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Gerhard Karner: Innenminister mit kontroverser Vergangenheit

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Von: Johannes Pressler

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Der Nachfolger von Karl Nehammer als Österreichs Innenminister heißt Gerhard Karner. Der Niederösterreicher im Porträt.

Gerhard Karner wird am 13. November 1967 in der niederösterreichischen Stadtgemeinde Melk geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in der 1648-Seelen-Gemeinde Textingtal. Seine Schulzeit verbringt Karner im Stiftgymnasium Melk.

Für das Studium zieht es Karner nach Wien, wo er Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität studiert. Nach einem Abstecher in die Privatwirtschaft dauert es jedoch nicht lange, bis es Karner in die Politik und zur ÖVP zieht.

Gerhard Karner bei seiner ersten Rede als Österreichs Innenminister.
Gerhard Karner bei seiner ersten Rede als Österreichs Innenminister. © Hans Punz/APA-PictureDesk

Gerhard Karner: Politische Karriere im Überblick

Karner im Team von Ernst Strasser

Von Februar 2000 bis April 2003 ist Gerhard Karner der Pressesprecher von Ernst Strasser, dem österreichischen Innenminister zur Zeit der Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ. An der Spitze der Regierung stehen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (FPÖ).

Ernst Strasser, in dessen Kabinett Gerhard Karner mehr als drei Jahre arbeitet, ist ein Name mit einem mittlerweile bitteren Beigeschmack. 2014 wird Strasser wegen Bestechlichkeit nämlich zu drei Jahren Haft verurteilt. Es sei jedoch erwähnt, dass Karner zur Zeit von Strassers Vergehen bereits wieder zurück in der niederösterreichischen Landespolitik gewesen ist.

Kritik am neuen Innenminister

Nach dem Rückzug von Sebastian Kurz im Dezember 2021 kommt es bei der ÖVP zu einer großen Umstrukturierung der Partei. Innenminister Karl Nehammer folgt Alexander Schallenberg als Bundeskanzler, den Posten als neuer Innenminister erhält der treue ÖVP-Politiker Gerhard Karner.

Die Besetzung wird medial viel kritisiert. Karner gilt als ein Politiker mit einer nicht ganz so feinen Klinge. Das spiegelt sich vielmals in seiner Wortwahl gegenüber politischen Konkurrent:innen wider. Die SPÖ und Grünen wären zum Beispiel „heimatfremd“ und würden sich immer mehr von den Werten der Niederösterreicher:innen entfernen. Den späteren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bezeichnet Karner im Jahr 2006 als „landesfeindlich“, weil der sich gegen eine Elite-Universität in Klosterneuburg ausgesprochen hatte. Die Wochenzeitung „Falter“ beschreibt Karner sogar als „Sozi-Hasser“ und „Feind der Grünen“.

Ebenfalls in Kritik steht Karner wegen eines Museums über den Austrofaschisten Engelbert Dollfuß, das in Textingtal seit 1998 betrieben wird. Das Museum würde sich laut Expert:innen zu wenig kritisch mit den Taten von Dollfuß auseinandersetzen, Bürgermeister Karner sehe dabei allerdings kein Problem.

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