regierung entzieht sich also einmal mehr ihrer Verantwortung und wäscht ihre Hände in Unschuld. Als ob Eigenverantwortung in diesem Land auch nur ansatzweise funktionieren würde.

Expert:innen sehen die Rückkehr der 3G-Regel kritisch

Abgesehen davon sehen Expert:innen 3G durchaus kritisch. Der Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen soll vor allem auf den Wegfall der Maskenpflicht zurückzuführen zu sein. Geht es nach dem neuen Entwurf, können auf der Tanzfläche also ausnahmslos alle schwitzen, so sie getestet, geimpft oder genesen sind. Geändert werden sollen auch die Quarantäne-Bestimmungen, die aber nicht per Verordnung geregelt werden, sondern Ländersache sein. Wien bleibt auf jeden Fall beim derzeitigen Status quo, also Masken in Innenräumen und 2G-Regel.

All das wird ohnehin bald wieder Geschichte sein, ab 2. April könnte die neue Masken- und 3G-Regelung schon wieder außer Kraft sein. Ab 1. April soll es ja nur noch je fünf PCR- und Antigentests pro Person und Monat geben, aus Kostengründen. Die Gesetzesänderung dafür soll am Donnerstag den Nationalrat passieren. Auskennen wird sich wahrscheinlich niemand, egal was wann gemacht wird.

Auch interessant

Kommentare