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Doris Bures: Die 2. Nationalratspräsidentin

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SPÖ-Politikerin Doris Bures
SPÖ-Politikerin Doris Bures © Eibner-Pressefoto/Imago

Doris Bures ist seit ihrer Jugend politisch aktiv. 2012 beschäftigte die jetzige 2. Nationalratspräsidentin die österreichischen Gerichte.

Die gelernte Zahnarzt-Assistentin fährt mit ihrer Politik eine direkte und konsequente Linie. Eine Plakatkampagne aus den Jahren 2007/2008 sorgte in Österreich für viel Diskussionen. Gegenwind gab es für die SPÖ-Politikerin vor allem von den Parteien FPÖ und ÖVP.

Doris Bures: Leben und politisches Engagement in der Jugend

Doris Bures wurde am 3. August 1962 in Wien geboren. Sie ist das vierte von sechs Kindern und wuchs in einer Gemeindebauwohnung auf. Im Alter von sechs Jahren verließ ihr Vater die Familie.

Die Biografie der Politikerin gleicht einem sozialdemokratischen Märchen. Schon im Alter von 15 Jahren fing Doris Bures an zu arbeiten, um ihre Mutter finanziell zu unterstützen. Sie besuchte eine Handelsschule in Wien und absolvierte eine Berufsausbildung als Assistentin in einer Zahnarztpraxis.

24 Jahre lang war die Politikerin mit Wolfgang Jansky, Medienmanager und Geschäftsführer der Tageszeitung „Heute“, verheiratet. Das Paar ließ sich 2008 scheiden. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor.

Das politische Engagement von Doris Bures begann bereits im Jugendalter. Als Teil der Anti-Atombewegung demonstrierte sie 1978 gegen das geplante Kernkraftwerk Zwentendorf. Ab 1980 war Doris Bures im Bundessekretariat der Sozialistischen Jugend und betreute von 1985 bis 1986 ein Projekt für arbeitslose Jugendliche. Ihr politisches Engagement in jungen Jahren prägte ihre spätere Laufbahn in der Politik und ihrer Partei.

Doris Bures: Karriere in der Politik und Ämter

1987 übernahm Doris Bures erstmalig ein politisches Amt. Im selben Jahr wurde sie zur Bezirksrätin von Wien/Liesing gewählt. Von 1995 bis 2009 war sie stellvertretende Vorsitzende der SPÖ Liesing, ab 2009 die Parteivorsitzende.

Die Politikerin war von 1990 bis 2007 und erneut im Jahr 2008 Abgeordnete im Nationalrat, wo sie sich als Wohnbausprecherin und Vorsitzende des parlamentarischen Bautenausschusses betätigte.

Die Politikerin hatte bereits zwei Ministeriumsämter inne. 2007 bis 2008 war sie Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst, davor war sie interimistisch Bundesministerin ohne Geschäftsbereich. Von 2008 bis 2014 bekleidete sie das Amt der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie.

2014 folgte der Beginn ihrer Tätigkeit als Präsidentin des Nationalrates. In diesem Amt hat sie folgende Aufgaben:

2017 sowie 2019 wurde Doris Bures zur zweiten Präsidentin des Nationalrates gewählt.

Doris Bures: Kontroverse während ihrer Amtszeit

Während die Politikerin als Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst tätig war, unterstand ihr die Gleichbehandlungs-Kommission. In dieser Zeit startete sie eine Plakat-Kampagne gegen Männergewalt. Die Plakate zeigten eine Frau und ihr Kind mit Schutzhelmen und neben ihnen stand ein Mann. Diese Plakate lösten eine Diskussion zur häuslichen Gewalt und über die Angemessenheit der Art der Darstellung aus. Kritik kam von der ÖVP und dem ehemaligen Gleichbehandlungssprecher der FPÖ, Karlheinz Klement.

2012 stand Doris Bures aufgrund einer umstrittenen Inseratenvergabe im Fokus der österreichischen Gerichte. Es musste geklärt werden, ob die Vergabe eines Auftrags an eine Agentur manipuliert wurde. Der Chef dieser Agentur, Mitglied bei der SPÖ, übernahm seit 2008 alle wichtigen Ausschreibungen des Bundesministeriums für Verkehr. Nach dem – umstrittenen – Zuschlag für die Agentur wurden der Etat erhöht und die Gelder auf Zeitungsinserate verteilt. Auf einem Großteil der Fotos in den Inseraten war Doris Bures zu sehen, die eigentliche Botschaft ging im Kleingedruckten unter. 2018 wurde zudem entschieden, dass die Kampagne als Plagiat eines Mitbewerbers zu sehen sei.

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